Haberlander zu Berufsschul-Schließungen in OÖ: "Werden uns an die Umsetzung machen"

Bildungslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP): "Statt 26 Berufsschulen werden es 22 Berufsschulen-Kompetenzzentren sein."
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  • Foto: Land OÖ
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OÖ. Nach der Sitzung des Bildungsausschusses des OÖ-Landtags, bei dem am 18. Jänner über die Zukunft von vier Berufsschul-Standorten diskutiert wurde, spricht Bildungslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP) im BezirksRundschau-Interview über die geplante Reform.

BezirksRundschau: Zuletzt wurde kolportiert, dass die Berufsschulen Wels II, Steyr II und Braunau geschlossen – und außerdem Gmunden II und Vöcklabruck zusammengelegt werden sollen. Stimmt das?
Haberlander: Gestern fand im Landtag eine Sitzung des Bildungsausschusses statt. Dort wurde der aktuelle Stand des Projekts "Berufsschulen 2020" präsentiert. Das Projekt wurde im Sommer vor dem Hintergrund der sinkenden Schülerzahlen in den Berufsschulen gestartet. 2008 waren es noch 30.000 Schüler, jetzt sind es nur mehr 24.000. Aber es gibt noch immer gleich viele Berufsschul-Standorte, nämlich 26.
Das Berufsschul-Projekt, besetzt mit Vertretern des Landeschulrats und des Landes OÖ, soll erarbeiten, wie wir die bestmögliche pädagogische Qualität und die bestmögliche Ausbildung für die Lehrlinge erreichen. Und über den aktuellen Projektstatus haben wir gestern im Ausschuss berichtet.

Ist eine Schließung der angesprochenen Berufsschulen also schon 100 Prozent fix?
In den nächsten Wochen soll das Projekt "Berufsschulen 2020" abgeschlossen werden. Und wenn das Projektteam diese Maßnahmen vorschlägt, werden wir uns an die Umsetzung machen. Nachdem diese Maßnahmen bereits so intensiv diskutiert wurden, ist es natürlich davon auszugehen, dass diese vom Projektteam angeregt werden...

...wenn das Projektteam also zum Schluss kommt, die Schulen zu schließen, wird man das tun?
Ja, genau.

Ab wann würden die Schließungen bzw. Zusammenlegungen dann umgesetzt?
Gmunden II, Steyr II und Wels II mit Ende des Schuljahres 2017/2018. Braunau würde mit Ende des Schuljahres 2018/2019 geschlossen.

Werden die Gebäude weiter genutzt?
Die Gebäude in Wels und Steyr werden von den anderen Schulen vor Ort weiter genutzt. In Braunau wird die Schule geschlossen – zur weiteren Nutzung des Gebäudes wird man Lösungen entwickeln.

Die Lehrkräfte werden anderen Schulen in Oberösterreich zugeteilt?
Ja, es werden keine Arbeitsplätze verloren gehen.

Die Berufsschule in Rohrbach soll im Zuge der Reform aufgewertet werden. Die Rede ist von 200 zusätzlichen Schülern ab dem Schuljahr 2018/2019  – stimmt das?

Laut aktuellen Schülerzahlen würden 125 Versicherungskaufleute und 66 Lehrlinge der Spar-Akademie an die Berufsschule Rohrbach wechseln.

In Wels besuchen derzeit 564 Schüler die Berufsschule II. Wie viele müssten es denn sein, um nicht geschlossen zu werden?

Die ideale Größe einer Berufsschule liegt zwischen 900 und 1.200 Schülern.

Kritik gibt es ja daran, dass Lehrlinge aus Steyr nun in Zukunft nach Rohrbach pendeln müssen. Das ist ja auch keine Kurzstrecke ...
Mir ist wichtig, den Lehrlingen die bestmögliche pädagogische Qualität und bestmögliche Ausbildung anzubieten. Deswegen legen wir Wert auf Kompetenzzentren, in denen das gewährleistet wird.

Werden diese Kompetenzzentren inhaltlich aufgewertet?
Ja, indem die Berufe dort gebündelt werden. So gibt es in Zukunft etwa im kaufmännischen Bereich fünf Kompetenzzentren anstatt die Verteilung auf neun Berufsschulen. Es geht also um die Qualität.

Bleibt es mittelfristig bei diesen vier Maßnahmen – oder könnten noch weitere Schulen geschlossen werden?
Dieses Projekt wird jetzt finalisiert und abgeschlossen. Weitere Maßnahmen sind jetzt nicht geplant. Statt 26 Berufsschulen werden es 22 Berufsschulen-Kompetenzzentren sein.

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