Schwurgericht
Zweifach-Mörder bekam noch einmal lebenslang

Verteidiger Arbacher-Stöger mit seinem Mandanten.
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In Krems tagte ein Schwurgericht unter Vorsitz von Richter Gerhard Wittmann. Auf der Anklagebank saß der 36-jährige, gebürtige Kärntner Johannes Ortner. Staatsanwältin Anna Weißenböck warf ihm versuchten Mord an einem Mithäftling in der Justizanstalt Stein vor. Sie legte in ihrem Vortrag das bisherige Leben des Zweifachmörders Johannes Ortner offen und forderte eine Verurteilung im Sinne der Anklage.

Kein schlanker Fuß

Verteidiger Manfred Arbacher-Stöger wies die Geschworenen zu Beginn darauf hin, „dass das Vorleben seines Mandanten sicher keinen schlanken Fuß mache, dies jedoch in ihrer Beurteilung keine Berücksichtigung finden dürfe. Es zählt nur, was an diesem Tag, dem 14. 11. 2019, geschah. Mein Mandant bekennt sich der schweren Körperverletzung schuldig, nicht des versuchten Mordes. Er wird heute nicht aussagen. Er wurde so schwer sediert, dass er ohnehin nur Blödsinn redet“.

Freundin getötet

Die Vorgeschichte: Der Beschuldigte war in seiner Jugend sportlich, sogar in der Mountainbike-Nationalmannschaft aktiv. Er ging eine Beziehung ein, das Paar lebte mit zwei Kindern zusammen. Dann begann der Absturz. Drogen- und Alkoholprobleme. Streitigkeiten waren die Folge. Schließlich wollte ihn die Freundin verlassen. Er erschlug sie im Jahr 2011 mit einem Beil. Damals sagte Ortner bei der Einvernahme, „wenn das Blut spritzt, macht mich das richtig geil“. Für diesen Mord wurde er zu 18 Jahren Haft verurteilt.

Mithäftling ermordet

2018 ermordete er in der Haft einen Mitgefangenen, der ihm laut eigenen Angaben von Anfang an unsympathisch gewesen sei. Dafür bekam er lebenslang sowie eine Einweisung für abnorme Rechtsbrecher.
Seitdem war Johannes Ortner in der Justizanstalt Stein im Maßnahmenvollzug in Verwahrung. Am 14. November 2019 ersuchte er die Justizbeamten im Rahmen der ihm zustehenden Sozialkontakte um Besuch eines Mithäftlings, der sich wegen Kinderpornografie ebenfalls im Maßnahmenvollzug befand. Dies wurde gestattet.

Hinterhältig

Ortner bereitete in seiner Zelle einen Sessel für seinen Besucher vor. Als dieser kam, bat er ihn Platz zu nehmen und bot ihm Kaffee und schließlich eine Nackenmassage an. Der Besucher stimmte zu. Ortner stand hinter dem Besucher, zog ein selbst gebasteltes Messer aus der Tasche und fügte dem Ahnungslosen eine 20 Zentimeter lange und sieben Millimeter tiefe Schnittwunde quer über den unteren Halsansatz zu. Als er zu einem zweiten Schnitt ansetzte, setzte sich der Betroffene zur Wehr, stieß den Angreifer weg und flüchtete zur Zellentür, um den Alarmknopf zu betätigen. Auf dem Weg dorthin schlug ihm Ortner noch mehrmals mit einem Bilderrahmen auf den Kopf. Glücklicherweise hielten sich Justizbeamte in der Nähe der Zelle auf, retteten den Verletzten und führten eine Erstversorgung durch.
Im ärztlichen Gutachten wurde festgestellt, dass das Opfer nur deshalb überlebte, da der Aggressor den Schnitt sehr tief am Hals angesetzt hatte und die Halsschlagader nicht erwischte.
Im Schlussplädoyer wies der Anwalt des Angeklagten darauf hin, dass sein Mandant, wie seine Vorgeschichte zeige, wisse, wie man jemanden töte. „Den Mann zu töten war nicht seine Absicht, er wollte ihn nur verletzen und ich fordere eine Strafe wegen vorsätzlicher Körperverletzung.“
Dieser Meinung schlossen sich die Geschworenen nach einstündiger Beratung nicht an und verurteilten Ortner mit 8 zu 0 Stimmen für versuchten Mord zu lebenslanger Haft und der Einweisung in eine Anstalt für abnorme Rechtsbrecher. Rechtskräftig. -Kurt Berger

Verteidiger Arbacher-Stöger mit seinem Mandanten.
Der Doppelmörder vor Gericht.

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