Corona-Virus
Einblick ins Krankenhaus

Eva Falkner erzählt von ihrem Alltag als Krankenschwester.
  • Eva Falkner erzählt von ihrem Alltag als Krankenschwester.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Katharina Wurzer

Eine besonders vom Corona-Virus betroffene Berufsgruppe ist das Personal in Krankenhäusern. Die BezirksRundschau hat mit Eva Falkner, Krankenschwester auf der Kinderintensivstation am Med Campus IV, über ihren Alltag gesprochen.

BezirksRundschau: Inwiefern hat sich Ihr Alltag seit der Corona-Pandemie verändert?

Eva Falkner:
Mein Alltag hat sich für mich persönlich kaum verändert. Unser Arbeitsalltag sieht genauso aus wie vorher, ich habe bisher auch keine Mehrarbeit zu erledigen. Der einzige Unterschied ist, dass wir Urlaubssperren haben im März und April. So sollen möglichst viele Schwestern zur Verfügung stehen und das Team gut zusammenarbeiten können. Wir haben mehr als 60,70 Prozent Mütter auf der Station. Daher gehen wir aktuell sehr flexibel mit unseren Diensten um.
Im Krankenhaus wird vermieden, dass wir viel zwischen den verschiedenen Stationen hin- und hergehen. Die Küche liefert jetzt beispielsweise direkt auf die Intensivstation. Das ist wirklich gut organisiert.

Auf der Intensivstation dürfen noch Eltern zu Besuch kommen. Werden diesbezüglich besondere Maßnahmen getroffen?
Genau, Besuch wird stattgegeben, wobei sehr kritisch darauf geachtet wird, ob der Besuch auch wirklich gesund ist. Nur gesunde Besucher dürfen bei uns die Station betreten. Bei uns ist es sowieso sehr streng. Nur die Eltern dürfen zu den Patienten kommen. Aktuell schauen wir, dass ein Elternteil pro Kind kommen darf. Die Elternteile dürfen sich aber abwechseln.

Haben Sie den Eindruck, dass die Kinder etwas von der jetzigen Ausnahmesituation mitbekommen?

Bei uns nicht. Wir betreuen zwar Patienten von 0 bis 18 Jahre, aber die meisten Patienten sind bei uns unter den ersten zwei Lebensjahren. Die bekommen zum Glück noch nichts mit.

Wie ist die Stimmung des Personals auf der Station gerade?

Ich arbeite jetzt seit 7,5 Jahren auf der Intensivstation und gerade jetzt in der Krise ist der Zusammenhalt spürbar. Alle zeigen großes Engagement. Alle möchten ihre Dienste und ihren Beitrag für die Gesellschaft leisten. Niemand hat ein komisches Gefühl, wenn er in die Arbeit geht. Die Zusammenarbeit ist auch gut. Wir schauen, dass wir den Betrieb aufrechterhalten und bestmöglich für die Kinder da sind.

Für wie viele Kinder ist denn Platz auf der Intensivstation?
Generell haben wir acht Intensivbetten und vier Überwachungsbetten. Aktuell haben wir noch keinen Corona-Fall, aber wir wären gerüstet so wie jedes Krankenhaus. Wir haben bereits spezielle Hygieneschulungen erhalten. Kinder mit dem Corona-Virus würden von den anderen isoliert werden, damit es keine Gefahr für die Patienten gibt.

Erhalten Sie momentan mehr Feedback oder positive Reaktionen auf Ihre Arbeit als sonst von außen?
Ja, das schon, gerade im Freundeskreis oder von der Familie, die viel im Home Office arbeiten. Die sind dankbar für unser gutes Gesundheitssystem in Österreich und dass es so viele Personen gibt, die anpacken und weiterhin arbeiten gehen. Das betrifft nicht nur das Personal im Krankenhaus, sondern auch die, die in Apotheken oder Supermärkten arbeiten.

Hören Sie auch Stimmen, die Angst um diejenigen haben, die im Gesundheitspersonal arbeiten?
Ich glaube, gerade wenn man im Gesundheitsbereich arbeitet, ist es wichtig, sich privat zu isolieren und nicht regelmäßig mit anderen Menschen zu treffen. Es ist wichtig, dass ich mich privat nirgends anstecke, um weiterhin in die Arbeit gehen zu können. Daher halte ich mit meinen Eltern und Freunden zurzeit nur telefonisch Kontakt.

Autor:

Katharina Wurzer aus Linz

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