Muttersprachliche Bildungs- und Berufsberatung für Flüchtlinge

OBERPULLENDORF. Ermöglicht durch die Förderung des Bundesministeriums für Bildung startetet die Bildungsberatung Burgenland ein Pilotprojekt zur kostenlosen Beratung von AsylwerberInnen im Mittel- und Südburgenland.
Zielsetzung, des vorerst auf fünf Monate befristeten Projekts ist es, den AsylwerberInnen, die in der Zeit des Wartens auf den Asylbescheid zu einer viel zu langen Zeit der Passivität gezwungen sind, dabei zu helfen, diese Phase schon dazu zu nützen, einen realistischen Plan für die Zeit nach einem positiven Asylbescheid zu machen.

Schöne Erfolge

Die Bildungsberatung Burgenland bietet solche Unterstützung natürlich im Rahmen ihres seit langem bewährten Beratungsangebots auch für AsylwerberInnen an und kann dabei punktuell auch auf einige sehr schöne Erfolge verweisen. Allerdings stößt das „Standard-Angebot“ in den allermeisten Fällen sehr rasch an die sprachlichen Grenzen, wenn die Ratsuchenden weder Deutsch noch Englisch sprechen.

Schwierige Ausgangssituation

Deshalb wird in diesem Projekt muttersprachliche Beratung in den Sprachen angeboten, die unter den im Burgenland untergebrachten AsylwerberInnen am häufigsten sind: Dari/Farsi und Arabisch. Mit Englisch wird zusätzlich die Gruppe der AsylwerberInnen aus Afrika (Somalia) abgedeckt, die sich häufig auf Englisch recht gut verständigen können.

Auf die Frage, was man mit dem Projekt erreichen möchte, antwortet der Projektleiter, Martin Weber, so: „Wir müssen angesichts der Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen und der sehr schwierigen Ausgangsituation der Zielgruppe der AsylwerberInnen natürlich realistisch und bescheiden sein. Wir wissen, dass wir keine Wunder wirken können. Aber wir sind gleichzeitig auch davon überzeugt, dass wir gerade jenen, die schon sehr motiviert sind aktiv zu werden und ihre Möglichkeiten auszuloten, eine wichtige Hilfestellung geben können, zielführende nächste Schritte zu tun. Besonders wenn wir die motivierten, lernbereiten und neugierigen AsylwerberInnen, die in unser Land gekommen sind, alleine lassen und ihnen keine Angebote machen, ist das in jeder Hinsicht ein schweres Versäumnis, das sowohl den ÖsterreicherInnen als auch den AsylwerberInnen nur zum Schaden sein kann. Wir verschwenden damit das Potential, dass in diesen Menschen steckt und überlassen sie im schlimmsten Fall der Resignation und Depression.“

Qualifikation

Konkret erwarten er sich Fragen dazu, wie die Qualifikationen aus den Herkunftsländern in Österreich verwendet werden können welche Ausbildungsmöglichkeiten es in Österreich gibt und welche Zugangsvoraussetzungen es dazu gibt welche Berufe es in Österreich gibt und wie diese zu den eigenen Berufserfahrungen passen, was im Heimatland gemacht wurde. "Wir haben unser Angebot ganz stark danach ausgerichtet, welche Kommunikationsmöglichkeiten den AsylwerberInnen am vertrautesten sind und werden daher nicht nur unsere Website neu und mehrsprachig gestalten, sondern auch ganz besonders auf die Erreichbarkeit über Smartphones Rücksicht nehmen."

Am 14. September 2016 um 17:00 Uhr wird das Beratungsangebot den AsylwerberInnen im Haus St. Stephan in Oberpullendorf im Rahmen der ersten Informationsveranstaltung vorgestellt.

Autor:

Eva Maria Plank aus Oberpullendorf

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