Tipps einer Neusiedler Psychologin
Wichtig: Schaffen Sie einen Tagesablauf!

Elvira Egger ist klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin. Sie hat uns Tipps gegeben, wie wir mit der jetzigen Situation umgehen können.
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Ausnahmesituationen wie häusliche Isolation und Quarantäne hat noch kaum jemand von uns erlebt. Psychologin Elvira Egger aus Neusiedl am See hat Tipps, wie man möglichst friedvoll und entspannt mit der Situation umgehen kann.

NEUSIEDL AM SEE. Für viele Menschen ist diese ungewollte Isolation sehr belastend. Deshalb haben wir eine Psychologin gefragt, wie man mit der häuslichen Quarantäne und der Isolation von Freunden am besten umgehen kann. "Der wichtigste Alltagstipp: Legen sie sich einen strukturierten Tagesablauf zu", so Elvira Egger. "Wie genau dieser aussieht muss jeder für sich selbst entscheiden, wichtig ist jedoch, dass Sie tätig bleiben. Unbedingt aufstehen, anziehen, die üblichen Essens- Schlafens-, Arbeits- oder Lernzeiten einhalten. Bauen Sie in diesen Tagesablauf auch Bewegungseinheiten ein, jetzt haben sie Zeit! UND Bewegung wirkt sich positiv auf die Psyche aus!

Telefonisch Kontakt halten

Ein weiterer Tipp: Halten Sie telefonischen Kontakt mit ihrer Familie und ihren Freunden und sprechen sie miteinander über ihre Gefühle. Legen sie unbedingt einen besonderen Fokus auf positive Inhalte im Gespräch, diese beruhigen und stabilisieren sie und ihren Gesprächspartner. Versuchen sie sich auch auf ihre Stärken und auf positives Denken zu besinnen. Sprechen sie über positive Erfahrungen aus der Vergangenheit und planen sie zum Beispiel zukünftige Aktivitäten.
Konsumieren sie Medien bewusst und gezielt und vermeiden sie ununterbrochenen Medienkonsum, auch in sozialen Netzwerken!

Ängste und Sorgen

Es ist völlig normal, dass man sich an diese außergewöhnlichen Umstände gewöhnen muss. Deshalb kann es zu neuen Belastungen und ungewohnten Emotionen kommen. Geben sie sich selbst Zeit und halten sie sich fern von Menschen die ihre Ängste verstärken. "Sind Sie jetzt besonders aufmerksam auf die positiven Dinge in Ihrem Leben. Schreiben Sie ihre Gefühle nieder oder werden Sie kreativ. Malen oder zeichnen Sie ein Bild ihres nächsten Urlaubziels. Hören sie unbedingt auf zu Grübeln – lenken Sie sich ab, zum Beispiel mit Musik, backen Sie einen Kuchen oder lesen Sie ein Buch" meint die Psychologin. Auch Entspannungsübungen kann und soll man in den Tagesablauf einbauen.  Anleitungen dafür kann man sich im Internet holen. "Denken Sie daran, dass der COVID-19-Ausbruch unweigerlich vorübergehen wird", so Egger.

Kinder und Jugendliche

Auch für Kinder und Jugendliche ist die Isolation und der Verlust der üblichen Tagesstruktur eine Belastung. Im Vordergrund sollte jetzt auf keinen Fall die Kindererziehung stehen. "Versuchen sie Ihrem Kind altersgerecht die Situation zu erklären. Zeigen Sie Positives auf, wie zum Beispiel die gewonnene Zeit miteinander", schlägt Elvira Egger vor. 
Auch für Kinder und Jugendliche gilt die Erhaltung einer Tagesstruktur. "Planen Sie Lern- und Freizeiten. Schaffen Sie Rückzugsmöglichkeiten. Jetzt ist auch Zeit für gemeinsame Aktivitäten wie zum Beispiel ein Spaziergang oder ein Gesellschaftsspiel und achten Sie auf körperliche Betätigung im Rahmen der aktuellen Möglichkeiten, Bewegung lenkt überschüssige Energie in die richtigen Bahnen", so Egger.

Wenn geht, keine Strafen!

Die Psychologin bittet auch in dieser Ausnahmesituation weitgehendst auf Strafen und große Erziehungsmaßnahmen zu verzichten. "Im Gegenteil, versuchen sie jetzt ihr Kind durch Lob positiv zu verstärken und zu erwünschtem Verhalten zu motivieren."

Konflikte

Wenn man auf engstem Raum ungewohnt viel Zeit mit dem Partner und der Familie verbringt, kann ein sogenannter „Dichtestress“ entstehen. Konflikte in der Partnerschaft oder im Familienleben können die Folge sein. Auf keinen Fall sollten sich diese in Gewalthandlungen entladen.

Geduld haben

"Sprechen Sie täglich über ihre Gedanken und versuchen Sie in dieser Ausnahmesituation mehr denn je aufeinander positiv einzuwirken", bittet Egger. "Und vor allem: Haben Sie viel Geduld miteinander! Machen Sie einander Komplimente und zum Beispiel einen Waldspaziergang. Auch Erwachsene sollten wenn nötig Rückzugsmöglichkeiten für einander schaffen. Diese Situation ist eine Herausforderung für die ganze Familie."

Anspannung normal

Negative Emotionen, Anspannung und Aggressionen sind in Ausnahmesituationen normal. Es ist nicht schlimm, jemandem gegenüber aggressive Gefühle zu haben, gefährlich wird es erst, wenn man sie auslebt! "Helfen Sie einander und steuern Sie dagegen. Sollten Sie das Gefühl haben aus irgendeinem Grund nicht mit der Situation fertig zu werden, suchen Sie sich professionelle Hilfe. Das geht auch jetzt! Online- und Telefonberatung ist jetzt die sicherste Methode", so Elvira Egger.

Autor:

Charlotte Titz aus Neusiedl am See

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