Hausarzt-Angebot soll Linzer Krankenhausambulanzen entlasten

In der Permanence am Züricher Hauptbahnhof: Geschäftsführer James Koch und Landesrätin Christine Haberlander (ÖVP).
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  • In der Permanence am Züricher Hauptbahnhof: Geschäftsführer James Koch und Landesrätin Christine Haberlander (ÖVP).
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ZÜRICH/OÖ. Seit mittlerweile 21 Jahren ist die "Permanance“ am Züricher Bahnhofsplatz 365 Tage pro Jahr geöffnet. In der privat-geführten Ambulanz versorgen 24 Ärzte und Dutzende medizinische Fachkräfte 160 Patienten pro Tag. Selbstständige Ärzte arbeiten in acht Stunden Diensträdern, die Infrastruktur, wie Labor- und Röntgengeräte, stellt die Firma zur Verfügung, sagt Geschäftsführer James Koch. Ein Anreizsystem für die Ärzte, die dort werken, sind die geregelten Dienstzeiten und die Umsatzbeteiligung, die ihnen im Erfolgsfall zusteht. Mit seiner Firma erfüllt James Koch also Zweierlei: Unternehmerischen Anspruch und öffentlichen Auftrag. Er macht mit der Permanence Gewinn und entlastet gleichzeitig die Ambulanzen der Schweizer Spitäler.

In Oberösterreich gibt es seit Jahrzehnten bereits ein ähnliches System. In der Linzer Körnerstraße behandelt ein Hausarzt zu „Tagesrandzeiten“ – also nach Feierabend – Patienten. Das Ziel hier ist aber, im Vergleich mit der Schweiz, eher österreichisch-konservativ-gemeinnützig: Das Gewinnstreben steht nicht im Vordergrund, vielmehr sollen die oft übervollen Linzer Ambulanzen entlastet werden.

Hausarzt soll Patienten vor Ambulanzen "abfangen" und behandeln

Und dieses Angebot wird demnächst weiter ausgebaut. Derzeit läuft ein Ideenfindungsprozess dazu. Eine Steuerungsgruppe aus Rotem Kreuz, Ordensspitälern, Ärztekammer und Land OÖ überlegt, Patienten, die keine Notfälle sind, zu „Tagesrandzeiten“ vor den Krankenhausambulanzen „abzufangen" und im niedergelassenen Bereich medizinisch zu bedienen.

Obwohl noch keine Details fixiert sind, dürfte der Angebots-Ausbau in folgende Richtung gehen: Eine vorgelagerte Versorgungseinheit, also ein Hausarzt, „fängt" zwischen 17 und 22 Uhr – abwechselnd am Kepler Uniklinikum (Kuk) oder bei den Barmherzigen Brüdern – Patienten am Weg in die Krankenhausambulanz ab und behandelt sie.
"Wir wollen aber dort nicht ein zusätzliches Angebot schaffen. Sondern es werden die Menschen, die mit einem allgemeinmedizinischen Problem in die Notfallambulanz gehen, in dieser hausärztlichen Ordination vorbehandelt – oder auch 'endbehandelt', wenn weitere Schritte nicht mehr erforderlich sind“, sagt der Geschäftsführer des Roten Kreuz in Oberösterreich, Thomas Märzinger.

„Es gibt da einen Bedarf“, ergänzt Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP). Dementsprechend werde man der Linzer Bevölkerung ein Angebot machen. Wann genau dieses starten wird, ist noch offen. Nur eines gilt bei oberösterreichischen Gesundheitsexperten als Muss: Jede Verlagerung von Patienten aus dem ambulanten hin zum niedergelassenen Bereich ist höchst willkommen.

Zur Info:
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