14.11.2017, 00:00 Uhr

Hohlnudeln für die Festtage

Kennen Sie das? Das sind Hohlnudeln! Sie werden in Gols hergestellt.

In Gols produziert man (Frau) Hohlnudeln - haben Sie noch nie gehört? Na dann lesen Sie bitte weiter!

GOLS (rr). Hohlnudeln gibt es - glaubt man den Damen im evangelischen Gemeindezentrum in Gols - eigentlich nur in Gols "Vielleicht noch in Ungarn irgendwo", meint Gertrude Renner. Sie ist die "Herrin" über den Teig.
"Das ist ein ganz normaler Nudelteig", verrät sie uns. Früher hat man ein Ei verwendet und 10 Dekagramm Mehl. Wir wiegen die ganzen Eier. Auf 110 Gramm nehmen wir 190 Gramm Mehl. Glattes, noch besser finde ich aber das Universalmehl."

Jede einzelne Handgemacht

Obwohl es sich um einen "ganz normalen" Nudelteig handelt, ist die Hohlnudel als Suppeneinlage doch sehr exklusiv. Ist doch jede einzelne winzige Nudel handgemacht. Und sie werden nicht etwa "nur" geschnitten - der Teig wird hauchdünn ausgewalkt. "Man muss die Zeitung durch lesen können", meint zum Beispiel Helga Riepl, die gemeinsam mit Tochter und den beiden Enkelinnen am Tisch sitzt und Hohlnudeln herstellt.
Danach wird der Nudelteig in winzige Vierecke geschnitten und dann kommen ein kleines Brett mit Rillen und ein Stäbchen zum Einsatz. Gekonnt werden die Teigecken mit dem Stäbchen über das Brett gerollt und bekommen so die typische Form.
"Am besten gehen Mikado-Stäbchen, dann werden die Nudeln schön klein", meint Christine Riepl.
In Gols haben die Hohlnudeln Tradition. "Früher hat es die Nudeln zu Hochzeiten gegeben. Da haben sich alle Frauen der Verwandtschaft getroffen und sie gemeinsam hergestellt", erzählen die Golser Frauen. Auch heute kommen sie noch gerne auf den Tisch. "Wir machen sie auch zuhause", erzählt Christine Riepl. "Sonst würden die Kinder sie ja nicht können." Und die Kinder - Susanne und Isabella - "wutzeln" die Nudeln schon genauso schnell wie die Großen über die Rillen. "Das macht Spaß", sind sie sich einig. "Aber hier ist Teamwork wichtig. Weil alleine dauert alles viel zu lange."

Stationenbetrieb

Im Evangelischen Gemeindezentrum gibt es "Stationenbetrieb". Gertrude Renner macht den Teig, danach wird ausgewalkt, andere Frauen schneiden den hauchdünnen Teig dann in die richtige Form, danach kommen die Quadrate zu den Damen mit den Brettchen und den Stäbchen. 

Adventmarkt

Hergestellt werden die Hohlnudeln im Gemeindezentrum für den Adventmarkt, der am 2. Dezember stattfindet. Wie viele Nudeln in ein Glas gehen, das wissen die Damen nicht so genau. "Aber in etwa die Menge, die man mit zwei Eiern herstellen kann", meinen sie. Eine Frau braucht übrigens einen halben Tag um zwei Eier zu verarbeiten.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.