Die kranken Riesen sterben in der Krise
"Small is beautiful"

NIEDERÖSTERREICH. Es darf nicht umsonst gewesen sein. Wir dürfen uns nicht monatelang selbst daheim eingesperrt, unsere Wirtschaft schwer geschädigt und Milliarden an neuen Schulden gemacht haben, ohne Lehren daraus zu ziehen.

Wie der Wiederaufbau nach der Corona-Krise ausschauen kann, skizziert Landesvize Stephan Pernkopf im Interview. Unser Land ist deswegen gut durch die Krise gekommen, weil wir uns einerseits modernisiert haben, aber andererseits standhaft gegen falsche Trends behauptet haben. Jahrelang galt Zusperren und Zentralisieren als das Credo des Freien Marktes. Das galt für kleine Bauern, Schlüsselproduktionen in der Wirtschaft genau so wie fürs Gesundheitssystem. Kleine Strukturen seien weniger effizient, hieß es. Darum werden Medikamente heute in Fernost produziert, es ist billiger Getreide aus Übersee zu importieren als es bei uns anzubauen und riesige Zentralkliniken sind billiger in der Erhaltung als viele kleine.
Was übersehen wurde ist die Resilienz. Die Widerstandskraft gegen Krisen. Unsere kleinteilige Struktur bei Wirtschaft, Landwirtschaft und Gesundheitssystem hat der schwersten Krise seit dem zweiten Weltkrieg standgehalten.

„Small is beautiful" (klein ist schön) war der Leitsatz des österreichischen Philosophen Leopold Kohr.

Der Vordenker hat die Idee der ökosozialen Marktwirtschaft maßgeblich beeinflusst. Sein Credo war: Dezentralisierung auf eine Größe, in der Funktion noch möglich ist, aber gleichzeitig den Mitgliedern eine Überschaubarkeit erlaubt. So sagte er bereits in den Siebziger Jahren den Zusammenbruch der Sovietunion voraus. Er behielt recht.
Und auch die Geschichte zeigt uns: Immer wenn Systeme zu zentral, zu komplex, zu bürokratisch wurden, sind sie kollabiert. Von den alten Römern bis heute. Wenn Europa eine Chance haben will, dann muss der Wiederaufbau wieder ein gesundes Maß an Dezentralisierung fördern.

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