Vergleich zwischen Israel und Schweden – Auswirkung von Lockdowns

Österreichs Regierung hat ja angeblich auf Empfehlung von Israels Premier Benjamin Netanjahu an den Bundeskanzler Sebastian Kurz Mitte März den Lockdown verhängt. Mittlerweile ist ein halbes Jahr vergangen und die Auswirkungen der Lockdowns können langsam beurteilt werden. Interessant ist insbesondere auch eine Analyse der Maßnahmen von  Israel, das ja durch ganz besondere Strenge der Durchführung aufgefallen ist – inklusive Überwachung der Einwohner durch den Geheimdienst.

Dagegen steht Schweden, das auf Erklärung und Eigenverantwortung gesetzt hat. Bekanntlich blieben Geschäfte, Restaurants, Bars, Strände und Schulen offen. Es wurden aber einige schwerwiegende Fehler mit Alters- und Pflegeheimen gemacht, so wie so ziemlich alle anderen, die höhere Sterblichkeitsraten pro Million Einwohnern haben.

Israel hat es dagegen geschafft durch rigorose Einschränkungen der Grundrechte und der Bewegungsfreiheit die Fallzahlen rasch zu senken und auch die Sterblichkeit gering zu halten. Im Sommer wurden von einigen Wissenschaftlern und zuletzt in einem offenem Brief von 90 Medizinern gefordert, den schwedischen Weg zu gehen und jungen und ungefährdeten Menschen ein offenes Leben und das Erreichen von Immunität zu ermöglichen. Das geschah nicht, die Maßnahmen wurden neuerlich verschärft und mittlerweile gibt es stark wachsende Infektionszahlen vor allem im arabischen Teil der Bevölkerung und bei den Orthodoxen.

In Schweden dagegen sind die bestätigten Fälle pro Million Einwohner seit etwa Mitte April trotz verstärkter Testungen zurück gegangen und bleiben weiterhin niedrig, obwohl natürlich die klimatischen Verhältnisse in Schweden weit ungünstiger sind als in Israel. In Israel sind dagegen die Infektionen nach einem kurzen Rückgang ungeachtet der einschneidenden Maßnahmen ab Mittel April wieder deutlich gestiegen.

Negative Langfrist-Folgen

Eine eingeschränkte Konzentration auf Fallzahlen und Todesfälle mit oder an Corona greift aber hier und generell zu kurz. Wahrscheinlich werden wir erst nächstes Jahr, wenn die nächste Saison der Atemwegs- und Lungeninfektionen zu Ende geht, abschätzen können wie die Bilanz aussieht. Viele der verschobenen Untersuchungen und Operationen bei anderen Erkrankungen werden sich in ihren Folgen von verfrühten und zusätzlichen Todesfällen und schweren Erkrankungen erst im Laufe des nächsten Jahres zeigen.

Die wirtschaftlichen Folgen zeichnen sich schon in Umrissen ab – so hat Schweden im ersten Halbjahr einen nur halb so starken Rückgang der Kennziffern wie der Durchschnitt in der EU. Die großen wirtschaftlichen Probleme kommen für die anderen Länder aber erst, wenn Klein- und Mittelbetriebe in Konkurs gehen werden und die Tourismusbranche ohne Kunden bleiben wird. Auch Konzerne werden die Gelegenheit nutzen um Mitarbeiter abzubauen. Und das alles wird nicht nur wirtschaftliche, sondern auch massive negative gesundheitliche Folgen haben.

Wirkungslose Lockdowns

Israels Lockdown war einer der striktesten und konnte deshalb Infektionen verschieben, die nun offenbar nachgeholt werden. Der Rückgang der Infektionen im Frühjahr ist aber offenbar nicht auf den Lockdown selbst, sondern auf die übliche Saisonalität der Atemwegserkrankungen zurückzuführen. Mit dem neuerlichen Lockdown nimmt die israelische Regierung weitere massive Kollateralschäden in Kauf.

In Lateinamerika gibt es aber noch länger dauernde und noch striktere Lockdowns. In Argentinien dauert er mittlerweile bereits 200 Tage bei kontinuierlich steigenden Todeszahlen. Ähnlich in Peru. In beiden Ländern wurden der Bevölkerung Freiheit und Grundrechte genommen und die Demokratie durch eine Diktatur ersetzt. Peru hat mit mittlerweile bei 989 Todesfällen pro Million Einwohner trotz vom Militär kontrolliertem Lockdown einen traurigen Negativrekord aufgestellt.

Ganz anders dagegen Urugay, das auf wissenschaftlicher Basis ebenso wie Schweden vorgegangen ist und mit gerade einmal 14 Todesfällen pro Million Einwohnern Schlusslicht in Südamerika ist und auch weltweit hervorragend abschneidet. Und wichtig: Demokratie, persönliche Freiheit und Grundrechte blieben weitgehend erhalten.

WHO warnt nun vor psychischen Auswirkungen

Wovor Kritiker von Lockdowns und überschießender Maßnahmen immer gewarnt haben, scheint nun langsam auch bei der WHO anzukommen. Die Psyche sei ein „vergessener Aspekt von Covid-19“, sagte die WHO-Direktorin für psychische Gesundheit, Devora Kestel, bei einer virtuellen Pressekonferenz. „Die Trauer um gestorbene Corona-Opfer, Vereinsamung, Einkommensverluste und Angst lösen psychische Erkrankungen aus oder verschlimmern bereits bestehende Erkrankungen“. Viele Menschen reagierten auf ihre Probleme mit „erhöhtem Alkohol- und Drogenkonsum, Schlaflosigkeit und Angstzuständen“.

Dass auch Arbeitslosigkeit und die verantwortungslosen Angstparolen mancher Virologen und Politiker zu massiven gesundheitlichen Kollateralschäden geführt haben und noch längere führen werden, lässt die WHO aber noch immer unerwähnt.

Letalität wie bei saisonaler Grippe

Dass die Letalität doch erheblich geringer sein dürfte, als bisher in den Angstparolen verbreitet, scheint auch für die WHO nun erkennbar. „Unsere derzeit besten Schätzungen ergeben, dass etwa zehn Prozent der Weltbevölkerung bereits mit diesem Virus infiziert gewesen sein könnten“, sagte WHO-Experte Mike Ryan gestern in Genf.

Damit ergibt sich natürlich ein anderer Nenner für die Berechnung der Letalität (IFR). Bei derezeit 1,044 Millionen Todesfällen weltweit und 780 Millionen Infizierten ergibt sich eine IFR von 0,13 Prozent was im Bereich einer durchschnittlichen Grippe liegt.

Und bei einer normalen, saisonalen Grippe gibt es weder Lockdowns noch Maskenpflicht noch Massentestungen.

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