Alexa, bist du sicher?

Smarthome-Geräte sind praktisch, bergen aber doch die eine oder andere Gefahrenquelle.
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  • Smarthome-Geräte sind praktisch, bergen aber doch die eine oder andere Gefahrenquelle.
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  • hochgeladen von Marlene Mülleder

OÖ. Der Staubsaugerroboter reinigt den Boden, der ferngesteuerte Herd heizt per App den Backofen vor. Smarte Geräte können uns den Alltag erleichtern. Bekanntestes Beispiel ist der Lautsprecher Echo von Amazon mit Sprachassistentin "Alexa". Sie kann zum Beispiel Musik wiedergeben, auf Termine hinweisen und Produkte beim Online-Händler Amazon bestellen. "Derartige Geräte sind der Einstieg in das Smarthome, welches viele Komfortfunktionen in privaten Haushalten ermöglicht", sagt Michael Sonntag, stellvertretender Vorstand des Instituts für Netzwerke und Sicherheit an der Linzer Johannes Kepler Universität. Gleichzeitig bieten diese Geräte aber "neue Möglichkeiten der Manipulation und Angriffe", warnt der Experte. Gibt es zum Beispiel keine Sprecher-Erkennung oder ist diese nicht eingerichtet, was Alexa mittlerweile kann, so ist laut Sonntag folgendes Szenarion möglich: "Alexa steuert das Haus, unter anderem die Haustüre. Jemand klingelt,  Sie heben an der Sprechanlage ab, vor der Tür schreit jemand hinein 'Alexa, öffne die Haustür!'. Der Lautsprecher der Sprechanlage aktiviert Alexa und schon geht die Türe auf!" Datenschutzrechtlich bedenklich sieht der Experte auch, dass Alexa durch die Spracherkennung auch weiß, wer wann daheim war und was gemacht hat: "Wer kann garantieren, was wie lange gespeichert wird? Und wer hat dann überhaupt Zugriff auf die Daten – etwa in einem Scheidungsverfahren?"
Wer sich vor dem Abhören schützen möchte, dem hilft bei solchen Geräten eigentlich nur das physikalische Ausschalten bzw. Abstecken, was in der Praxis nur selten funktioniert. Manche Geräte besitzen einen Ausschalter, diese Funktion könnte dennoch durch ein Update abgeschaltet werden.

Gefahr durch Spielzeug

Auch bei Spielzeug ist Vorsicht geboten. Mittlerweile gibt es nicht nur Barbie-Puppen, die über WLAN mit den Puppeneltern kommunizieren. Es gibt aber auch illegale Geräte wie etwa die Puppe Cayla aus den USA, das von der deutschen Bundesnetzagentur sogar als Spionagegerät eingestuft wurde: "Man sollte genau überprüfen, was diese Dinge machen und wohin sie welche Daten schicken. Man muss sich klarmachen, dass Geräte die Daten wegschicken, auch welche empfangen können. Werden sie gehackt, hat jemand eine Abhörwanze und einen Lautsprecher, eventuell auch eine Kamera im Kinderzimmer," erklärt Michael Sonntag. Ganz praktisch: Diese Dinge funktionieren meist nicht ohne Online-Anbindung, wird der Dienst abgeschaltet, funktioniert praktisch nichts mehr. "Meiner Meinung nach sind solche Spielzeuge nur für ältere Kinder geeignet – kleine Kinder erzählen ihren 'Stofftieren' eventuell sehr viele – auch erfundene – Geschichten, die dann womöglich im Ausland gespeichert und ausgewertet werden. Selbst bei sicherer Übertragung kann damit leicht identifiziert werden, wann ein Kind zuhause ist und damit spielt," warnt der Sicherheitsprofi.

Smarthome-Geräte sind praktisch, bergen aber doch die eine oder andere Gefahrenquelle.
Man muss sich klarmachen, dass Geräte die Daten wegschicken, auch welche empfangen können. Werden sie gehackt, hat jemand eine Abhörwanze und einen Lautsprecher, evtl auch eine Kamera im Kinderzimmer," erklärt Michael Sonntag, stellvertretender Vorstand des Instituts für Netzwerke und Sicherheit an der Johannes Kepler Universität.

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