Desolates Hallenbad in Neusiedl/See
Zweieinhalb bis drei Jahre bleibt Hallenbad gesperrt

Architekt DI Anton Mayrhofer, Rechtsanwalt Mag. Johannes Wutzlhofer, Bildungsdir. Stadtrat Heinz Josef Zitz, Bürgermeisterin Lisa Böhm und Freitzeitbetriebe-Geschäftsführer Mag. Georg Glerton luden zur Pressekonferenz ins Hallenbad.
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Das Hallenbad in Neusiedl am See ist seit Jahren das Sorgenkind der Gemeinde. Mittwoch um 12 Uhr wurde es gesperrt. 

NEUSIEDL AM SEE. Laut einem Gutachten besteht Einsturzgefahr für das Gebäude. Deshalb musste das Gebäude gesperrt werden. Das Gutachten besagt, dass die Holzträger der Dachkonstruktion des Hallenbades nicht mehr voll tragfähig sind. 

Die Holzkonstruktion ist mittlerweile morsch.
  • Die Holzkonstruktion ist mittlerweile morsch.
  • Foto: Stadtgemeinde Neusiedl
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Seit Monaten Probleme

Mag. Georg Glerton, der Geschäftsführer der Freizeitbetriebe dazu: "Wir hatten seit Monaten immer wieder Probleme mit der Technik und der Holzkonstruktion. Deshalb habe ich auch Probebohrungen bei den Holzträgern in Auftrag gegeben und gestern den Bescheid bekommen, dass sie teilweise nicht mehr wirklich tragfähig sind. Unser Statiker hat dann auch bestätigt, dass ein Betrieb in diesem Zustand nicht mehr verantwortet werden kann." Deshalb wurde der Betrieb - der auch die Saunalandschaft beinhaltet - eingestellt.  

Generalsanierung

Bürgermeisterin Lisa Böhm hält zwar fest, dass das Hallenbad eine wichtige Institution in Neusiedl am See sowohl für die Region als auch für die Stadt sei, dass das Hallenbad jetzt aber einmal geschlossen bleibt und man gleich die Generalsanierung in Angriff nehmen werde. "Wir haben sofort die Schulen und Vereine informiert, aber jetzt steht die Sicherheit der Schwimmer und unserer Mitarbeiter im Vordergrund", so Böhm. "Wir werden jetzt schauen, dass wir möglichst schnell einen Finanzierungsplan auf die Beine stellen und überlegen wie wir die Generalsanierung zu Stande bringen. Eines ist fix. Alleine werden wir es nicht schaffen. Wir werden sowohl Land als auch Bund und vor allem die Gemeinden brauchen, damit wir das stemmen können." 

Architekt DI Anton Mayrhofer, Rechtsanwalt Mag. Johannes Wutzlhofer, Bildungsdir. Stadtrat Heinz Josef Zitz, Bürgermeisterin Lisa Böhm und Freitzeitbetriebe-Geschäftsführer Mag. Georg Glerton luden zur Pressekonferenz ins Hallenbad.
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Notmaßnahmen

Auch 2017 hat man schon Notmaßnahmen gesetzt um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Das ist jetzt nicht mehr möglich. "Im Hallenbad gibt es noch die Wassertechnik aus dem Jahr 1975, das Haus ist nicht Barrierefrei und die Holzkonstruktion feucht und teilweise abgemorscht", weiß der Architekt DI Anton Mayrhofer. "Bevor es jetzt zu einem Multiorganversagen des Gebäudes kommt und noch etwas passiert, war es der richtige und einzige Schritt das Hallenbad zu schließen."

Hilfe von Land und Bund

Heinz Josef Zitz hat auch schon mit dem Land gesprochen und um Hilfe gebeten, die ihm sowohl aus dem Büro Landeshauptmann als auch dem Büro LR Illedits zugesagt worden ist. "Es gibt im Regierungsprogramm die Idee der Sportstätten. Wir werden die erste Gemeinde sein mit der verhandelt wird. Ich bin zuversichtlich, dass wir hier finanzielle Unterstützung bekommen und auch, dass der Bund Mittel zuschießen wird. Das Konzept wie saniert werden soll und was das alles kostet gibt es ja bereits. Wenn die Finanzierung steht, dann können wir sofort losstarten und mit den Arbeiten beginnen", so Zitz. Er bittet aber auch die Gemeinden um Hilfe. "Das Hallenbad sollte uns alle angehen. Immerhin kommen alle Kinder hierher schwimmen. Nicht nur die Neusiedler. Wir brauchen hier ein starkes Miteinander, damit unser Nachwuchs und unsere Vereine bald wieder im Neusiedler Hallenbad schwimmen können."

