13.10.2016, 00:00 Uhr

Vom Lehrling zum Chef mit Daniel Hickel

Daniel Hickel etwa in seinem dritten Lehrjahr im "Schwarzen Kamel" (Foto: Hickel)

Daniel Hickel hat sich erst spät für eine Lehre entschieden, es aber nie bereut.

FRAUENKIRCHEN. Daniel Hickel ist bis zur siebten Klasse im Gymnasium geblieben. "Dann hat mich die Schule ehrlichgesagt nicht mehr gefreut", erzählt er. "Ich hatte einfach keine Lust mehr und habe geschaut, was ich machen könnte. Wo ich kreativ sein kann, was mir gefallen könnte. Da bin ich auf den Beruf Koch gekommen."

"Hatte keinen Plan"

"Koch hat mich interessiert, aber ich hatte natürlich keinen Plan was das heißt. Angefangen zu lernen habe ich dann im "Schwarzen Kamel" in Wien - übrigens genau wie meine Frau. Sie habe ich dort kennengelernt." Auch sie lernte übrigens den Beruf des Kochs.
Als er die Lehre begonnen hat, war er knapp 18. "Das war eine riesen Umstellung, in der Gastronomie weht einfach ein anderer Wind als in der Schule. Aber ich habe viel gelernt dort, es war eine gute Lehrzeit."

Plan der Selbstständigkeit

Auch nach der Lehre blieben beide in der Gastronomie, überlegten sich auch in Wien eine Selbstständigkeit. "Wir haben uns umgeschaut, aber Wien ist ein schwieriges Pflaster", meint Hickel. "Die Konkurrenz ist groß, man muss meist sehr viel Geld in die Hand nehmen. Wir haben gewusst, wenn es nicht 100% passt, dann machen wir uns nicht selbständig."

Brauhaus Frauenkirchen

Daniel Hickel war mit seinen Eltern oft im Burgenland, auch im Brauhaus in Frauenkirchen. "Irgendwann habe ich Ilona in Wien getroffen und sie hat mich gefragt, ob wir nicht Interesse hätten, das Brauhaus zu übernehmen." Daniel Hickel und seine Frau überlegten lange und gründlich. Und entschieden sich schließlich dafür. "Schließlich sind wir nach Frauenkirchen übersiedelt und haben Saisonanfang 2015 das Lokal übernommen."

Nie bereut

Er hat es auch nie bereut den Beruf Koch erlernt zu haben. "Es ist immer interessant mit Leuten zu arbeiten, auch wenn meine Frau mehr draußen bei den Kunden ist als ich. Ich bin doch viel in der Küche - aber die Gastronomie ist eine andere Welt, die ich sehr mag. Koch ist einfach ein schöner Beruf, weil man aus Produkten der Region etwas machen, sie noch besser machen kann. Ein großer Pluspunkt im Burgenland ist natürlich auch, dass man jeden Lieferanten persönlich kennt. Das gibt es so in Wien nicht."

Lehrling muss passen

Derzeit haben die Hickels einen Lehrling im Service. "Er war im Pannoneum in Neusiedl und hat sein Praktikum bei uns gemacht. Dann wollte er umsatteln und den Beruf Kellner von der Pieke auf lernen. Bei ihm hat es einfach gepasst. Wir nehmen gerne Lehrlinge auf, aber nur, wenn wirklich alles zusammenpasst. Sowohl für den jungen Menschen als auch für uns."
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