08.01.2018, 14:31 Uhr

"Die Aktion 20.000 wäre eine Chance gewesen"

AMS Chefin Jutta Mohl begrüßte die Aktion. (Foto: Foto. privat)

Aus für die "Aktion 20.000" und Beschäftigungsbonus durch die neue Bundesregierung sorgt für Aufregung.

BEZIRK (EP). Für LR Norbert Darabos ist die Abschaffung von „Aktion 20.000“ und dem Beschäftigungsbonus ein Angriff auf heimische Arbeitnehmer und KMUS: "Der Beschäftigungsbonus sorgte für Beschäftigung und entlastete Unternehmen, die heimische Arbeitnehmer anstellten. Die „Aktion 20.000“ gab Langzeitarbeitslosen über 50 eine Perspektive!"

Intensive Vorarbeiten
LR Alexander Petschnig hingegen begrüßt die Aussetzng der Aktion: „Maßnahmen wie die "Aktion 20.000" finden üblicherweise keinerlei objektive Kosten-Nutzen-Rechtfertigung. Eine ähnliche Aktion gab es 2015 unter Rot-Schwarz auch im Burgenland. Dort blieben von ursprünglich 55 nur eine Hand voll Beschäftigungsverhältnisse über.“ Anders sieht dies Jutta Mohl, AMS-Oberpullendorf Geschäftsstellenleiterin. Die "Aktion 20.000" ist im Bezirk Oberpullendorf sehr gut angelaufen, sei aber leider schon wieder Geschichte.
"Mit der bis ursprünglich Ende Juni 2019 befristeten "Aktion 20.000" sollten insgesamt 20.000 staatlich geförderte und kollektivvertraglich bezahlte Arbeitsplätze für langzeitbeschäftigungslose Menschen über 50 Jahren geschaffen werden", so Mohl. Diese können bei Gemeinden, bei gemeinnützigen Organisationen und bei sozialen Unternehmen angesiedelt sein. Bestehende Arbeitsplätze sollten durch die "Aktion 20.000" nicht ersetzt werden. "Für den Bezirk Oberpullendorf hätte das geheißen, dass wir 80 Personen über 50 Jahre, welche bereits langzeitbeschäftigungslos waren, wieder in den Arbeitsmarkt integrieren hätten können." Allerdings werden aufgrund intensiver Vorarbeiten im Zuge der "Aktion 20.000" in den nächsten Tagen in etwa 35 Personen eine Arbeitsstelle in ihrem Heimatbezirk aufnehmen können. "Es war eine Freude zu sehen, wie dankbar Menschen in diesem Alter sind, wenn sie wieder eine Chance bekommen in den Arbeitsprozess einzusteigen. Für die meisten von den über 50-jährigen, vermittelten Personen hätte es ohne diese Aktion kaum Möglichkeiten gegeben, erneut am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Die betroffene Zielgruppe – über 50 Jahre, langzeitbeschäftigungslos, oft auch mit gesundheitlichen Einschränkungen – ist ohne Förderung nur schwer am 1. Arbeitsmarkt zu vermitteln. Mir persönlich tut es sehr leid, dass diese Aktion so schnell beendet wurde, wir haben sehr viele Ressourcen in diese Aktion gesteckt." Auch bei der Infoveranstaltung am 23.November 2017 im BUZ sei das Interesse sehr groß gewesen. "Knapp 70 Personen haben daran teilgenommen. Bei der Veranstaltung waren fast alle Gemeinden des Bezirks vertreten, sowie etliche Vereine, soziale Einrichtungen und Blaulichtorganisationen. Bürgermeister Klaus Schütz nahm die Aktion in Anspruch, in Kobersdorf sind seit 2. Jänner zwei Männer und eine Frau als Gemeindebedienstete beschäftigt. "Alle drei haben sich sehr gefreut, dass sie nun in ihrer Heimatgemeinde eine Arbeitsstelle haben. Ich bin sicher, es wird passen, ich kenne alle drei persönlich und freue mich auf die Zusammenarbeit."

Gelungene Aktion
Auch Lockenhaus´ Ortschef Christian Vlasich ist begeistert von der Aktion, er nimmt am 15. Jänner vier Personen in der Gemeinde auf. "Die vier werden als Gemeindearbeiter und als Unterstüztung für das Naturparkbüro arbeiten. Ich finde die Aktion war gelungen, Menschen über 50 Jahre haben es schwieriger im Berufsleben wieder Fuß zu fassen, wenn sie längere Zeit arbeitslos waren. Es ist zwar keine Job-Garantie, aber ein Anfang."
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