Bezirk Oberwart: Idee der Deutschklassen muss gut durchdacht sein

Dir. Roswitha Imre, VS Oberwart
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BEZIRK OBERWART. In diesen sogenannten "Förderklassen" soll dann vermehrt auf das sprachliche Handycap eingegangen werden. Die Bezirksblätter haben bei einigen Schulen nachgefragt, wie bis dato mit nichtdeutschsprachigen Schülern umgegangen wurde und wie die Idee der Deutschklassen bei den Pädagogen ankommt.

Kein konkreter Plan

Laut Roswitha Imre, Direktorin der Volksschule Oberwart, gibt es hier noch keinen konkreten Plan. "Es steht weder die Höchstzahl fest, noch wie genau das eingeteilt werden soll", sagt Imre.
In der NMS Großpetersdorf sind eigene Deutschklassen kein Thema. "Bei uns ist der Anteil an Schülern ohne Deutschkenntnisse sehr gering. Wenn nur ein Schüler in der Klasse ist, der kein Deutsch spricht, dann lernt er die Sprache umso schneller. Schon nach einem halben Jahr erkennt man Fortschritte, nach einem Jahr der Schüler dem Unterricht folgen", so Dir. Andreas Bencsics.

Nicht komplett trennen

Bedarf sei in der Volksschule Oberwart da, besteht sie immerhin aus 19 Klassen. "Wir haben jetzt bereits so ein ähnliches System eingeführt mit unseren Sprachstartgruppen. Das funktioniert zwar etwas anders, klappt aber auch ganz gut", so die erfahrene Direktorin.
Schlecht wäre es, die deutschschwachen Kinder komplett von den anderen Schülern zu trennen. "Für 15 Stunde wäre das für mich in Ordnung", sagt Imre. In Fächern wie Musik, Turnen oder Bilderische Erziehung wäre eine Trennung nicht sinnvoll und auch für die Integration keinesfalls förderlich.
Von einer kompletten Trennung rät auch Vera Tangl ab, Direktorin der NMS Rechnitz. "Man darf auch nicht vergessen, dass nicht alle Kinder gleich belastbar sind. 15 Stunden wären für mich durchaus denkbar. Der Unterricht muss allerdings genau durchdacht sein. Er muss didaktisch gut aufgebaut sein, verschiedene Methoden und geeignete Unterrichtsmaterialien beinhalten", so Tangl.

Besonderen Unterricht gestalten

In der NMS Rechnitz gibt es seit zwei Jahren sogenannte Sprachstartgruppen für Kinder mit wenig oder gar keinen Deutschkenntnissen. "Die Kinder werden täglich etwa zwei bis drei Stunden aus dem regulären Unterricht genommen und mit entsprechendem auf die Schüler abgestimmten Material erhalten sie einen Intensivsprachkurs. Große Unterstützung erhielten wir hier von der Pädagogischen Hochschule Burgenland", so die Direktorin der NMS Rechnitz.

Schwierige Bedingungen

Man kann dem Unterricht erst richtig folgen, wenn man die Sprache versteht. Manche Kinder sind Analphabeten bzw. müssen erst die lateinischen Buchschtaben lernen. Das ist ein gewaltiger Aufwand sowohl für Lehrer als auch Schüler.
Da die Lehrer auch nicht die Muttersprache der Schüler sprechen, wird mit speziellen Apps auf dem Ipad gelernt, mit digitalen Wörterbüchern und Hörübungen in der Muttersprache und in Deutsch.
"Aber trotzdem sind alle mit Begeisterung und Engagement bei der Sache und man wird am Ende belohnt, wenn aus einzelnen Wörtern plötzlich ganze Sätze werden", sagt Dir. Vera Tangl abschließend.

Dir. Roswitha Imre, VS Oberwart
Dir. Vera Tangl, NMS Rechnitz

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