ÖAMTC-Winterreifentest
Nur zwei nicht empfehlenswerte Gummis

Für Pkw und Klein-Lkw bis 3,5 Tonnen sowie Mopedautos besteht von 1. November bis 15. April die witterungsabhängige Winterausrüstungspflicht. Heißt: bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen – also bei Schnee, Schneematsch oder Eis auf der Fahrbahn – müssen Winterreifen auf allen Rädern montiert sein.
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  • Für Pkw und Klein-Lkw bis 3,5 Tonnen sowie Mopedautos besteht von 1. November bis 15. April die witterungsabhängige Winterausrüstungspflicht. Heißt: bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen – also bei Schnee, Schneematsch oder Eis auf der Fahrbahn – müssen Winterreifen auf allen Rädern montiert sein.
  • Foto: ÖAMTC/isp-grube.de
  • hochgeladen von Thomas Winkler, Mag.

Winterreifen der Größe 205/55 R16 91H für VW Golf, Skoda Octavia & Co. sowie der Größe 235/55 R17 103V für die beliebten SUV á la Ford Kuga, VW Tiguan & Co. hat der ÖAMTC getestet – großteils mit guten Ergebnissen. Auffällig: Schwächen auf trockener Fahrbahn verhindern bei vielen Reifen beider Dimensionen ein besseres Ergebnis.

 "Für Pkw und Klein-Lkw bis 3,5 Tonnen sowie Mopedautos besteht von 1. November bis 15. April die witterungsabhängige Winterausrüstungspflicht. Das bedeutet, dass bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen – also bei Schnee, Schneematsch oder Eis auf der Fahrbahn – Winterreifen auf allen Rädern montiert sein müssen", erklärt ÖAMTC-Jurist Alexander Letitzki. "Wer sich nicht an die Winterausrüstungspflicht hält, muss mit einer Verwaltungsstrafe rechnen. Abgesehen davon drohen nach Unfällen zivil- und oft sogar strafrechtliche Folgen." Für Motorräder, Fahrräder und Scooter gilt die Winterausrüstungspflicht nicht.

Ohne Winterreifen wird es teuer

Winterreifen müssen über eine M+S Kennzeichnung verfügen und mindestens 4 mm Profiltiefe aufweisen. Wer bei winterlichen Fahrbedingungen ohne passende Reifen erwischt wird, muss mit einem Organmandat in Höhe von etwa 50 Euro rechnen. "Werden andere Verkehrsteilnehmer durch die falsche Bereifung gefährdet, drohen theoretisch bis zu 5.000 Euro Strafe", weiß der ÖAMTC-Jurist. Im Falle eines Unfalls mit Sommerreifen auf winterlicher Fahrbahn muss man – neben den Unfallfolgen – mit weiteren Unannehmlichkeiten rechnen: So muss die Haftpflichtversicherung zwar dem Geschädigten seinen Schaden ersetzen, die Kaskoversicherung kann eine Zahlung an den Pkw-Besitzer aber aufgrund "grober Fahrlässigkeit" ablehnen. Der ÖAMTC-Experte rät daher, mit dem Reifenwechsel nicht auf den ersten Schnee zu warten. So kann auch Morgenfrost in Niederungen für eisglatte Straßen sorgen.

205/55 R16 91H – insgesamt gut, zwei fallen durch

Beim aktuellen Test der Kompaktklasse-Dimension gibt es mit dem Bridgestone Blizzak LM005, dem Michelin Alpin 6, dem Dunlop Winter Sport 5, dem Hankook i*cept RS2 und dem Maxxis Premitra Snow WP6 fünf sehr ausgewogene Modelle, die sich keine Schwächen leisten. "Hervorzuheben sind die hervorragenden Nassgriffeigenschaften des Bridgestone. Nasse Fahrbahnen sind ja gerade im Winter ein sehr häufiger Zustand", erläutert ÖAMTC-Experte Friedrich Eppel. Bei Nässe sind auch fünf der sieben mit "empfehlenswert" beurteilten Reifen stark unterwegs – sie wurden allerdings, wie überhaupt alle "empfehlenswerten" Modelle dieser Dimension, wegen leichter Schwächen auf trockener Fahrbahn abgewertet.

