"Soko Glücksspiel" – Einarmige Banditen im Visier

Die Teams der "Soko Glücksspiel" bestehen aus je drei Finanzpolizisten, zwei Sachverständigen der Bezirkshauptmannschaften und mindestens zwei Polizisten.
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  • Die Teams der "Soko Glücksspiel" bestehen aus je drei Finanzpolizisten, zwei Sachverständigen der Bezirkshauptmannschaften und mindestens zwei Polizisten.
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  • hochgeladen von Martin Rainer

NÖ. Illegale Spielhöllen, aggressive Bewacher und gefährliche Reizgasbomben, die bei Kontrollen hochgehen. Betreiber von einarmigen Banditen in Niederösterreich greifen zu immer härteren Mitteln. Die Behörden machen nun ernst im Kampf gegen die Spiel-Mafia.

In Baden, St. Pölten, Horn und Tulln wurden nun schnelle Eingreiftruppen geschaffen. Die Teams der "Soko Glücksspiel" bestehen aus je drei Finanzpolizisten, zwei Sachverständigen der Bezirkshauptmannschaften und mindestens zwei Polizisten.

Spiel-Mafia rüstet auf

Am Freitag gab Landesrat Karl Wilfing die Gründung der neuen Truppe bekannt: "Wir können gleichzeitig bis zu 24 Kontrollen durchführen. Das ist wichtig, weil die Betreiber vernetzt sind und sich binnen Minuten warnen."

"Wer gegen das illegale Glücksspiel vorgeht, geht gegen organisierte Kriminalität vor." – Landespolizeichef Kogler

Tatsächlich haben die Automatenaufsteller aufgerüstet. Heerscharen von Topanwälten zögerten bislang Verfahren jahrelang hinaus. Strafbescheide konnten nicht zugestellt werden, da es die betroffenen Firmen binnen Stunden nicht mehr gab und ein anderer Betreiber eingetragen war. Das ist nun anders. Bei den geplanten Razzien können die Beamten

Schließungsbescheide sofort an Ort und Stelle ausstellen und die illegale Spielhalle dicht machen. Landespolizeichef Konrad Kogler erklärt, warum das Thema so ernst genommen wird: "Wer gegen das illegale Glücksspiel vorgeht, geht gegen organisierte Kriminalität vor. Und es gibt immer Formen der Begleitkriminalität. Viele Menschen, die Spielschulden haben, begehen Einbrüche, Diebstähle und Raubüberfälle."

1875 legale Automaten in Niederösterreich

Landesrat Karl Wilfing: "Uns ist wichtig, dass Glücksspiel in kontrolliertem Rahmen stattfindet. Derzeit gibt es zwei legale Anbieter in Niederösterreich: Admiral mit 1665 und Amatic mit 210 Automaten. Die müssen strenge Auflagen erfüllen. Die Salons müssen 100 Meter von Schulen, Kindergärten und Jugendheimen entfernt sein. Alle Automaten müssen mit dem Bundesrechenzentrum vernetzt sein und Terminals sind nur mit Spielerkarten benutzbar, die eine Ausweiskontrolle erfordern. Die Lizenzinhaber müssen mit Suchtkliniken kooperieren und Mitarbeiter schulen lassen."

"Wer irgendwo ein oder zwei Spielautomaten in einem Gasthaus sieht, weiß sofort: Die Geräte sind illegal." – Landesrat Wilfing

Automaten weg aus Gasthaus

Pro Spiel gilt in Niederösterreich ein Höchsteinsatz von 10 Euro und ein Höchstgewinn von 10.000 Euro. Auto-Starttasten sind verboten, nach zwei Stunden Spieldauer muss eine Pause von fünf Minuten eingehalten werden. In jedem Spielsalon müssen mindestens zehn Automaten vorhanden sein, höchstens dürfen es 50 Geräte sein. Wilfing: "Wir wollen das Glücksspiel weg aus der Gastronomie bekommen. Wer irgendwo ein oder zwei Spielautomaten in einem Gasthaus sieht, weiß sofort: Die Geräte sind illegal und man kann Anzeige erstatten."

Die Teams der "Soko Glücksspiel" bestehen aus je drei Finanzpolizisten, zwei Sachverständigen der Bezirkshauptmannschaften und mindestens zwei Polizisten.
Am Freitag gab Landesrat Karl Wilfing die Gründung der neuen Truppe bekannt: "Wir können gleichzeitig bis zu 24 Kontrollen durchführen. Das ist wichtig, weil die Betreiber vernetzt sind und sich binnen Minuten warnen."

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