27.11.2016, 20:51 Uhr

Kleine Helikunde

Christophorus 9
Sie kennen sicherlich die großen gelben Rettungshubschrauber, die es immer so eilig haben. Unterschiedliche Gefühle befallen einen bei ihrem Anblick – oje, da muss wieder etwas passiert sein oder: gut, dass es sie gibt und die Menschen, denen leider etwas passiert ist, schnelle und fachmännische Hilfe bekommen. Zum Glück sind sie vom Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang für kranke und verletzte Menschen da oder bergen Wanderer und Kletterer aus Bergnot.

Wissen Sie aber auch, dass die Helis, die eifrig über unser Burgenland düsen und an den unmöglichsten Plätzen landen, von verschiedenen Stützpunkten kommen und wie man sie erkennt?

Heli ist nämlich nicht Heli, auch wenn sie auf den ersten Blick gleich ausschauen und zur Familie der Eurocopter (135 oder 145) gehören, alle gelb sind und zum Christophorus-Flugrettungsverein des ÖAMTC gehören, wie man auch in großen Buchstaben auf den beiden Vordertüren lesen kann. Darunter steht ihr Rufnahme: Christophorus und eine Ziffer, je nach dem, von welchem Stützpunkt sie kommen, bis auf den Intensivtransporthubschrauber (ITH), dem die Ziffer am üblichen Platz fehlt.

Im Nordburgenland können wir in der Regel mit vier verschiedenen Helis rechnen:

1. Der C 9 aus Wien-Aspern
2. Der C 3 aus Wiener Neustadt
3. Der ITH ebenfalls aus Wiener Neustadt – eigentlich ist er der C 33.
4. Der C 16 aus Oberwart meist dann, wenn er aus dem Norden Patienten aus einem Krankenhaus holt oder welche herbringt

Im Süden ist natürlich der C 16 zu Hause, aber manchmal finden wir auch den C 12 aus Graz.

Die meisten ÖAMTC-Helis tragen seitlich auf den Schiebetüren das rote Kreuz und daneben das grüne Kreuz der Bergrettung. Auch auf der Nasenspitze gibt es in der Regel ein rotes und ein grünes Kreuz, nur der Wiener Heli, der C 9, führt das Wiener Wappen auf der Nase. Bei ihm steht auf den Schiebetüren außerdem „Berufsrettung Stadt Wien“ in weiß, rot und blau, also leicht zu erkennen.

Die niederösterreichischen Einsatzhelis, also auch der C 3 als Wiener Neustädter haben rechts oder links auf dem Hinterteil ein großes viereckiges blaues Pickerl mit einem dicken gelben „N“ angebracht. Als „Bergheli“, der auch Taubergungen durchführen muss, also Menschen außen am Seil aufnehmen und fliegen muss, hat er rechts unten vorne einen Außenspiegel – schließlich gehören Schneeberg, Rax und andere Berge seiner Umgebung auch zu seinem Programm. Der Spiegel fehlt bei den „Flachlandhelis“ C 9 aus Wien und dem Oberwarter C 16, auch der ITH besitzt keinen.

Der C16 schließlich führt die beiden Kreuze auf den Schiebetüren ohne weitere Aufschrift.

Der ITH – Intensivtransporthubschrauber - hat nur ein rotes Kreuz und daneben steht in zwei Reihen in roten Buchstaben: INTENSIV und darunter TRANSPORT. Der ITH ist in medizinischer Hinsicht besonders ausgestattet, fliegt Patienten rund um die Uhr von Krankenhaus zu Krankenhaus und landet nur auf besonders genehmigten Landeplätzen, während die anderen, die sogenannten Einsatzhubschrauber, überall dort landen dürfen, wo man sie gerade braucht. Natürlich können auch sie bei Bedarf Patienten von Krankenhaus zu Krankenhaus fliegen.

Der C 12 hat auch nur die beiden Kreuze und sonst keine besondere Kennzeichnung, man könnte ihn mit dem C 16 verwechseln, aber er gehört zu den „Berghelis“ und trägt daher den Außenspiegel. Das Südburgenland ist zwar weniger mit hohen Bergen gespickt, aber zum Einsatzbereich des C 12 gehören als hauptberuflichem Steirer auch hohe steirische Berge und oft genug gibt es Taubergungen.


Und die komischen Buchstaben auf dem Schwanz und auf dem Bauch?

Die sind das persönliche Kennzeichen des Helis – wie beim Auto, nur dass die Helis kein Nummernschild haben. Also: der OE-XEA ist in Österreich zugelassen (das OE), X bedeutet Hubschrauber, das E und ein V sind die Kennzeichen der Flotte des Christophorus - Flugrettungsvereins und das A – das ist der A-Heli, seine Geschwister heißen B, C, und so weiter – bis Z. Bei der V-Gruppe geht es von vorne wieder los – der 30. und neueste hat den Buchstaben D.

Alles klar?

Wenn das nächste Mal ein gelber Heli bei Ihnen im Tiefflug vorbeikommt, schauen Sie genau hin – vielleicht sehen Sie, welcher es ist. Wenn er allerdings landet, dann ist er im Einsatz – halten Sie bitte Abstand, damit Sie die ohnehin nicht gerade einfache Arbeit der Mannschaft nicht behindern. Die Kennzeichnungen kann man auch von der Ferne gut erkennen! Außerdem können Sie den C 16 beim jährlichen Stützpunktfest in Oberwart ganz genau von der Nähe beäugen.
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