Reflexion und Ausblick
25 Jahre EU-Volksabstimmung

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HANNERSDORF/PINKAFELD. Am 12. Juni 1994 fand eine Volksabstimmung in Österreich über den Beitritt des Landes zur Europäischen Union statt. Österreichweit kam der meiste Zuspruch damals von der burgenländischen Bevölkerung.

Hohe Wahlbeteiligung, großer Zuspruch

Die durchschnittliche Quote an "Ja"-Stimmen lag im Bezirk Oberwart bei 75,5 Prozent und die Wahlbeteiligung bei 90 Prozent. Anlässlich der EU-Wahl haben die Bezirksblätter nochmal den Blick auf jene Gemeinden gerichtet, die damals den höchsten Anteil vom "Ja"-Votum hatten. Die Gemeinde mit dem höchsten Zuspruch war Hannersdorf mit 82,7 Prozent "Ja"-Stimmen. Wir sprachen mit dem damals amtierenden Bürgermeister Erich Werderits:

Reflexion über die Stimmungslage

"Die Zustimmung in unserer Gemeinde war wohl deshalb so groß, weil sich sehr viele mit den Grundideen der EU (Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, gemeinsamer Wirtschaftsraum ….) identifizieren konnten", erinnert sich der Altbürgermeister an die damals vorherrschende Stimmung in der Gesellschaft. "Ein ähnliches Ergebnis, meine ich, wäre jetzt wahrscheinlich nicht zu erreichen. Nach Gesprächen mit Mitbürgern, die damals mit "Ja" gestimmt haben, sind einige Kritikpunkte sehr oft genannt worden, wie zB. die vermeintliche "Regulierungswut", die als „Antiwerbung“ gegen die EU immer wieder vorgebracht wird, oder Beschwerden über grundsätzliche Preiserhöhungen, insbesondere in der Gastronomie.

Die Menschen haben oft das Gefühl, sie selbst profitieren nicht von dem Beitritt", fügt Erich Werderits hinzu. Aber da die Gemeinde Hannersdorf eine Leader-plus-Gemeinde ist, konnten einige Projekte, die von der EU mitfinanziert wurden, abgewickelt werden (Straßenbau, Dorfplatzgestaltung, Förderung der Landwirtschaft).

Kritisch zum gegenwärtigen Zustand meint der Altbürgermeister und frühere Direktor der Bundeshandelsakademie Oberwart: "Die Kontrolle der Geldmittel für Projekte sollte auch in den anderen Mitgliedstaaten so intensiv erfolgen, wie in Österreich (zB. Ungarn oder Griechenland). Des Weiteren würde ich mir ein solidarisches Auftreten aller Mitgliedsstaaten erwünschen."

Erreichte Verbesserungen für die Gemeinden

Des Weiteren fragten wir den Europa-Gemeinderat Eduard Posch aus Pinkafeld, wie seiner Meinung nach die Gemeinden von der EU-Zugehörigkeit profitiert haben: "Das ganze Burgenland ist dank der Europäischen Union aufgeblüht. Offene Grenzen und Förderungen haben einen Aufschwung gebracht. Viele unserer Thermen und Tourismusmagneten würde es ohne Gelder der EU nicht geben.

Das Kulturangebot von Mörbisch bis Jennersdorf hat davon profitiert. Oder denken Sie an die Gastronomie: Ohne die fleißigen Menschen aus Ungarn könnten viele ihr Dorfwirtshaus nicht mehr führen. Man muss nur einmal mit einem wachsamen Auge durch Stadt und Land gehen und nach den EU-Förder-Taferln Ausschau halten.

Ganz viel wurde mit EU-Geld restauriert, saniert oder neu gebaut. Oder denken Sie an das Technologiezentrum und die Fachhochschule, wo dank Unterstützung der EU heute Spitzenforschung passiert. Mit dem Geld der EU sind Ortskerne verschönert, das Kultur- und Freizeitangebot verbessert und der wirtschaftliche Aufschwung gekommen. Unsere Bauern profitieren noch immer von den Fördergeldern."

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