UPDATE: Flüchtlinge sollen Frauen belästigt haben – Ischler Bar erteilt Asylwerbern Lokalverbot

Im Bad Ischler Lokal "Charly's Bar" sollen in den vergangenen Wochen Frauen bedrängt und begrapscht worden sein.
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  • Im Bad Ischler Lokal "Charly's Bar" sollen in den vergangenen Wochen Frauen bedrängt und begrapscht worden sein.
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15. Jänner: Siebrecht-Janisch wegen "Verhetzung" angezeigt

BAD ISCHL (pg). Aufgrund ihres Facebook-Posts "Wir sind asylantenfrei" (siehe Screenshot) wurde Karin Siebrecht-Janisch nun von Uwe Sailer, einem Linzer Kriminalbeamten und Datenforensiker, wegen "Verhetzung" angezeigt.

13. Jänner: Kellnerin erstattet Anzeige

BAD ISCHL (pg). Am Tag nach dem Gespräch zwischen Karin Siebrecht-Janisch, Ines Schiller und Hannes Heide bestätigt die "Charly's Bar"-Besitzerin nun, dass eine ihrer Kellnerinnen Anzeige erstattet hat. "Zuerst meinte sie, dass eine Anzeige gegen eine unbekannte Person nichts bringt", so Karin Siebrecht-Janisch, "aber wir hoffen, dass nun viele unserer weiblichen Gäste dem Beispiel folgen und ebenfalls zur Polizei gehen."
Die 19-jährige Aushilfskellnerin aus Bad Ischl gab an, dass sie in der Silvesternacht während ihrer Arbeit von einem unbekannten Täter oder eventuell von mehreren Tätern unsittlich belästigt und in ihrer sexuellen Integrität beeinträchtigt wurde. Weiters teilte das Opfer den Beamten mit, dass sie in dem sehr gut besuchten Lokal in der Silvesternacht beim Passieren einer Gruppe von vier Männern insgesamt drei Mal unsittlich berührt wurde. Einer der Gäste berührte zwei Mal ihr Gesäß und einmal ihre Brust. Laut ihrer Aussage sollen die Männer ausländischer Herkunft sein.

12. Jänner: Gespräch brachte keine Einigkeit

BAD ISCHL (pg). Am 12. Jänner gab es aufgrund diverser Facebook-Postings (siehe Screenshots) ein weiteres Zusammentreffen von Siebrecht-Janisch und Schiller. Diesmal auch im Beisein von Bürgermeister Hannes Heide, einem Gemeindeanwalt und einer Vertreterin der Volkshilfe. Während sich die Politik von Siebrecht-Janischs Maßnahme distanziert, beharrt diese weiter auf ihrer "asylantenfreien Bar".
Für Schiller ist immer noch unerklärlich, wieso keine der angeblich belästigten Frauen Anzeige erstattet hat. "Als Wirtin würde ich die betroffene Person gleich des Hauses verweisen, wenn ich ein unangemesses Verhalten sehe", so die Stadträtin. "Spätestens, wenn die Person dann noch einmal in dieser Art auffällt, muss das gemeldet werden."

Ursprünglicher Bericht vom 11. Jänner

BAD ISCHL/OÖ (tk). Begrapscht, belästigt, beklaut. Die Vorwürfe wiegen schwer. Die Reaktion darauf ist ebenso hart. Seit mehreren Wochen sollen 25 bis 30 Asylwerber in der Bad Ischler "Charly's Bar" immer wieder weibliche Gäste bedrängt haben, berichtet Geschäftsführerin Karin Siebrecht-Janisch im BezirksRundschau-Gespräch. Als Konsequenz daraus erteilt die Bad Ischler Bar ab sofort Flüchtlingen und Asylwerbern Lokalverbot. "Wir sind ab sofort asylantenfrei, verlangen Eintritt und haben einen Security-Mann", so Janisch. Nachsatz: "Ich muss meine Gäste schützen".

Die Übergriffe sollen über mehrere Wochen hinweg stattgefunden haben. Auch Serviererinnen sollen begrapscht worden sein. Der Geschäftsgang sei dementsprechend rückläufig gewesen. "Vor allem junge Mädels wollten nicht mehr kommen, da sie begrapscht wurden und ihnen teilweise die Getränke weggenommen wurden", sagt Janisch. Einer der ungebetenen Gäste – laut Janisch ein Asylwerber – soll einen weiteren Gast sogar mit einer kaputten Bierflasche bedroht haben. "Es sind so 25 bis 30 Flüchtlinge im Alter zwischen 18 und 40 Jahren gewesen", beschreibt Janisch.

Polizei: "Fantasiegeschichte" – Janisch: "Hab's selbst gesehen"

Die Polizei in Bad Ischl konnte die Vorfälle auf Anfrage der BezirksRundschau nicht bestätigen. Die Beamten gehen sogar in ihrer Beurteilung noch weiter. "Dabei dürfte es sich um eine Nachahmungsgeschichte – nach den Vorkommnissen in Köln – handeln. Wir glauben nicht, dass das stimmt. Wir haben noch keine Anzeige – und normalerweise wird so etwas angezeigt", heiß es von der Bad Ischler Polizei.
Dem widerspricht Charly's-Geschäftsführerin Janisch heftig: "Ich habe diese Vorkommnisse selbst gesehen – und zwar schon vor den Ereignissen in Köln. Solange es keine ernsten Folgen gibt, macht ja die Polizei in solchen Fällen nichts", kritisiert Janisch.

"Gegenüberstellung" in Bad Ischl

Darüber hinaus dürfte es  – wie mittlerweile bekannt wurde – aufgrund der Vorwürfe bereits vor zwei Wochen zu einer Art "Gegenüberstellung" in der ehemaligen Sarsteiner-Stiftung (einer Flüchtlingsunterkunft in Bad Ischl, Anm.) gekommen sein. Auf Einladung der Bad Ischler Sozialstadträtin Ines Schiller (SPÖ) sollten Karin Siebrecht-Janisch und zwei ihrer Mitarbeiter, Asylwerber identifizieren, die angeblich an den Übergriffen beteiligt waren. "Wir tolerieren so ein Verhalten sicher nicht und würden das sofort abstellen, wenn uns gesagt wird, wer das gewesen sein soll", so Schiller. Allerdings konnte bei diesem Termin keiner der Asylwerber eindeutig als möglicher "Unruhestifter" identifiziert werden.

Autor:

Thomas Kramesberger aus Oberösterreich

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