(N)Ökostrom: Niederösterreich baut Windpark in Schweden

Stephan Pernkopf mit Vertretern der Ökoenergie Wolkersdorf und Bürgermeisterin Ewa Lindstrand in Ljustorp. Dieser unbewohnte Bergrücken am Meer bietet optimale Bedingungen für 62 Windturbinen, die 200.000 Haushalte mit Ökostrom versorgen werden.
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  • Stephan Pernkopf mit Vertretern der Ökoenergie Wolkersdorf und Bürgermeisterin Ewa Lindstrand in Ljustorp. Dieser unbewohnte Bergrücken am Meer bietet optimale Bedingungen für 62 Windturbinen, die 200.000 Haushalte mit Ökostrom versorgen werden.
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  • hochgeladen von Martin Rainer

Wenn der Österreicher an Schweden denkt, dann oft mit großer Bewunderung. Die Skandinavier gelten als Musterland im Sozialbereich, bei Bildung und Umweltstandards. Jüngst gab Schweden bekannt, beim Heizen bis 2020 völlig auf fossile Energien verzichten zu wollen. Bis 2030 soll auch der Verkehr ohne Erdöl ablaufen.

Hohe Ziele in der Theorie

Bei einer Reise nach Schweden konnte sich eine Delegation aus Niederösterreich ein Bild von der jetzigen Situation am bottnischen Meerbusen machen. Und dabei stellte sich heraus, dass Niederösterreich im Vergleich zu Schweden in Energiebelangen sogar weit voraus ist.

Während Schweden den Ausstieg aus Ölheizungen bislang nur als Vorhaben bekanntgab, hat Niederösterreich deren Neuerrichtung bereits ab 2019 verboten. Und beim Ökostrom ist Niederösterreich ebenfalls eine Nasenlänge voraus. Aktuell produziert Niederösterreich 108 Prozent seines Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen. In Schweden sind es nur 57 Prozent. Der Rest kommt aus Atomstrom. Und obwohl 1979 in einem Referendum der Atomausstieg Schwedens bis 2010 beschlossen wurde, laufen die Meiler geplant bis 2050 weiter. In Niederösterreich ging Zwentendorf nie in Betrieb und ist inzwischen ein Solarkraftwerk.

Lachs bitte warten

Auch bei Umweltmaßnahmen setzt Niederösterreich weitaus mehr Maßnahmen um als Schweden. Während etwa in Niederösterreich Dutzende Projekte mit Fischaufstiegshilfen bereits fertig sind und bis 2021 alle Flüsse durchgängig für Fische sein sollen, setzt Schweden die EU-Wasserrahmenrichtlinie bislang fast gar nicht um.

62 NÖ-Windräder im Norden

Know-how von Öko-Pionieren aus Niederösterreich soll nun die schwedische Energiebilanz etwas verbessern. Die Ökoenergie-Wolkersdorf, ein heimischer Vorreiter in der Windkraft, arbeitet seit sieben Jahren an einem Windkraftprojekt in Mittelschweden. Beim Projekt "Stor-Skalsjön" sollen nun 62 Windturbinen auf einem unbewohnten Hügelzug am Meer errichtet werden. Seit Kurzem liegen alle Genehmigungen dafür vor, nun soll mit Investoren an die Umsetzung gegangen werden. Das Projekt der Weinviertler soll 240 Megawatt nachhaltigen Strom erzeugen, genug für etwa 200.000 Haushalte.

Durchwachsene Öko-Bilanz

Am Ende der Reise zog Umweltlandesrat Stephan Pernkopf Bilanz: "Was ich aus Schweden mitnehme, sind positive und ernüchternde Eindrücke. Etwa dass der Ausstieg aus Ölheizungen bis 2020 auf dem Papier festgeschrieben wurde, bislang aber noch keiner weiß, wie das umgesetzt werden soll. Positiv ist mir aber auch vieles aufgefallen. Etwa dass Schweden führend in der Erforschung von Biotreibstoff ist. Oder dass hier im Winter Schnee gesammelt wird, um im Sommer Krankenhäuser zu kühlen. Das könnte in manchen Regionen Niederösterreichs auch funktionieren."

Vertrag zur Zusammenarbeit

Pernkopf unterzeichnete mit dem Gouverneur der mittelschwedischen Region Västernorrland einen Vertrag zur Kooperation in Energiefragen. Bei einem Gegenbesuch schwedischer Abgeordneter soll nun die Zusammenarbeit verstärkt werden.

Stephan Pernkopf mit Vertretern der Ökoenergie Wolkersdorf und Bürgermeisterin Ewa Lindstrand in Ljustorp. Dieser unbewohnte Bergrücken am Meer bietet optimale Bedingungen für 62 Windturbinen, die 200.000 Haushalte mit Ökostrom versorgen werden.
Bei einem Treffen mit Gouverneur Gunnar Holmgren unterzeichnete Pernkopf eine Vereinbarung zur Energie- Zusammenarbeit.
Autor:

Oswald Hicker aus Niederösterreich

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