Ex-Landesrat Podgorschek (FPÖ) im Gespräch
"Viele haben nach Ibiza die Nerven verloren"

Elmar Podgorschek im Gespräch: "Viele haben nach Ibiza die Nerven verloren".
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OÖ. Der Abgang erfolgte abrupt und rasch. Binnen zwei Tagen das Büro geräumt, vom Landesrat zum Privatmann. Oder zumindest fast. Ex-Landesrat Elmar Podgorschek (FPÖ) ist seit seinem Rücktritt im Zuge des Ibiza-Skandals im Mai 2019 bei der Partei angestellt, und dort für die Ausbildung von Parteimitgliedern und Schulungen zuständig.

„Ich habe mich geopfert“, sagt Podgorschek im BezirksRundschau-Gespräch. Nachsatz: „Viele haben nach Ibiza die Nerven verloren.“ Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) sei dazu gedrängt worden, Neuwahlen in Oberösterreich auszurufen oder ein gewichtiges Zeichen nach außen zu setzen, um die Koalition mit den Freiheitlichen fortzusetzen. „Mit meinem Rücktritt habe ich verhindert, dass es zu Neuwahlen in OÖ kommt“, so Podgorschek, der wegen eines Auftritts bei der AfD 2018 schwer in der Kritik stand. In der Nachbetrachtung sei jedoch vieles anders zu bewerten. Nach einer „Cool-down-Phase“ wäre nach Ibiza sein Rücktritt womöglich gar nicht notwendig gewesen. Schließlich habe er sich nichts zuschulden kommen lassen.
„Aber ich bin nicht persönlich böse auf irgendjemanden, vielmehr müssten mir viele dankbar sein, dass ich zurückgetreten bin“, meint der Ex-Landesrat. Die politische Karriere sei jedenfalls für ihn erledigt, so Podgorschek. In eineinhalb Jahren werde er sich in die Pension verabschieden.

Ibiza: "Politisches Attentat"

Zum Auslöser seines Rückzugs, dem Ibiza-Video von HC Strache, hat der Innviertler auch eine klare Meinung: „Das war ein politisches Attentat“, so Podgorschek. Das Verhalten von Strache und die getätigten Aussagen seien zwar indiskutabel, aber ebenso verwerflich sei die Falle, die man ihm gestellt habe. Die Bundes-ÖVP habe sich jedenfalls nach Ibiza verkalkuliert. Man habe mit einem Komplettabsturz der Freiheitlichen gerechnet, der nicht eingetreten sei. Überhaupt habe sich Altkanzler Sebastian Kurz dem Druck der Landeshauptleute beugen müssen, die ein Ende der Koalition gefordert hätten. Kurz selbst sei für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit gewesen.

Nunmehr sieht Podgorschek die ÖVP jedoch in einer „Lose-lose-Situation“, obwohl sie die Wahl gewonnen habe. Denn eine Bundesregierung ohne die Freiheitlichen würde sie erneut stärken und für Rückenwind bei den nächsten Landtagswahlen sorgen.

Autor:

Thomas Kramesberger aus Oberösterreich

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