Sandkisten-Test
Keine Gefahr für Kinder in Oberösterreichs Sandkisten

Ein Projektteam aus Schülern der Klassen 3AHCIC, 3BHCIC und 3CHCIC der HTBLA Wels analysierte unter Anleitung ihrer Lehrer Markus Eibl, Harald Baumgartner, Beatrix Kögler und Rainer Schöftner 72 Sandkistenproben aus ganz Oberösterreich auf Gefahrenstoffe.
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  • Ein Projektteam aus Schülern der Klassen 3AHCIC, 3BHCIC und 3CHCIC der HTBLA Wels analysierte unter Anleitung ihrer Lehrer Markus Eibl, Harald Baumgartner, Beatrix Kögler und Rainer Schöftner 72 Sandkistenproben aus ganz Oberösterreich auf Gefahrenstoffe.
  • Foto: BRS
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Im Auftrag der BezirksRundschau zog ein Projektteam der dritten Klassen der HTBLA Wels aus öffentlich zugänglichen Sandkisten auf Kinderspielplätzen in ganz Oberösterreich insgesamt 72 Proben, um sie auf Gefahrenstoffe zu analysieren.

Das erfreuliche Ergebnis: Es fanden sich weder Schwermetalle noch die krebserregenden polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe in gesundheitsbedenklichem Ausmaß. Und nur in einer der 72 Proben entdeckten die HTBLA-Schüler Wurmeier, die durch Hunde- oder Katzenkot übertragen werden. Für den Vorstand der Abteilung für Chemieingenieurwesen der HTBLA Wels, Markus Eibl, kein erwartbares Ergebnis: "Ich bin überrascht, es zeigt sich, dass sich der Umweltschutz deutlich gebessert hat, weil etwa Blei in den Analysen kein Thema war."

Jährlicher Sand-Austausch sinnvoll

Bezogen auf die Schwermetalle und polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe wäre es ob der Analyseergebnisse gar nicht notwendig, den Sand jedes Jahr auszutauschen. "Wegen der der Verunreinigung durch Bodenbakterien und Parasiten aus Tierkot ist der Austausch aber gut", so Eibl.
Der technische Chemiker hat das Projekt "Sandkiste" geleitet. Für die Betreuung der Schüler der Klassen 3AHCIC, 3BHCIC und 3CHCIC waren seine Kollegen Harald Baumgartner (Analytik-Kustos und technischer Chemiker), Beatrix Kogler (Mikrobiologin und Biochemikerin) und Rainer Schöftner (technischer Chemiker) zuständig. Eibl und Baumgartner erarbeiteten mit den Schülern einen genauen Plan für die Entnahme der insgesamt 72 Proben in öffentlich zugänglichen Sandkisten in ganz Oberösterreich und die anschließende Analyse. "Dank des großen Einzugsgebietes unserer Schüler konnten wir die Proben in der kurzen Zeit von Ende März bis Mitte April ziehen", so Abteilungs-Vorstand Eibl und Analytik-Kustos Baumgartner. Dabei wurden Zeitpunkt, Wettersituation und GPS-Koordinaten wissenschaftlich exakt dokumentiert.

10.000 bis 100.000 Bakterien auf einem Sandkorn – aber keine Gefahr

Herausfordernd war die biologische Analyse. Anfragen des HTBLA-Projektteams beim Magistrat Wels, der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) in Linz und bei der Veterinärmedizinischen Universität in Wien brachten eine Überraschung: "Für die hygienische Beschaffenheit von Spielsand auf öffentlichen Spielplätzen gibt es keine gesetzlichen Vorgaben und deshalb auch keine einheitlichen Untersuchungsmethoden oder Bewertungsmaßstäbe", so Mikrobiologin Kogler. "Eine Forschungsstudie des Max Planck Instituts für Marine Mikrobiologie in Bremen stellte jüngst fest, dass in einem einzelnen Sandkorn zwischen 10.000 und 100.000 Bakterien nachzuweisen sind."

Hunde und Katzen von Sandkisten fernhalten

Bei den analysierten Keimen im Spielsand handelte es sich laut Kogler aber vorwiegend um für die "menschliche Gesundheit unbedenkliche Bodenbakterien. Humanpathogene Parasiten, vor allem etwa die Eier des Hundespulwurms, die über Hunde- und Katzenkot übertragen werden, stellen in diesem Zusammenhang ein größeres Infektionsrisiko insbesondere für Kinder dar." Zur Überraschung der Forscher fanden sich aber nur in einer der 72 Proben Wurmeier. Die für diesen Spielplatz zuständige Gemeinde wurde von der BezirksRundschau nach Erhalt der Testergebnisse umgehend informiert. "Trotzdem sollten Hunde und Katzen von Kinderspielplätzen ferngehalten werden, da deren Kot die Hauptquelle für parasitäre Erkrankungen darstellt", so die Biochemikerin.
Generell sei das Krankheitsrisiko durch verunreinigten Spielsand jedoch als minimal einzuschätzen, fassen Abteilungsvorstand Eibl und Analytik-Kustos Baumgartner den Sandkisten-Test zusammen. "Meist ist die Dosis an Krankheitserregern so gering, dass unser Immunsystem damit gut fertig wird." Sie raten jedoch: "Händewaschen nach dem Spielen im Sand ist nach wie vor die effektivste und einfachste Methode, um einem Infektionsrisiko vorzubeugen."

Zigarettenstummel und Glasscherben als größtes Risiko auf Spielplätzen

Was den Schülern bei der Entnahme der Proben noch aufgefallen ist:
"Ein viel größeres Gesundheitsrisiko für Kleinkinder stellen achtlos weggeworfene Zigarettenstummel oder zerbrochene Glasflaschen auf Spielplätzen dar."

Autor:

Thomas Winkler, Mag. aus Oberösterreich

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