Bildungsdirektor Stadtrat Heinz Josef Zitz ist zuversichtlich, dass Land und Bund Finanzmittel zuschießen werden.
  • Bildungsdirektor Stadtrat Heinz Josef Zitz ist zuversichtlich, dass Land und Bund Finanzmittel zuschießen werden.
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2,5 bis 3 Jahre zu

Auf die Frage wie schnell es denn gehen wird, wenn die Finanzierung gesichert ist, weiß Rechtsanwalt Mag. Johannes Wutzlhofer die ungefähre Antwort. "Wir unterliegen hier dem Bundesvergabegesetz. Aus Erfahrung weiß ich, dass man hier bis man wirklich mit dem Bau beginnen kann 12 bis 15 Monate rechnen muss. Die Bauzeit wird sich dann auf etwa eineinhalb Jahre belaufen."

Rechtsanwalt Mag. Johannes Wutzlhofer rechnet mit einer Schließung für zweieinhalb bis drei Jahre.
  • Rechtsanwalt Mag. Johannes Wutzlhofer rechnet mit einer Schließung für zweieinhalb bis drei Jahre.
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Problem Denkmalschutz?

Theoretisch wäre das Hallenbad unter Denkmalschutz gestellt, nachdem man hier aber einen Einspruch gemacht hat, ist dieser Denkmalschutz derzeit nicht aktiv. "Bis wann man mit einem Bescheid rechnen kann wissen wir nicht", so Bürgermeisterin Lisa Böhm. "Das liegt derzeit beim Bundesverwaltungsgericht." Dass der Bescheid aber negativ ausfällt und das Hallenbad wieder unter Denkmalschutz steht, ist in die Planung mit eingerechnet. "Wir haben im Finanzmodell eine Million als Puffer gerechnet, falls wir Denkmalschutzmaßnahmen berücksichtigen müssen", so Heinz Josef Zitz. 

Neubau?

Auch ein Neubau eines Hallenbades wird theoretisch nicht ausgeschlossen, sollte die Sanierung doch zu teuer kommen. "Der würde wahrscheinlich nur zwei Drittel der Sanierung kosten", so die Verantwortlichen. Trotzdem möchte man, wenn es geht, am "alten" Hallenbad festhalten. 

Hallenbad-Mitarbeiter 

Auch für die Hallenbad-Mitarbeiter hat man sich schon etwas überlegt. "Die Freizeitbetriebe bestehen ja nicht nur aus dem Hallenbad", erklärt Geschäftsführer Georg Glerton. "Vom Frühling bis Herbst werden wir die Mitarbeiter in den anderen Betrieben unterbringen und auch die Bürgermeisterin hat uns zugesichert, dass es schlimmstenfalls noch die Gemeinde als Auffanglager gibt. Unsere Mitarbeiter brauchen sich keine Sorgen zu machen, wir kümmern uns um sie."

Gekaufte Tickets

Auch die Besucher, die 11er Blöcke, Halbjahres- oder Jahreskarten haben, müssen sich keine Sorgen machen. "Die Leistungen, die wir nicht erbringen können, werden natürlich rückverrechnet", so Glerton. "Ich bitte nur um ein wenig Geduld, wir werden in den nächsten Tagen kommunizieren, wie wir das machen."

Katastrophe für Vereine

Für die Vereine, die im Neusiedler Hallenbad trainieren, ist die Schließung ein großes Problem. Hans Christian Gettinger von der Schwimmunion bringt es auf den Punkt: "Für uns ist das eine Katastrophe. Wir müssen jetzt schauen, wie wir weitermachen."

Schnell gehen

In einem sind sich alle einig. Sie gehen davon aus, dass es jetzt schnell gehen wird. "Ein Sanierungskonzept liegt seit Monaten auf dem Tisch. Jetzt ist Gefahr im Verzug, wir mussten handeln, also nehmen wir an, dass jetzt alles schneller gehen wird als es sonst gegangen wäre. Damit unsere Kinder und alle anderen bald wieder im Neusiedler Hallenbad schwimmen können", so die Verantwortlichen.

Auch die FPÖ hat ihre Meinung zur Hallenbad-Schließung: 

"Jetzt muss etwas passieren!"

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