120 Sekunden
Bohuslav: "NÖ will 85 Start-ups auf die Welt bringen"

Landesrätin Petra Bohuslav: 85 Top-Gründer im Hightech-Bereich und kreative Ideen.
Interview: Christian Trinkl & Eva Dietl-Schuller

Welche Landesorganisationen unterstützen Niederösterreichs Gründer?
PETRA BOHUSLAV: Wir haben gemeinsam mit der WKNÖ eine Gründer-Pyramide entwickelt. Unten, der breite Bereich, wird von der Wirtschaftskammer als erste Anlaufstelle abgedeckt. Der zweite Bereich ist das "riz up", da geht's ins Coaching und die individuelle Betreuung – bis hin zu mietbaren Büroflächen in den riz up-Zentren. Und die Spitze der Pyramide ist dann "accent", unsere Gründeragentur für technologieorientierte Gründer. Es geht immer darum, dass die Gründer inhaltlich und finanziell unterstützt werden. "tecnet" verwaltet hier das Risikokapital.

Wie schaut der Gründer-Trend aus derzeit?
Im Schnitt sind es pro Jahr 8.000 Gründerinnen und Gründer. Da ist Niederösterreich schon gut unterwegs.

Welche Ziele haben Sie im Start-up-Bereich?
Grundlegend ist eben die Gründer-Pyramide. Wir wollen auch vor allem Studenten motivieren, ihre Ideen umzusetzen. Und im hochtechnologischen Bereich: Da wollen wir bis zum Jahr 2021 insgesamt 85 neue Start-ups auf die Welt bringen – und sind jetzt schon bei 66.

Ideen-Castings und Pitches gibt es ja viele. Was macht "120 Sekunden" so besonders?
So wie ich es kennengelernt habe, geht es sehr stark um kreative Lösungen aus dem Alltag heraus. Wenn ich etwa die letzten Teilnehmerinnen von "Vinotaria", die den zweiten Platz erreicht haben, hernehme: Die haben gesagt, eine große Flasche Wein ist für viele zu viel für den Heimgebrauch. Also haben sie Weine in kleinere Flaschen abgefüllt und verschicken diese. Das kommt aus dem echten Leben.

Bei welchem Projekt hatten Sie einen Aha-Effekt?
Das war bei 120 Sekunden, das bleibt mir lange in Erinnerung: Ein junger blinder Mann, der durch die Digitalisierung eine Möglichkeit gefunden hat, den Blindenstock wegzulassen. Er hat einen Sensor in einen Schuh eingebaut, der Blinden Hindernisse akustisch anzeigt. Aufbauend darauf hat es dann Gespräche mit der Feuerwehr gegeben, denn die hat gesagt: "Wenn wir wo blind hingehen wo es brennt, liegt auch oft viel im Weg und diese Technik kann helfen."

NÖ konkurriert ja auch mit Wien in Sachen neue Betriebe. Was spricht für NÖ?
Es wird Gründer geben, die das urbane Umfeld brauchen, die werden Wien wählen. Wer das nicht braucht: Wir überzeugen sehr mit der persönlichen, kostenlosen Betreuung und bieten viele internationale Kontakte, etwa nach Berkeley und Stanford.

Zum Schluss: Ist die Gründerszene eher männlich oder trauen sich mehr Frauen den Schritt in die Selbstständigkeit zu?
Da tut sich viel: Es gibt mehr Gründerinnen als Gründer. Es ist schön, dass Frauen so kreativ sind und sich darauf einlassen, ein Unternehmen zu gründen. Das beginnt schon in der Schule: Kinder sind neugierig. Und diese natürliche Neugierde bei Buben und Mädchen muss gefördert werden.

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