Nach Pfusch in Schönheitssalon
Ärztekammer warnt vor Gratis-Kosmetikbehandlungen

Nachdem eine 38-Jährige in einem Beautystudio durch eine kostenlose Behandlung schwer verletzt worden war und die Frau jetzt mit dauerhaften Folgeschäden leben muss, warnt die Ärztekammer für Oberösterreich eindringlich vor Gratis-Behandlungen durch nicht ausreichend geschultes Personal.

OÖ. „Besonders Behandlungen der Haut werden von vielen Patienten oft einfach auf gut Glück ausprobiert – ohne über die möglichen Folgen nachzudenken“, berichtet Johannes Neuhofer, Vizepräsident der Ärztekammer für Oberösterreich und Fachgruppenvertreter für Haut- und Geschlechtskrankheiten, aus seiner Praxis. Zum Mediziner kommen immer wieder Patientinnen, denen „Laserbehandlungen empfohlen werden, wo es aber keinen medizinischen Hintergrund der durchführenden Person gibt“, erklärt Neuhofer. Oftmals gehen viele dann erst den Weg zum Arzt, wenn der Schaden an der Haut bereits passiert ist.

"Nicht einfach blind vertrauen"

Neuhofer rät hier „Nicht-Medizinern nicht einfach blind zu vertrauen, denn in dem Fall jener armen Frau, die wahrscheinlich mit bleibenden Sehschäden leben muss, gab es weder ein angemeldetes Gewerbe oder eine Befähigungsprüfung der Angestellten noch war das Ultraschall-Gerät für medizinische Zwecke zugelassen“.

Der Hautarzt ermahnt daher Patienten eindringlich besonders kritisch mit Behandlungen in Kosmetikstudios zu sein, vor allem dann wenn sie so verlockend sind und kostenlos angeboten werden.

„Vergewissern Sie sich immer vorher, ob es sich um eine medizinische Behandlung handelt, die ein gewisses medizinisches Know-how erfordert oder nicht. Braucht es medizinisches Wissen sollte es eine Befähigungsprüfung der durchführenden Person geben, ansonsten muss davon ausgegangen werden, dass hier Kurpfuscherei betrieben wird." JOHANNES NEUHOFER, VIZEPRÄSIDENT DER ÄRZTEKAMMER OÖ

Außerdem empfiehlt Neuhofer all jenen, die eine medizinisch-kosmetische Behandlung durchführen lassen möchten, diese mit einem Arzt im Vorfeld abzusprechen oder gar nur vom Dermatologen durchführen zu lassen, denn dieser kennt die komplexen Zusammenhänge des Hautorgans und kann die Risiken fachmännisch einschätzen.

Autor:

Birgit Leitner aus Oberösterreich

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