Saatbau liefert nach Georgien
Mit oö. Weizen wird an Grenze zu Aserbaidschan Brot gebacken

Eine Bäckersfrau in Lagodekhi, ein kleiner Ort an der Grenze zwischen Georgien und Aserbaidschan, bäckt mit österreichischem Weizen Brot.
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  • Eine Bäckersfrau in Lagodekhi, ein kleiner Ort an der Grenze zwischen Georgien und Aserbaidschan, bäckt mit österreichischem Weizen Brot.
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GEORGIEN/OÖ. „Entwicklungshilfe“. Ein Wort das in Österreich vielfältige Assoziationen auslöst: Zumeist denkt man an Afrika, eher nur in zweiter Linie an den Kaukasus und Georgien. Dennoch läuft dort seit mehreren Jahren ein recht erfolgreiches Entwicklungshilfeprojekt.

Die Firma Saatbau aus Linz, Österreichs größte Genossenschaft für Pflanzenzüchtung und Saatgut, „beackert“ mit der Partnerfirma Noblex den Agrarmarkt am Fuße des Kaukasus. „Als wir hier anfingen, hat es keine gesetzlichen Regelungen zur Prüfung des Saatguts und keine Qualitätskontrolle gegeben“, sagt Karl Fischer.
Der ehemalige Saatbau-Geschäftsführer betreut das Projekt vor Ort, gemeinsam mit Noblex-Chef Alexander Ediberidze. Man startete 2014 mit einer Machbarkeitsstudie, die durch die Austrian Development Agency (ADA) finanziert wurde, um zu sehen, ob österreichischer Weizen in Georgien angepflanzt werden kann. „Die frühreifen Sorten haben gepasst“, so Fischer.

Seit 2017 fließen erneut knapp 400.000 Euro Entwicklungshilfe in das Projekt, und man ist bereits einen beträchtlichen Schritt weiter: Der georgische Staat beschloss im Vorjahr die Errichtung eines staatlichen Sortenkatalogs, was den Verkauf des österreichischen Saatguts durch die Firma Noblex vor Ort in Georgien erleichtern soll. Und heuer wurden die ersten Saatbau-Sorten in den georgischen Saatgut-Katalog eingetragen.

„Sobald Sicherheit herrscht …“

Unterm Strich arbeitet die Saatgut also seit fünf Jahren am „Projekt Georgien“, die meiste Arbeit durch das ehrenamtliche Engagement des pensionierten, ehemaligen Saatbau-Chefs Fischer: „All die Jahre und die Anstrengungen waren nur eine Vorarbeit, damit es zu einem Geschäft kommt und dass man in diesem Land etwas verkaufen darf“, sagt Fischer.
Große Mengen österreichischen Saatguts gehen bisher noch nicht über den Ladentisch, dennoch ist Vor-Ort-Partner Ediberize optimistisch: „Es wird eine Zeit kommen, wo Stabilität und Planbarkeit in Georgien herrschen und die Unsicherheit durch die geopolitische heikle Lage zwischen Russland und Türkei vorbei ist. Dann werden die Wachstumsraten im Agrarsektor in Georgien explodieren“, so Edeberidze.

Bäckerinnen in Lagodechi an der Grenze zu Aserbaidschan backen mit Mehl, das mit Weizen aus OÖ hergestellt wurde.
  • Bäckerinnen in Lagodechi an der Grenze zu Aserbaidschan backen mit Mehl, das mit Weizen aus OÖ hergestellt wurde.
  • Foto: BRS
  • hochgeladen von Thomas Kramesberger

Weizen aus OÖ wird zu Brot an Grenze zu Aserbaidschan

Ein Beispiel dafür, dass oberösterreichischer Weizen in Georgien sehr gut funktioniert ist Ivano Mtchedlidze. Der Bauer aus dem kleinen Dorf Lagodechi, einen Katzensprung von der Aserbaidschanischen Grenze entfernt, bewirtschaftet 340 Hektar Ackerland und produziert dort Weizen und Mais. Der Weizen stammt ausschließlich aus Österreich – ein Produkt von Saatgut. Wie dem Schulbuch der Wertschöpfungskette entnommen, betreibt er eine Mühle und versorgt mit seinem Mehl die eigene Bäckerei. Dort wird das georgische shoti, das Nationalbrot Georgiens, hergestellt. Zudem beliefert Mtchedlidze Kindergärten und Unternehmen in der Region. Auf die Frage, warum er sich für die Weizen-Saat aus OÖ, trotz des höheren Einkaufspreises, entschieden hat, sagt er: „Der Ertrag ist viel höher und außerdem ist das Mehl aus Saatgut-Weizen von einer viel besseren Qualität“.

Weitere Artikel zur OÖ-Delegationsreise nach Georgien:
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