Arbeitsmarkt in Corona-Krise
50.000 Anrufe pro Tag: AMS NÖ kommt ans Limit

AMS Landesgeschäftsführer Sven Hergovich
  • AMS Landesgeschäftsführer Sven Hergovich
  • Foto: AMS/Petra Spiola
  • hochgeladen von Christian Trinkl

Das Arbeitsmarktservice ist in diesen Wochen wohl besonders gefordert. Wie ist die Lage?
SVEN HERGOVICH:
Wir haben all unsere Ressourcen gebündelt, um unsere Kerndienstleistungen sicherzustellen. Vorher war bei uns eine Mitarbeiterin für Kurzarbeit zuständig, mittlerweile machen 150 nichts anderes als Kurzarbeitsanträge zu bearbeiten. Wir haben außerdem alle Services auf Online und Telefon umgestellt. Und noch eine Zahl, die zeigt, was das heißt: Statt 3.000 Anrufen haben wir letzte Woche 50.000 Anrufe pro Tag gehabt.

Also ein wahrer Ansturm.
Wir sind in diesen Zeiten der größte Existenzsicherer Niederösterreichs. Und der Einsatzwille meiner Mitarbeiter ist beeindruckend, viele sind etwa freiwillig aus dem Urlaub zurückgekommen. Wir tun wirklich alles, um so schnell wie möglich zu arbeiten.

Wie lange brauchen Sie denn für einen Kurzarbeitsantrag?
Wir haben um ein Vielfaches mehr Anträge als bei der letzten Wirtschafts- und Finanzkrise. Wichtig ist mir: Es fällt niemand um sein Geld um. Auch wenn es seine Zeit zur soliden Prüfung dauert.

Was können Betriebe selbst dazu beitragen, dass es schneller geht?
Ganz wichtig sind hier zwei Punkte. Zum einen sollte der Antrag so vollständig wie möglich sein, etwa gleich mit dem Einverständnis der Sozialpartner. In Einzelfällen brauchen wir 40 Mails, bis alle Unterlagen da sind, das frisst natürlich Ressourcen. Zum anderen: Sie müssen nicht nachfragen, wir kümmern uns. Jede Nachfrage egal ob per Mail oder Telefon braucht wieder Zeit, die uns fehlt.

Wie reagieren die Menschen, die ihren Job gerade verlieren?
Meine Mitarbeiter bekommen die ganze Palette an Emotionen ab. Das ist auch verständlich. Es gibt große Not und Sorgen.

Schauen wir nach vorne: Wird die Wirtschaft wieder durchstarten oder bleibt was zurück?
Die Auswirkungen am NÖ Arbeitsmarkt werden wir länger spüren. Direkt nach der Krise wird die Arbeitslosigkeit zwar stark sinken, sie wird aber nicht auf das Vorkrisen-Niveau zurückgehen.

Das Gespräch führte Christian Trinkl

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