31.10.2016, 07:45 Uhr

Die Möve "Mitsi"

Ich nannte sie *Mitsi* die Möve am Strand von Kalives in Westkreta. Eines Tages am Nachmittag spazierte sie am Strand entlang und hielt Ausschau nach einem Plätzchen auf einer der Strandliegen. Doch immer wieder wurde sie von den Badegästen verscheucht. Nach einigen vergeblichen Versuchen gab sie auf, lief den Stand entlang, breite ihre Flügel aus und zog einen weiten Bogen über die Bucht und verschwand am Horizont.
Es war Mittagszeit, wir saßen bei Manolis in der Taverne, hatten Fisch vom Rost und einen Krug kühlen Wein bestellt. Da schlug jemand mit der Gabel auf den Teller, vermutlich ein ungeduldiger Gast. Ich erblickte Manolis, seine langen schwarzen Haare flogen im Wind. Er war es der ausgelassen lachte und immer wieder auf den Teller schlug. Mitsi spazierte über die Straße angelockt von dem Geklapper. Sie kam an Manolis Tisch und er warf ihr kleine Fischstücke zu, diese schnappte sie sich und lief davon. Dieses Ritual wiederholte sich einige Male bis Mitsi satt war, ihre Flügel ausbreitete und hinaus aufs weite Meer flog.
Manolis verriet uns, er hätte jeden Tag eine "Verabredung" mit Mitsi, der dunkelhaarige Grieche und die Möve.

Mit ein wenig Fantasie könnte sich diese Begebenheit auch am Neusiedler See zugetragen haben.
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