Falsches Kleid
Schneehase und Schneehuhn tragen derzeit weiß

Wildtiere, wie hier ein Rehbock, sind gut an den Winter angepasst. Doch in der Kulturlandschaft spielt der Mensch eine entscheidende Rolle, denn Ruhe ist im Wesentlichen Voraussetzung dafür, dass diese Anpassungen dem Wild auch helfen.
  • Wildtiere, wie hier ein Rehbock, sind gut an den Winter angepasst. Doch in der Kulturlandschaft spielt der Mensch eine entscheidende Rolle, denn Ruhe ist im Wesentlichen Voraussetzung dafür, dass diese Anpassungen dem Wild auch helfen.
  • Foto: Ch. Böck/OÖ Landesjagdverband
  • hochgeladen von Ingo Till

Für Wildtiere ist der Winter normalerweise eine durchaus harte Zeit. Das Futter ist knapp, es gilt zur Ruhe zu kommen und auf körpereigene Reserven zurückzugreifen. Doch was passiert, wenn die kalte Jahreszeit über Strecken deutlich zu warm ist und der Schnee weitgehend ausbleibt?

OÖ. Grundsätzlich sind unsere Wildtiere wie Rehe und Hirsche, aber auch Hasen, Füchse oder Fasane gut an den Winter angepasst. Sie haben ein schützendes Fell oder Federkleid und fressen sich Fettreserven für frostige Tage an, von denen sie bis in den Spätwinter zehren. „Der warme Dezember sowie die momentane Wetterlage sind im Allgemeinen ein Vorteil“, erklärt Wildbiologe Christopher Böck, „durch die milden Temperaturen müssen Wildtiere noch nicht auf ihre Reserven zurückgreifen, können auch jetzt noch genug natürliche Nahrung finden und haben eine ideale Tarnung, um sich vor Raubfeinden zu verstecken“, so Böck weiter.

Falsche Tarnfarbe

Doch es gibt auch Leidtragende des Schneemangels, wie zum Beispiel den Schneehasen und das Schneehuhn. Im Sommer eher bräunlich, verfärben sich beide im Winter fast komplett weiß – die Tarnwirkung schlägt ins Gegenteil um. Auch für Gämsen wird es problematisch, wenn es zu warm ist. Der Organismus erhitzt und es kommen Parasiten und Krankheiten ins Spiel, die früher in diesen Höhenlagen nicht vorkamen.

Ruhebereiche der Wildtiere respektieren

Der Lebensraum der Wildtiere wird von den Menschen durch diverse Aktivitäten immer mehr genutzt. Daher bittet der OÖ Landesjagdverband im Namen der gesamten Jägerschaft alle Sportbegeisterten und Naturliebhaber während der Wintermonate besonders auf die Ruhe- und Rückzugsbereiche der Wildtiere zu achten und diese zu meiden. Die Bereiche, wo Ruhe besonders wichtig ist, sind beispielsweise Fütterungen und Gebiete, wo Tiere ihre natürlichen Nahrungsquellen aufsuchen. Viele der heimischen Tiere sind „Energiesparer“. Sie drosseln ihre Körpertemperatur, ihren Herzschlag und ihre Atmung. Insbesondere Rotwild aber auch andere Tierarten fallen dann häufig in eine temporäre Kältestarre. „Eine Störung in in dieser Starre ist extrem belastend – die Tiere flüchten noch halb klamm und müssen die Beine energetisch aufwändig vermehrt durchbluten“, erklärt Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner. Im schlimmsten Fall könne das sogar zum Tod des Tieres führen. 

Zufütterung wichtig

„Mit einer ordentlichen und artgerechten Wildtierfütterung bietet die Oö. Jägerschaft eine wichtige Unterstützung. Dabei geht es maßgeblich um den jagdlichen Tierschutzgedanken, jagdrechtliche Aspekte, aber auch um die gezielte Lenkung von Wildtieren zur Vermeidung von Wildschäden“, erklärt Landesjägermeister Sieghartsleitner.

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