Mobilitätshelfer statt Autofahrerclub
Neuer ÖAMTC-OÖ-Direktor Großauer: "Weg von A nach B erleichtern"

Harald Großauer ist seit 2019 oberösterreichischer Landesdirektor des ÖAMTC.
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  • Harald Großauer ist seit 2019 oberösterreichischer Landesdirektor des ÖAMTC.
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OÖ. Harald Großauer aus Dietach bei Steyr ist seit 2019 Landesdirektor des ÖAMTC Oberösterreich. Der gelernte Elektrotechniker mit Meisterprüfung und Wirtschaftsstudium an der Johannes Kepler Uni in Linz war lange für eine Energie AG-Tochter im Ausland als Geschäftsführer tätig.

In seiner neuen Funktion darf er sich gleich mit einem Strategieprozess auseinandersetzen, den der ÖAMTC heuer österreichweit gestartet hat. Es geht um die Ausrichtung bis 2030. Die rasante technologische Entwicklung bringe viele Herausforderungen: "Es wird eine spannende Zeit in den kommenden zehn Jahren." Die Fortschritte beim autonomen Fahren werden laut Großauer einen veränderten Individualverkehr bringen.

Benutzen statt besitzen

Schon jetzt sei zu erkennen: "Es geht mehr um Nutzung und weniger um Besitz beim Auto. Die Jungen machen den Führerschein später. Wir wollen unsere Mitglieder bei ihren Mobilitätsbedürfnissen unterstützen. Egal ob zu Fuß, am Rad, mit dem Öffi oder dem Auto: Wir möchten ihnen den Weg von A nach B erleichtern." Derartige Entwicklungen wolle der ÖAMTC mit Plattformen unterstützen, müsse aber auch die eigenen Mitarbeiter dahingehend schulen. Ob der ÖAMTC selbst zum Car-Sharing-Anbieter werde? "Ich will es nicht ausschließen. Wir haben ja schon unsere Clubmobile für Mitglieder, wenn die eine Panne haben. Struktur und Know How sind also schon da."

Linzer Stau: Mitfahrbörse vorläufige Lösung

Großauer war gerade beim deutschen ÖAMTC-Schwesterclub ADAC, um sich eine Mitfahrbörse anzusehen: "Im Linzer Frühverkehr ist jedes Auto durchschnittlich mit 1,15 Personen besetzt. Kämen wir auf 1,5 Personen, wäre ein Teil des Stauproblems gelöst." Zumindest für eine gewisse Zeit, denn: "Bis 2030 kommen 75.000 Autos im Linzer Frühverkehr dazu. Unvorstellbar, dass die alle nach Linz durchgeschleust werden sollen", weist Großauer auf die Notwendigkeit einer Linzer Ostumfahrung hin, wenn Tschechien seine Autobahn an die Mühlviertler Schnellstraße S10 anbindet.

Autobahn Linz-Prag bis 2025

Bei einem Treffen mit Infrastrukturminister Norbert Hofer und Verkehrslandesrat Günther Steinkellner in Prag hatte der tschechische Verkehrsminister Dan Tok vor wenigen Tagen den Lückenschluss der Autobahnverbindung von Linz nach Prag auf tschechischer Seite bis 2025 in Aussicht gestellt. In Oberösterreich soll 2021 der Bau der Verlängerung der S10 von Freistadt Nord bis nach Rainbach-Nord starten. Fehlt noch die letzte Etappe bis Wullowitz, deren Baustart davon abhängig gemacht wird, wie schnell Tschechien seine Autobahn bis zur Grenze bringt.

Neue Antriebe und Datenflut

Der zu erwartende zusätzliche Verkehr mache es jedenfalls nötig, "dass alle verfügbaren Mobilitätsprojekte umgesetzt werden und nicht in der Schublade verschwinden", will ÖAMTC-Landesdirektor Großauer die kommenden Jahre genau auf die Verkehrspolitik schauen. Seine Mitarbeiter sind inzwischen intensiv mit der Beratung der Mitglieder über Antriebstechnologien beschäftigt. Nach dem Dieselskandal ist vielen unklar, welches Auto sie sich als nächstes kaufen sollen und ob etwa ein Elektroauto für sie schon Sinn macht.
Ein großes Thema für den ÖAMTC sind laut Großauer die komplett vernetzten Fahrzeuge: "Die Fahrzeughersteller kriegen alle Daten, die Fahrer geben alles preis. Das ist heftig, wenn sich etwa die Versicherungen dafür interessieren. Die Daten müssen dem Lenker und nicht dem Hersteller gehören."

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