100 Jahre Republik
Erinnerungen an die "Helden der Republik"

Im Kaiserpark in Bruckneudorf steht das Denkmal für Kaiser Franz Joseph I.
4Bilder
  • Im Kaiserpark in Bruckneudorf steht das Denkmal für Kaiser Franz Joseph I.
  • hochgeladen von Franz Tscheinig

BRUCKNEUDORF/NICKELSDORF/JOIS/ (ft). Manche mögen sie Helden nennen, andere wiederum nicht – Fakt ist, es gibt Menschen, die haben die Republik Österreich in den vergangenen 100 Jahren entscheidend geprägt. Erinnert wird an manche dieser "Helden der Republik" heute etwa in Form von Denkmälern und Gebäudenamen. So auch im Bezirk.

Kaiser Franz Joseph I.

Im Kaiserpark in Bruckneudorf wurde 1900 das Denkmal von Kaiser Franz Joseph I. enthüllt. Es wurde zu seinem 50-jährigen Thronjubiläum 1898 errichtet und zeigt den Monarchen in Uniform eines ungarischen Generals der Kavallerie. Diese Darstellung ist die einzige, die heute auf österreichischem Gebiet existiert. 
Franz Joseph I. aus dem Haus Habsburg-Lothringen war vom 2. Dezember 1848 bis zu seinem Tod am 21. November 1916 Kaiser von Österreich. Mit einer Regierungszeit von nahezu 68 Jahren übertraf er jeden anderen Regenten seiner Dynastie. Sein Tod leitete die Auflösung Österreich-Ungarns und damit die Gründung der Republik ein, die bekanntlich im Herbst 1918 stattfand.  

Engelbert Dollfuß

Von Anfang an stand der Bau der heutigen Herz-Jesu-Kirche in Jois unter keinem guten Stern. Kurz nach Baubeginn starb der Pfarrer und nach Streitigkeiten mit dem Baumeister blieb die Kirche jahrzehntelang unbenutzbar als Rohbau stehen. Erst der Mord am einstigen Bundeskanzler Engelbert Dollfuß 1934 bot eine Gelegenheit, genug Geld für die Fertigstellung der Kirche aufzutreiben: Die Kirche wurde schließlich als Dollfuß-Gedächtniskirche fertiggestellt. Prägend für die Republik Österreich war Dollfuß dahingehend, als dass er im März 1933 das Parlament und den Verfassungsgerichtshof ausschaltete und sowohl die NSDAP, die Kommunistische Partei, den Republikanischen Schutzbund sowie 1934 auch die Sozialdemokratische Partei verbot. Er schuf mit der Maiverfassung 1934 einen autoritären Ständestaat und stützte sich vor allem auf die katholische Kirche, die Heimwehr und die Bauern. Er wurde beim nationalsozialistischen Juliputsch 1934 ermordet, nachdem schon im Oktober 1933 ein Attentat auf ihn verübt worden war.

Hans Sylvester

Der gebürtige Nickelsdorfer Hans Sylvester (1897-1939) war der letzte Landeshauptmann des Burgenlandes, bevor die NSDAP 1938 die Macht an sich riss. Im Zuge des „Anschlusses“ im März 1938 wurde er als politischer Vertreter des vorherigen Regimes verhaftet und in das KZ Dachau deportiert, wo er 1939 ums Leben kam.
Sowohl in Nickelsdorf als auch in Eisenstadt erinnern heute Denkmäler an den Politiker.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen