Ortsreportage Illmitz
Zwischen Riede und Ziehbrunnen

Hand Kroiss an der Tafel zum Ortsteil Hölle in Illmitz
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  • Hand Kroiss an der Tafel zum Ortsteil Hölle in Illmitz
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Noch bevor sich Ober- und Unterillmitz zu einem Ort zusammenschlossen, bestand bereits ein weiterer Teil der Gemeinde, welcher geschichtlich und wirtschaftlich prägnant ist. Dieser wurde nach der Totengöttin Hel, Tochter des Loki benannt, nachdem sie aus Asgard verbannt wurde. In Österreich gibt es mehrere Orte mit diesem Namen, nur war deren Namensgebung weniger historisch als praktisch. Nämlich wurden Gebiete in welchen eine Riede am weitesten vom eigentlichen Ort entfernt steht Hölle genannt. So kam auch der Ortsteil von Illmitz zu seinem Namen, welchem er jedoch keineswegs gerecht ist.

Luss und Remanenzen

Die Rieden der Hölle werden je nach Eigentumsmuster namentlich unterschieden. Zum einen gibt es „Luss-Rieden“, welche nach der Grundaufteilung an die neuen Eigentümer verlost wurden. Zum anderen gibt es Remanenzen, welche zurückbehalten und erst weit später verteilt wurden.

Wo die Höller wirtschaften

Für den ehemaligen Touristiker und Gastwirt Hans Kroiss ist die Hölle einer seiner Lieblingsplätze, da sie für ihn voller Geschichten und Erinnerungen steckt. Bereits sein Großvater hatte große Teile des Gebietes gepachtet und einen Bauernhof darauf aufgebaut. Er war der erste, der den Ortsteil in großem Stil bewirtschaftet hatte. „Das hat uns den Vulgonamen Höller eingebracht“, erzählt Kroiss schmunzelnd.
Wo sich heute Aussiedlerhöfe und ein Heuriger befinden, war früher weiter Sandboden. Von diesem hat man jedoch bereits um 1900 profitiert als der Reblauskriese aufkam. Das Ungeziefer konnte sich auf diesem Boden jedoch nicht halten und bewahrte die Weinbauern somit vor einem Ernteausfall.

Bedeutendes Zuliefergebiet

Auf einem unscheinbar aussehenden Hügel stand einst ein römisches Heiligtum auf einem Gutshof. Dieses war in Gedenken an „Mithras“, den unbesiegbaren Soldatengott erbaut worden. Dieser Ort war ein bedeutendes Zuliefergebiet landwirtschaftlicher Produkte in Garnisonsstädte.

Viehherden und Illmitzer Käse

Ein Ziehbrunnen, welcher dem Landschaftsbild eine malerische Atmosphäre verleiht, liegt am Weg zum eigenen Weingarten von Hans Kroiss. Dieser besondere Ort erinnert den Hobbyhistoriker mit fundierter Ausbildung daran, dass die ehemaligen Tränken der Viehherden für die damalige Weidewirtschaft essentiell waren. Im 19. Jahrhundert war Illmitz für seine Milchwirtschaft bekannt. Es gab sogar den eigens produzierten Käse, welcher bis nach Wien und Budapest vertrieben wurde. Heute sind die Weiden mit Angus- und ungarischen Steppenrindern besetzt und werden vom Nationalpark sowie privaten Bauern bewirtschaftet.
„Nach dem 2. Weltkrieg hat der Weinbau in Illmitz so richtig eingesetzt, dieser ist bis heute neben dem Tourismus eine tragende Säule der hiesigen Wirtschaft.“, verrät Kroiss und genießt den Ausblick über die Felder.

Mit freundlicher Unterstützung von:
Autor:

Anna Gettinger aus Neusiedl am See

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