Drei Reifen am Ende der Rangliste

Weniger gut fällt das Testergebnis für Semperit Speed-Grip 3 ("bedingt empfehlenswert"), King-Meiler Winter Tact WT81 und Tristar Snowpower HP (beide "nicht empfehlenswert") aus. Während das ansonsten sehr ausgewogene Modell von Semperit wegen schwacher Leistungen auf trockener Fahrbahn abgewertet werden musste, haben die beiden "nicht empfehlenswerten" Reifen in mindestens zwei Kategorien Probleme. Der Tristar Snowpower HP fällt bei Nässe klar durch, hat außerdem mit Schwächen auf Schnee zu kämpfen. Der King-Meiler ist das einzige runderneuerte Modell im Test. Eppel erklärt: "Runderneuert bedeutet, dass die Lauffläche eines gebrauchten Reifens komplett entfernt wird. Auf die verbleibende Karkasse wird dann in einem speziellen Verfahren eine neue Lauffläche mit Sommer- oder Winterprofil aufgebracht." Umweltaspekt und günstiger Preis sprechen für den Kauf eines solchen Reifens, im Falle des King-Meiler Tact WT81 gibt es allerdings dennoch keine ÖAMTC-Empfehlung. "Der Reifen ist sehr schwach bei Nässe und kann auch auf trockener Fahrbahn nicht überzeugen. Schade, denn auch die exzellenten Verschleißwerte würden aus Nachhaltigkeits-Sicht für dieses Modell sprechen", hält der ÖAMTC-Experte fest. Laut Hersteller wird der Tact WT81 seit Beginn dieses Jahres mit einer neuen Mischung hergestellt, die Reifen für den Test wurden aber (wie auch alle anderen Modelle und für den Testablauf notwendig) bereits 2019 gekauft.

235/55 R17 103V – kein "nicht empfehlenswert"

Bei den 235ern für SUV und Transporter ist das Gesamtergebnis mit einem "sehr empfehlenswert", elf "empfehlenswert" und einem "bedingt empfehlenswert" ebenfalls gut ausgefallen. Auch hier ist Michelin (in diesem Fall mit dem Pilot Alpin 5) ein sehr ausgewogenes und daher "sehr empfehlenswertes" Modell ohne Schwächen gelungen. Bei den mit "empfehlenswert" beurteilten Winterreifen sind – wie in der kleineren Dimension – überwiegend Schwächen auf trockener Fahrbahn Grund für die Abwertung (manche Modelle haben auch in mehreren Kategorien mit leichten Schwächen zu kämpfen). Ausnahmen gibt es auch: Dunlop Winter Sport 5 SUV und Vredestein Wintrac Pro sind auf trockener und nasser Fahrbahn gut, haben aber leichte Schwächen auf Schnee; der Nokian WR Snowproof ist hingegen bei Nässe und auf Eis nicht ganz überzeugend. Auch bei diesem Reifen gab es laut Hersteller zu Jahresbeginn eine Umstellung der Laufflächenmischung.

Nur "bedingt empfehlenswert" ist in der SUV-Dimension der Speed-Grip 3 SUV von Semperit. Eppel erklärt: "Leichte Schwächen bei Nässe und auf Schnee hätten noch für ein 'empfehlenswert' gereicht. Allerdings zeigt das Modell auf trockener Fahrbahn deutlichere Schwächen, die für den Platz am Tabellenende sorgen." Positiv anzumerken sind hingegen die Bestwerte beim Reifenverschleiß, die sich der Speed-Grip 3 SUV mit dem ESA+TECAR Supergrip Pro teilt.

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