Unser Stammtisch
"Wir sind eben ein Dorf-Kulturgut!"

<f>Der Renter-Stammtisch </f>trifft sich jeden Tag, Wirt Gottfried Hoffmann freut sich über seine Gäste.
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Der Rentner-Stammtisch beim "Dorfwirt" in Draßmarkt trifft sich Tag für Tag, sechsmal die Woche.

DRASSMARKT (EP). Vormittags um 11.00 beim Dorfwirt Gottfried Hoffmann: langsam aber sicher füllt sich der große Stammtisch des Gasthauses mit Männern.
Insgesamt 24 Rentner sind hier dabei, etwa 15 von ihnen treffen sich tagtäglich von 11.00 bis 12.00 Uhr. "Manchmal müssen wir auch länger bleiben und noch ein Glaserl trinken", schmunzelt Franz Strass. Er und seine Stammtisch-Freunde haben viel zu besprechen, der Dorftratsch muss aufgearbeitet werden. "Für uns alle ist der Stammtisch ein Pflichttermin, es muss ja alles besprochen werden." Ein Bier und ein Achterl seien Pflicht, weiß Otto Rathmanner, mit 91 der Zweitälteste in der Runde.
Der jüngste Teilnehmer der gut gelaunten Runde ist 61 Jahre alt, der Älteste 99! Warum man sich hier trifft? "Es ist das Gemeinde-Wirtshaus, deshalb halten wir unseren Stammtisch hier ab. Ein paar kommen auch wegen der hübschen Kellnerin", sind sich alle einig. Außerdem verstehen sich die Rentner-Stammtischrunde und Wirt Gottfried Hoffmann quasi ohne Worte: ein bestimmtes Handzeichen genügt und Bier, Achterl oder Kaffee werden flugs serviert, ein paar belegte Brote dazu spendiert. Es ist einfach ein schöner Brauch, da sind sich die Herren einig. "Wenn jemand Geburtstag hat, muss er immer drei Runden zahlen." Gegründet wurde der Stammtisch vor etwa 25 Jahren, seither ist er ständig gewachsen. "Mein Vater hat die Runde ins Leben gerufen, unsere Frauen sind es gewohnt, dass sie jeden Tag eine Stunde auf uns verzichten müssen. Zum Mittagessen sind wir ja wieder zuhause", so Engelbert Eckhardt.

Keine Politik

Gemeinsam werden hin und wieder gemütliche Ausflüge zum Heurigen organisiert. "Wallfahrten gehen wir nicht." Gestritten wird selten, Politik hat keinen Platz beim Rentner Stammtisch. "Wir diskutieren über Fußball und das Tagesgeschehen in der Gemeinde. Gestritten wird nur in der Schwammerl-Zeit, wer die besten und größten findet." Gequalmt wird am Stammtisch nicht mehr. "Ich stehe immer auf und rauche an der Schank, inzwischen bin ich nämlich der einzige Raucher in der Runde", so Rudi Tonnesz. Frauen gibt es bei diesem Stammtisch nicht, "sie sind zwar nicht verboten, aber es hat sich einfach so ergeben dass es ein Männerstammtisch wurde."

Tradition

Für Wirt Gottfried Hoffmann sind seine insgesamt acht (!) Stammtische (Sinti, Rentner, Stiefelbuam, Die Glorreichen, Die Spritzerbuam, Die Seidlbuam und die Tirolerbuam) das, was ein Wirtshaus unter anderem aufrecht erhält.
Auch in den anderen Gasthäusern des Ortes gibt es Stammtische. "Ich bin froh, dass Tradition in Draßmarkt diesen hohen Stellenwert hat und freue mich über alle meine Gäste." Demnächst kommt eine neue Stammtisch-Runde dazu: "Jeden Dienstag werden sich Kaffeetrinker bei mir treffen, allerdings gemischt – Männer und Frauen."

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