Neues Jagdgesetz
"Zeche zahlt der Bauer!"

Roman Thüringer, Christian Schmidt, Werner Falb-Meixner, Reinhold Reif,  Hannes Meixner.
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  • Roman Thüringer, Christian Schmidt, Werner Falb-Meixner, Reinhold Reif, Hannes Meixner.
  • Foto: Falb-Meixner
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Die Jagdgesetznovelle hat gravierende negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft und Gemeinden. In Zurndorf wurde das von Landwirten aufgezeigt. 

ZURNDORF. Mittwochvormittag fand mit den Grundbesitzern Ing. Werner Falb-Meixner (Zurndorf), Reinhold Reif (Deutsch-Jahrndorf), Roman Thüringer (Gattendorf), Ing. Christian Schmidt (Nickelsdorf) und Johannes Meixner (Zurndorf), die das Jagdrecht in ihren Gemeinden vertreten, eine Pressekonferenz anlässlich der bevorstehenden Jagdgesetznovelle der Burgenländischen Landesregierung statt. Es wurden wesentliche Kritikpunkte zum neuen Jagdgesetz aufgezeigt.

Die Jagdreviere der genannten Gemeinden sind auch und gerade durch die Arbeit der Landwirte und verschiedener Naturschutzprojekte zum Schutz der weltweit gefährdeten Vogelart, der Großtrappe und anderen schützenswerten Arten, hervorragende Biotope. Das neue Gesetz hätte sogar Auswirkungen auf die Budgets der Gemeinden, da beispielsweise erhebliche Mittel für Güter- und Radwege aus der Jagdpacht bezahlt werden. Anbei werden die folgenden fünf Kritikpunkte der Jagdgesetznovelle erläutert:

#1: Ab 11 Prozent soll erst der Schaden beginnen

Laut aktuellem Jagdgesetz sind 10 Prozent vom Wildschaden, die der Bauer zu leisten hat, Selbstbehalt. Für die restlichen 90 Prozent kam die Jägerschaft auf. Das neue Jagdgesetz sieht nun vor, dass der Bauer bis zu 10 Prozent Wildschaden überhaupt keinen Schadensersatz erhält. Ab 11 Prozent Wildschaden erhält der Bauer nur ein Prozent des Schadens zurück. „Das bedeutet einen wesentlichen Einkommensverlust für den Bauern, da die Kultur vernichtet ist und der Schaden nicht einmal beglichen wird. Bisher wurde ein geringer Wildschaden vom Bauern toleriert. Doch das neue Jagdgesetz hätte zur Folge, dass in manchen Fällen der volle Aufwand vom Bauern zu tragen ist“, so Ing. Werner Falb-Meixner, Biobauer und Gemeindevorstand Jagd Zurndorf.

#2: Gefährdung der Bio-Sojaflächen

Besonders die biologisch angebaute Sojabohne ist oft von Wildschäden betroffen. „Aufgrund der hohen Gefahr von Wildschäden bei Sojabohnen, könnte im Nordburgenland das Interesse die Bio-Sojabohne zu bewirtschaften, enorm zurückgehen. Das wäre fatal, da Soja eine der wichtigsten Kulturen und das wertvollste Eiweißfuttermittel unserer Region ist. In manchen Revieren mit hohem Bio-Anteil macht der Wildschaden nahezu so viel aus, wie die Erhöhung der Jagdabgabe selbst. In diesem Fall zahlt der Bauer buchstäblich die verteuerte Zeche“, so Johannes Meixner, Biobauer und Obmann Jagdausschuss Zurndorf.

#3: Beeinträchtigung des Landschaftsbildes

Die neue Regelung des Wildschadens hätte auch zur Folge, dass wesentlich mehr Flächen zum Schutz vor Wildverbiss, eingezäunt werden könnten. „Das bedeutet eine Zerstückelung der Landschaft, eine erhöhte Gefährdung der freistehenden Flächen und Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. Neben einem hohen Arbeitsaufwand durch die Errichtung und Abbau der
Zäune, ist langfristig auch ein großer Entsorgungsaufwand nach Ablauf der Lebensdauer der Einfriedungen zu erwarten. Dies ist eine weitere Belastung für die Umwelt“, so Ing. Christian Schmidt, Obmann Jagdausschuss Nickelsdorf.

#4: Negative Auswirkungen auf die Gemeinden

In vielen Revieren werden vom Jagdausschuss bis zu 20 Prozent der Jagdpacht an die Gemeinden für den Bau und die Erhaltung von Güter- und Radwegen übermittelt. „Durch die Verminderung oder den Entfall dieser freiwilligen Mittel, sind daher auch Auswirkungen auf die Budgets der Gemeinden zu befürchten, die covid-bedingt ohnehin angeschlagen sind“, so Reinhold Reif, Obmann Jagdausschuss Deutsch-Jahrndorf.

#5: Die Jagdnovelle zerstört gute bestehende Beziehungen

„Der wiederholte Eingriff in die bestehenden Verträge löst eine negative Stimmung in der Jägerschaft aus. Es ist zu befürchten, dass manche Pächter ihre Reviere nicht mehr sorgfältig pflegen oder sogar den Wildbestand wesentlich verringern“, so Roman Thüringer, Obmann Jagdausschuss Gattendorf.

„Wir sind stolz die besten Niederwildreviere Österreichs, wie diese in Fachkreisen oft bezeichnet werden, zu verwalten. Durch viele Maßnahmen im Umweltbereich, beispielsweise zum Schutz der gefährdeten Großtrappen, ist es uns gelungen, in den Gebieten einen hervorragenden Lebensraum für Tier und Mensch zu schaffen. Durch das neue Jagdgesetz ist, die bis dato hervorragende Zusammenarbeit von Grundeigentümern, Jagd und Gemeinden massiv, gefährdet“, so die gewählten Vertreter der Grundeigentümer der Gemeinden Deutsch-Jahrndorf, Gattendorf, Nickelsdorf und Zurndorf unisono.

Roman Thüringer, Christian Schmidt, Werner Falb-Meixner, Reinhold Reif,  Hannes Meixner.
So sieht ein Fraßschaden an einer jungen Sojapflanze aus.

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