09.10.2017, 15:09 Uhr

Würdevolle Begleitung bis zuletzt

Heinrich Kiss, Norbert Darabos, Edith Pinter, Sieglinde Pfänder, Christine Ecker, Klaus-Peter Schuh

Hospiz- und Palliativbetreuung“ soll in fünf weiteren Altenwohn- und Pflegeheimen integriert werden.

OBERPULLENDORF (EP). Um die bestmögliche Betreuung und Begleitung von Menschen in Altenwohn- und Pflegeheimen zu gewährleisten, braucht es Mitarbeiter mit spezieller Qualifikation und ein entsprechendes Betreuungsumfeld. Diese Voraussetzungen sollen mit dem Projekt „Hospiz- und Palliativbetreuung in Pflegeheimen“ (HPCPH) geschaffen werden – die Basis für dessen Umsetzung bilden die von Hospiz Österreich 2008 herausgegebenen Richtlinien.
„Es ist eine der wichtigsten Aufgaben einer modernen und humanen Sozialpolitik, Rahmenbedingungen zu gewährleisten, die notwendig sind, um den Bedarf an begleitender und unterstützender Pflege und Betreuung chronisch kranker und sterbender Menschen zu decken“, so Landesrat Norbert Darabos. „Gerade auch Mit-Menschen. Wir haben nicht gelernt, mit dem Thema Sterben umzugehen und offen darüber zu reden. Gespräche mit nicht betroffenen Außenstehenden können hier sehr entlastend sein. Genau dies soll nun auch in Altenwohn- und Pflegeheimen angeboten werden", so Caritas Chefin Edith Pinter.

Vorsorgedialog

HPCPH sieht in einem zweijährigen Organisationsentwicklungsprozess die Schulung von 80 % der Heimmitarbeiter aller Berufsgruppen in palliativer Geriatrie vor. Dabei sollen nicht nur palliativpflegerisches und -medizinisches Wissen, sondern auch psychologisches Rüstzeug und vor allem Sicherheit im Umgang mit Sterbenden vermittelt werden. Eine wichtige Rolle nehmen im Rahmen des Projekts abgehaltene strukturierte „Vorsorgedialoge“ ein. Diese finden bei Bedarf unter Einbindung von Bewohnern, Ärzten, Pflegepersonen, Angehörigen und Vertrauenspersonen statt. Deren Ziel ist es, Willensäußerungen, Wünsche oder Bedürfnisse der Betreuten im Hinblick auf kritische Situationen - Wiederbelebung, künstliche Ernährung, Einsatz, lebenserhaltende Maßnahmen – zu erfassen. „63 % der Bewohner wünschen sich einen Vorsorgedialog“, berichtet Palliativmediziner Dr. Klaus-Peter Schuh. „Fast jedes Gespräch hat mit einem Lächeln und Erleichterung der Betroffenen und Angehörigen geendet“.
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