Fehlendes Bewusstsein
Landwirte leiden unter Freizeitsportlern

Mit der neuen Infotafel „Bitte nicht betreten oder befahren“, die im Bauernbund-Shop um 10 Euro erhältlich ist, will der OÖ. Bauernbund auf diese Gegebenheiten aufmerksam machen: Agrar-Landesrat und Bauernbund-Landesobmann Max Hiegelsberger und Bauernbund-Landesdirektor Wolfgang Wallner (v. l.).
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  • Mit der neuen Infotafel „Bitte nicht betreten oder befahren“, die im Bauernbund-Shop um 10 Euro erhältlich ist, will der OÖ. Bauernbund auf diese Gegebenheiten aufmerksam machen: Agrar-Landesrat und Bauernbund-Landesobmann Max Hiegelsberger und Bauernbund-Landesdirektor Wolfgang Wallner (v. l.).
  • Foto: Bauernbund OÖ
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Der Bauernbund OÖ ruft die Bevölkerung zu mehr Rücksicht und Verantwortung auf, wenn es um die freizeitmäßige Benutzung von Wiesen, Feldern und Wäldern geht.

OÖ. In den vergangenen Jahren haben Freizeitaktivitäten wie Radfahren, Wandern und Spazieren in der freien Natur einen Boom erlebt. Getrieben wurde das zu einem Gutteil von diversen Webportalen und Smartphone-Apps, wo User ihre Erlebnisse oder Routen teilen und andere auf den Geschmack kommen. Die App Betreiber übernehmen dabei keinerlei Gewähr und Verantwortung. Die Corona-Krise und der „Lockdown“ haben das noch verstärkt. Auf Eigentumsrechte werde dabei oftmals wenig geachtet. So entstehen Wege durch bewirtschaftete Wiesen und Felder – „Wege die es so gar nicht gibt“, wie Bauernbund-Landesdirektor Wolfgang Wallner erklärt.

„Fehlentwicklungen“ bringen Gefahr

„Da gibt es Fehlentwicklungen“, sagt auch Agrar-Landesrat und Bauernbund-Landesobmann Max Hiegelsberger. Es gehe dabei um die Ertragsgrundlage der Landwirte aber auch um die Sicherheit der Tiere und Menschen. So seien unangeleinte Hunde eine Gefahr für Wild- und Weidetiere und auch liegengelassener Hundekot stelle eine Gesundheitsgefahr etwa für Kühe dar. Menschen könnten verletzt werden, wenn beispielsweise vom Borkenkäfer befallene Bäume gefällt werden.

Landwirt Christian Mayr, Agrar-Landesrat und Bauernbund-Landesobmann Max Hiegelsberger und Bauernbund-Landesdirektor Wolfgang Wallner (v. l.).

Auch Christian Mayr (l.), Landwirt am Pöstlingberg, erlebt die Freizeitwirtschaft auf seinen Flächen immer intensiver. „Da gehen Leute direkt über die Wiesen und Wälder, lassen überall ihren Müll liegen oder lassen ihre Hunde frei laufen, als ob die Wiese ihnen gehören würde“.
  • Landwirt Christian Mayr, Agrar-Landesrat und Bauernbund-Landesobmann Max Hiegelsberger und Bauernbund-Landesdirektor Wolfgang Wallner (v. l.).

    Auch Christian Mayr (l.), Landwirt am Pöstlingberg, erlebt die Freizeitwirtschaft auf seinen Flächen immer intensiver. „Da gehen Leute direkt über die Wiesen und Wälder, lassen überall ihren Müll liegen oder lassen ihre Hunde frei laufen, als ob die Wiese ihnen gehören würde“.

  • Foto: Bauernbund OÖ
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Mitten durch die „Kinderstube“

„Viele Menschen denken sich nichts dabei, wenn sie über Wiesen und Weiden gehen oder mit dem Mountainbike fahren. Doch für die Bauern führt dies zu Einbußen in der Futtermenge- und qualität“, so Hiegelsberger. Gerade im Frühling und Frühsommer radeln und wandern die Erholungssuchenden aber durch die „Kinderstube der Pflanzen- und Tierwelt“. „Schäden, die in dieser sensiblen Zeit verursacht werden, können nicht mehr rückgängig gemacht werden“, erklärt Hiegelsberger.

Radfahren im Wald verboten

Für Wälder ist im Forstgesetz ein allgemeines Betretungsrecht des Waldes für Erholungszwecke verankert. Allerdings bezieht sich das nur auf das Gehen. Radfahren, Mountainbiken und Reiten sind ausgenommen. „Das Um und Auf muss aber ein konstruktives Miteinander sein. Wie so oft im Leben wirken beiderseitiges Verständnis und Toleranz oftmals Wunder“, so Hiegelsberger.


Gesetzliche Lage

  • Landwirtschaftliche Grundstücke dürfen nur mit Zustimmung des Eigentümersbeziehungsweise des Bewirtschafters betreten werden.
  • Im Wald sind Radfahren und Reiten ohne Zustimmung des Eigentümers nicht erlaubt, das Betreten ist mit Ausnahmen generell erlaubt.
  • Bei Wiesen und Feldern ist eine Zustimmung des Eigentümers für das Betreten erforderlich.
  • Das Aneignen von Früchten ohne Zustimmung ist nicht erlaubt.
Autor:

Ingo Till aus Oberösterreich

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