Datenschutz macht auch vor den Bildungseinrichtungen nicht halt
DSGVO beeinflusst Kindergartenalltag

Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) betrifft auch den Alltag im Kindergarten: Personenbezogene Daten dürfen nur für pädagogische Zwecke und in Notfällen verwendet werden.
  • Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) betrifft auch den Alltag im Kindergarten: Personenbezogene Daten dürfen nur für pädagogische Zwecke und in Notfällen verwendet werden.
  • Foto: BRS
  • hochgeladen von Marlene Mülleder

OÖ. Die achtjährige Mühlviertlerin Lara lacht mit ihren Freunden aus ihrer Portfoliomappe des Kindergartens. Auch im Volksschulalter sieht das Mädchen noch gerne die Bilder mit ihren Kindergartenfreunden an, die einst von ihrer Pädagogin geschossen und für die Mappe ausgedruckt worden sind. Doch nach der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die im Frühjahr in Kraft getreten ist, sind viele Kindergärtnerinnen verunsichert. Darf das überhaupt noch sein, dass andere Kinder auf den Bildern für diesen Zweck abgelichtet werden?

Für jeden Fall absichern

Vorsichtshalber holen sich Kindergartenleitungen für jeden Fall der Fälle ein schriftliches Einverständnis bei den Erziehungsberechtigten. Die Folge für die Eltern: Jedes Jahr zum Start gibt es eine Zettelflut zum Ausfüllen und Unterschreiben. Die Verunsicherung macht sich in Oberösterreichs Kindergärten breit: "Oftmals ist es schon eine Gratwanderung und man weiß oft nicht, ob man jetzt gegen die DSGVO verstößt. Wir bekommen die aktuellen Infos bezüglich DSGVO von unserem Datenschutzmanager der Gemeinde. Bilder und personenbezogene Daten dürfen wir für pädagogische Zwecke verwenden. Der Geburtstagskalender in der Gruppe oder die Portfoliomappen dienen einem solchen. Veröffentlichungen von Listen an der Haustür oder Jahrbücher zählen nicht dazu", berichtet eine Kindergartenleiterin aus dem Mühlviertel.

Datenschutz in Notfällen

Doch wie sieht es mit dem Datenschutz aus, wenn sich ein Kind im Kindergarten verletzt? Auch hier herrscht Unsicherheit, ob die Daten an einen Arzt weitergegeben werden dürfen, wenn die Erziehungsberechtigten nicht erreicht werden können, denn selten haben die Kinder eine E-Card dabei. Die derzeitige Rechtsmeinung sieht vor, dass eine Datenweitergabe in Fällen, in denen umgehend ärztliche Hilfe erforderlich ist, nach Ansicht der Gemdat OÖ – als Datenschutzbeauftragter der Gemeinden – erlaubt sei. Dies sei juristisch durch den Absatz in der #+DSGVO "Datenverarbeitung zum Schutz lebenswichtiger Interessen" gedeckt.

DSGVO trifft auch Lehrer

Doch nicht nur Kindergartenpädagogen sind von der #+DSGVO betroffen, auch Lehrer stehen vor Herausforderungen: Zur Kommunikation mit den Erziehungsberechtigten nutzten viele Lehrer bisher WhatsApp, E-Mails oder SMS. Jedoch ist hier der Schutz der personenbezogenen Daten nicht ausreichend gewährleistet. Im Auftrag von Bildungslandesrätin Christine Haberlander hat die Education Group in Abstimmung mit dem Landesschulrat OÖ die App "hallo!" entwickelt – ein Tool, das der datenschutzkonformen Kommunikation zwischen Lehrern und Eltern dient und mit seinen Funktionen das klassische Mitteilungsheft ersetzt. Alle Daten werden verschlüsselt übermittelt und in einem hochsicheren Rechenzentrum gehostet. Seit diesem Schuljahr wird "hallo!" genutzt – bereits von 150 Schulen, 530 Lehrern und 3.500 Eltern.

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