Cortisol-Spiegel verrät Burnout-Gefahr

Young woman with headache, feeling sick. Isolated on white background
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OÖ. Laut Berechnungen der Weltgesundheitsorganisation WHO nimmt „Depression“ Platz eins in der weltweiten „Krankheitslast“ ein, bis 2030 werden, so die Experten, bereits drei psychische Krankheiten unter den Top Fünf liegen: Depression, Alzheimer und andere Formen der Demenz bzw. Alkoholsucht. Auch in Österreich nehmen seelische Leiden wie Burnout zu und sind seit 2010 die Hauptursache für Invaliditätspensionen. Nun konnten Forscher der MedUni Wien und des Gesundheits- und Vorsorgezentrums der KFA (Krankenfürsorgeanstalt) zeigen, dass Burnout anhand einer einfachen Speichelprobe festgestellt werden kann. Als Marker dafür dient das Hormon Cortisol.

Anti-Stresshormon Cortisol

Cortisol an sich ist ein Anti-Stresshormon, das abbauende Stoffwechselvorgänge aktiviert und so dem menschlichen Körper energiereiche Verbindungen zur Verfügung stellt. Seine dämpfende Wirkung auf das Immunsystem wird auch dazu verwendet, überschießende Reaktionen zu unterdrücken und Entzündungen zu hemmen. Cortisol wird vor allem in der Früh während des Aufstehens ausgeschüttet und kurbelt sozusagen den Kreislauf an.

Dann sinkt der Cortisol-Spiegel bei gesunden Menschen im Lauf des Tages wieder ab – bis am Abend praktisch kein Cortisol mehr messbar ist. Anders ist es bei Menschen, die unter Dauerstress leiden: Der Körper hält den Cortisolspiegel viel länger im messbaren Bereich, um mit dem anfallenden Stress fertig zu werden – wird der Stress dann „chronisch“, entstehen hohe Cortisolspiegel ohne normale Tagesrhythmik.

Speicheltest als Prävention

Für die Untersuchung  wurde der arbeitsbezogene Stress- und Cortisol-Spiegel von Burnout-Patienten mit jenen von gesunden Arbeitnehmern verglichen. Es zeigte sich, dass jene Personen, bei denen mit psychologischen Methoden eine hohe arbeitsbezogene Stressbelastung nachgewiesen werden konnte, sowohl zu Mittag als auch am Abend auffallend höhere Cortisolwerte aufwiesen. Das bedeutet, dass man diesen Marker für die Identifikation von Menschen mit erhöhtem Burnout-Risiko präventiv verwenden kann. Es sollen weitere Studien folgen, die dieses Ergebnis evaluieren und dazu führen sollen, ein valides, biochemisches Testsystem für den klinischen Alltag zu entwickeln, um gefährdete Menschen eindeutig zu identifizieren.

Psychoziale Beratungsstellen der pro mente OÖ

Wer bereits von Burnout, Depression oder anderen psychischen Erkrankungen betroffen ist oder glaubt, betroffen zu sein, der kann sich etwa an die psychosozialen Beratungsstellen der pro mente OÖ wenden. Das Angebot ist kostenlos und dient als erste Hilfestellung für Betroffene oder Angehörige von Betroffenen. Darüber hinaus gibt es verschiedene Selbsthilfegruppen in ganz Oberöstereich für eine breite Palette an psychischen Problemen. Nähere Infos: pmooe.at

Autor:

Marlene Mülleder aus Oberösterreich

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