Ab 1. November komplettes Rauchverbot
Wirte im Bezirk Neusiedl befürchten Umsatzminus

Natascha Pitzl, Fritz Hofberger und Manuel Muth – alle drei Raucher, die sich von der Regierung entmündigt fühlen.
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  • Natascha Pitzl, Fritz Hofberger und Manuel Muth – alle drei Raucher, die sich von der Regierung entmündigt fühlen.
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Vor allem kleine Lokale, die keine große Speisekarte führen, machen sich Sorgen um ihre Zukunft. 

BEZIRK NEUSIEDL/SEE. Vor allem kleine Lokale, die keine große Speisekarte führen und jene, die erst abends aufsperren, machen sich Sorgen um ihre Zukunft. 

Natis Boxenstop

Natascha Pitzl führt seit drei Jahren ihr kleines Lokal "Natis Boxenstop" in Frauenkirchen. Sie hat zwar eine kleine Speisekarte, aber Speiselokal ist ihr Boxenstop keines. Dafür wird gern miteinander getrunken und eben auch miteinander geraucht. Das gehört hier einfach dazu. Dementsprechend besorgt sieht sie das neue Gesetz. "Ich empfinde es als traurig, dass der Wirt nicht mehr entscheiden darf, ob bei ihm geraucht wird oder nicht", meint sie. "Denn unsere Fixkosten bleiben gleich, reinkommen wird aber nicht mehr so viel. Wenn bei uns nicht mehr geraucht werden darf, dann werden viele entweder gar nicht mehr oder einfach nicht mehr so lange bleiben und dementsprechend auch nicht mehr so viel konsumieren wie bis jetzt. Wenn es ganz hart auf hart kommt, werden wir auch Personal entlassen müssen. Das sollte eigentlich nicht Sinn der Sache sein, oder?", ist die Gastronomin verärgert. Auch ihre Gäste verstehen nicht, warum man nicht mehr rauchen darf. "Das ist die Entmündigung von erwachsenen Menschen", sind sie sich einig.
Matthias Achs aus Gols hat seit zehn Jahren das Machsimum, eine Bar in Gols, die erst um 16 Uhr aufsperrt.

Lebensnotwendig

Für ihn sind seine rauchenden Gäste überlebensnotwendig, wie er sagt. "Speiselokale werden weniger ein Problem haben", ist er überzeugt. "Ein, zweimal geht man vor die Tür eine rauchen und den Kaffee muss man nicht mehr im Lokal trinken, wenn man nicht möchte. Aber zu uns kommen die Leute, um ihren Kaffee oder ihr Bier zu trinken und gemütlich dazu eine zu rauchen. Mehr als 50 Prozent unserer Gäste sind Raucher und viele haben auch schon selbst gesagt, dass sie dann halt öfters zuhause in ihrer Garage oder im Kellerstüberl bleiben werden. Sie müssen ihr Bier oder ihren Kaffee ja nicht zwingend in einem Lokal trinken", so Achs.

Leichte Einbußen

Aber auch Simone Husz-Gelbmann aus St. Andrä am Zicksee ist überzeugt, dass ein Rauchverbot ein Minus einbringen wird. "Ich glaube nicht, dass es sich aufs Mittagsgeschäft auswirken wird, aber am Abend werden die Leute wahrscheinlich nicht mehr so lange sitzen bleiben", meint die erfahrene Gastronomin.

Natascha Pitzl, Fritz Hofberger und Manuel Muth – alle drei Raucher, die sich von der Regierung entmündigt fühlen.
"Wir brauchen die Raucher!" sind Maria Pasca und Matthias Achs überzeugt.

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