Europa und USA von Corona wesentlich stärker betroffen als der Rest der Welt

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Wir haben schon gesehen, dass partout die Länder mit sehr hoher Bevölkerungsdichte und der größten Population an Fledermäusen am wenigsten von Infektionen und Todesfällen betroffen sind. Umgekehrt sind die reichsten Länder nämlich Europa und die USA am stärksten betroffen, insbesondere auch von den Todesfällen.

Das ist sehr eindrucksvoll der Grafik zu entnehmen, die Bertram Burian aus den Daten zusammengestellt hat, die an die WHO als „mit Covid-19 verstorben“ gemeldet wurden. Zwecks Vergleichbarkeit sind sie bezogen auf eine Million Einwohner, mit den Einwohnerzahlen laut Weltbank.

Die hohen Balken in blau sind die kumulierten Sterblichkeiten der in der Euromomo versammelten Länder sowie der USA. Rötlich und ganz klein der Rest der Welt.

Südostasien und Afrika nur wenig betroffen

Insbesondere Südostasien und Afrika sind sehr wenig betroffen. Und das obwohl insbesondere in Südostasien viele Länder auf einen allgemeinen Lockdown zugunsten gezielter und daher effektiverer Maßnahmen verzichtet haben. Der wirtschaftliche und gesundheitliche Kollateralschaden fällt dadurch weit geringer aus, als bei den Ländern mit generellem Lockdown.

Ohne Lockdown sind zum Beispiel ausgekommen Kambodscha (0 Todesfälle), China abgesehen von Wuhan samt der zugehörigen Provinz Hubei (3 Todesfälle pro Million), Japan (8), Südkorea (6) oder Hongkong (2). Vietnam, Laos und die Mongolei blieben ebenso wie Kambodscha ohne Todesfälle. Sehr niedrige Zahlen haben auch Malaysia (4), Indonesien (17), Thailand (0,8), Brunei (7), Philippinen (18) und Myanmar (0,1).

Auch in Afrika sind die Zahlen der Infektionen und Todesfälle sehr gering. Länder wie Eritrea, Uganda, Burundi, Ruanda, Mozambique, Tansania verzeichnen jeweils weniger als einen Todesfall pro Million Einwohner.

Diese extrem ungleiche Verteilung ist auch auf der Grafik im WHO Dashboard mit den kumulierten Sterbefällen erkennbar, wobei aber die WHO Nord- und Südamerika zusammenfasst - zweites Bild unten.

Vermutliche Gründe

Die Frage nach den Gründen dieser sehr ungleichen Verteilung ist nicht so einfach zu beantworten. Am Alter kann es nicht liegen, denn sonst hätte Japan als das Land mit der ältesten Bevölkerung nicht nur 8 Tote pro Million Einwohnern. In Japan sind 29% der Menschen über 65 Jahre, 2,3 Millionen sind zwischen 90 und 100 und über 100 sind auch noch 73.000. So alt wird man nur, wenn man gesund lebt und kein Junk Food isst. Vor allem die älteren essen noch sehr traditionell mit viel Gemüse, Fisch und Reis, sowie sehr häufig fermentierte Saucen.

In Vietnam, Kambodscha, Laos und Myanmar haben Forscher von mittlerweile 100 SARS-ähnliche Coronaviren entdeckt, die Menschen infizieren können und dies möglicherweise auch tun. Jeremy Farrar, der Leiter des Wellcome Trustund ehemaliger Professor für Tropenmedizin vermutet, dass entweder SARS-Cov-2 oder ähnliches bei den Menschen in Teilen Südostasiens und Südchinas wahrscheinlich seit vielen Jahren im Umlauf ist. Dr. Farrar arbeitete 18 Jahre in Vietnam als Leiter einer Forschungseinheit der Universität Oxford. John Bell, Professor für Medizin an der Universität von Oxford, sagt, dass die Bevölkerung nicht so immunologisch „naiv“ ist, wie angenommen wurde. Die Verbreitung anderer SARS-ähnlicher Viren hätte eine allgemeine Immunität verleihen können.

Afrika und Vitamin D

Das ist in Afrika wohl eher nicht der Fall, zumindest ist bisher nichts über grassierende Coronaviren bekannt geworden, obwohl es in der Republik Kongo im September 2019 zumindest einen dokumentierten Fall mit genau den klinischen Covid-19 Symptomen gab.

Eine Rolle könnte ein höherer Vitamin D Spiegel spielen, das Vitamin, oder genauer das Hormon, das für das Funktionieren des Immunsystems notwendig ist. Es wird von der Sonne gebildet, was in den Ländern südlich des 35 Breitengrades zuverlässig und ausreichend passiert.

Ohne eine Immunisierung durch Infektionen mit anderen Coronaviren, wie das bei Kindernbekanntlich sehr gut funktioniert, oder durch eine Impfung bleibt nur das Immunsystem aus eigener Kraft übrig um die Viren zu vernichten. Und das tut es offenbar bei der überwiegenden Mehrzahl der Menschen auf der Welt.

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