Corona-Tests mit falsch-positiven Ergebnissen verursachen Maßnahmen ohne Evidenz

Der Test zur Entdeckung aktiver Infektionen wurde im Schnellverfahren über ein Wochenende entwickelt und nie amtlich validiert und freigegeben. Das größte Problem entsteht bei niedriger Durchseuchung, wie wir sie derzeit haben. Denn je weniger infizierte Personen es tatsächlich gibt, desto höher ist der Anteil falsch-positive Ergebnisse, völlig egal wie gut der Test ist. Also es werden Personen als infiziert bezeichnet, obwohl sie es gar nicht sind.

Kein Testergebnis ist absolut und das gilt insbesondere für PCR Tests. Wir haben gesehen, dass bisher nie mehr als etwa 10% der Tests positiv ausgefallen sind. Wenn wir von einer perfekten Sensitivität ausgehen, also jeder SARS-CoV-2 positive wird zu 100% erkannt, und einer Spezifität von 99%, das heißt von 100 getesteten sind 99 negativ, dann beträgt bei einer Durchseuchung von 10% die Wahrscheinlichkeit, dass ein positiv getesteter auch wirklich infiziert ist 92%. Das heißt, dass trotz dieser hervorragenden Werte fast jeder zehnte Fall falsch-positiv getestet wird. Bei einer Durchseuchung von 1% ist es aber schon jeder Zweite.

Bei einer niedrigeren Spezifität erhöhen sich die falsch-positiven aber nochmal drastisch um bei 90% auch bei 10%iger Durchseuchung nur mehr die Hälfte richtig anzuzeigen und bei 1%iger Durchseuchung sind bereits Neun von Zehn falsch-positiv. Beträgt die Durchseuchung 0%, also gibt es gar keine Infizierten mehr, so sind alle positiven Ergebnisse logischerweise falsch-positiv.

Das Problem dabei ist, dass jeder einzelne falsch-positive Test weitreichende Konsequenzen hat, wie Freiheitsentzug, Quarantäne, im Fall von Oberösterreich völlig unsinnige Schulschließungen oder zum Shutdown eines ganzen Landes führen kann. Es gab vielfach Hinweise schon aus China dafür, dass der Test ungenau ist und die Sensitivität eben nicht einmal 99%, sondern weniger beträgt. Im Bereich der Durchseuchung von höchstens 1% oder noch deutlich weniger bewegen wir uns seit spätestens Mitte April.

Untersuchungen zur Qualität der Tests

Der derzeit landauf-landab verwendete Test wurde in einem Ringversuch von INSTAND e.V., Gesellschaft zur Förderung der Qualitätssicherung in medizinischen Laboratorien, bei allen deutschen Laboren untersucht. Die Ergebnisse wurden am 2. Mai veröffentlicht. Im Rahmen des Versuchs wurden die Spezifität für drei verschiedene Testszenarien festgestellt.

Dabei ergab sich bei Proben ohne Virus eine Spezifität von 98,6% oder 1,4% falsch-positiver Ergebnisse. Waren die Proben mit dem Coronavirus HcoV OC43 versetzt, so betrug die Spezifität 97,8% oder 2,2% falsch-positive und bei Proben mit vom Coronavirus HcoV 229E infizierten Zellen sank die Sensitivität auf 92,4% bzw 7,6% falsch-positive.

Beispielrechnung im Deutschen Ärzteblatt

Auch das Deutsche Ärzteblatt warnt vor erschreckend hohen falsch-positiven Ergebnissen. Inn einem Beispiel mit der relativ hohen Durchseuchung von 3% und einer Spezifität von 95% kommt man auf 70% falsch-positive. und folgert "70 % der als positiv getesteten Personen sind gar nicht positiv, ihnen wird aber Quarantäne verordnet." Die Summe aller Personen mit negativem Testergebnis ist in dem Beispiel hingegen mit 99% richtigen sehr gut abgebildet.

Auch der deutsche Top-Virologe Hendrik Streek bezeichnet Massentests im FAZ Podcast als teuer und nicht zielführend. Auch er sieht die Gefahr der falsch-positiven Ergebnisse.

Negativ-Beispiele von Maßnahmen wegen falscher Zahlen

Beispiele für sinnlose Aktionen aufgrund von fehlender Evidenz gibt es mittlerweile genug. Erst gestern wurden wegen einiger Testergebnisse bei Kindern Schulschließungen in fünf Bezirken Oberösterreichs angeordnet. Unverständlich warum man zu so drastischen Maßnahmen greift ohne zum Beispiel zweite Proben bei angeblich infizierten Kindern zu nehmen, wie das etwa bei Dopingtests völlig selbstverständlich ist.

An den Maßnahmen gibt es endlich auch Kritik von seiten der Politik und Organisationen. NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker meint, die Reaktion sei, einfach wieder ohne jede Evidenz Schulen und Kindergärten zu schließen, obwohl die Infektionen nicht in Schulen passiert seien, sondern bei religiösen Veranstaltungen, bei denen die Vorsichtsmaßnahmen nicht eingehalten worden seien. Die Kinderfreunde kritisieren, dass es wieder einmal die Kinder seien, die die Maßnahmen ausbaden müssten.

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