Burgenländische Feuerwehr zieht Bilanz: Bezirk Oberwart ist gut aufgestellt

"Gefährliche Stoffe"-Spezialisten der Feuerwehren waren im Einsatz.
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  • Foto: Stadtfeuerwehr Pinkafeld
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BEZIRK OBERWART (kv). Laut Information des Bezirksfeuerwehrkommandanten Hans Hatzl haben die Brandeinsätze zugenommen, doch die größten Herausforderungen sind nach wie vor die Verkehrsunfälle. "Besonders der schwere Unfall an der Kreuzung Großpetersdorf hat den Einsatzkräften viel abverlangt", so Hatzl.
Für die Stadtfeuerwehr Pinkafeld rückt vor allem aufgrund der Einsätze auf der A2 das Thema Gefahrengut immer mehr in den Fokus. "Unser größter Einsatz war am 19. Juni auf der A2 ein verunfallter Tanklaster", sagt Feuerwehrkommandant Kurt Tripamer. Laufen Chemikalien aus, ist besonderes Know How gefragt: Die Einsätzkräfte müssen einen Überblick über die Stoffe haben und wissen, wie diese reagieren, was man darf und was nicht.
Die 112 aktiven Mitglieder der Stadtfeuerwehr Pinkafeld sind 2017 ganze 233 Mal ausgerückt. Bei kleineren Wehren, wie der FF Mark Neuhodis, fällt die Zahl der Einsätze naturgemäß geringer aus, sie sind aber nicht minder wichtig. 20 Mal rückten die Mitglieder der FF Markt Neuhodis 2017 aus.

Kein Mangel an Nachwuchs

Die Ausbildung der Feuerwehrmitglieder funktioniere laut Hans Hans im Bezirk Oberwart sehr gut und auch an Nachwuchs mangle es nicht. Die Feuerwehren seien auch sehr gut ausgerüstet und die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Bürgermeister als Feuerschutzverantworlichen verlaufe reibungslos. "Besonders positiv sehe ich auch die österreichweit einzigartige Kooperation mit der HTL Pinkafeld. Die Schüler der Gebäudetechnik eignen sich viel praktisches Wissen in Bezug auf Brandschutz an, was in ihrem späteren Berufsleben bei der Planung von Gebäuden ein großer Vorteil ist. Theorie und Praxis gehen Hand in Hand und die Feuerwehr gewinnt neue Mitglieder", so Hatzl.
2017 konnte die Feuerwehr Markt Neuhodis drei Neuzugänge verzeichnen. "Sie waren auch bereits bei den Wettkämpfen dabei und treten heuer erstmalig beim Wissenstest an", so Kommandant Helmut Prascsaics. Auch in den kommenden Jahren werden neue Mitglieder dazukommen, auch zwei Frauen unterstützen die Feuerwehr Markt Neuhodis. "Sie sind immer mit vollem Einsatz dabei und fehlen auch bei keiner Übung", sagt Prascsaics.

Führungspositionen

Während es aufgrund der hervorragenden Jugendarbeit nicht an Feuerwehrmitgliedern mangelt, gestaltet sich die Besetzung von Führungspositionen von Jahr zu Jahr schwieriger. Ein Feuerwehrkommandant hat eine große Verantwortung und auch der zeitliche Faktor ist nicht außer Acht zu lassen. "Ich schätze 800 bis 900 Stunden im Jahr für meine Funktion als Kommandant sind durchaus realistisch", so Tripamer.
Das neue Feuerwehrgesetz sieht vor, dass künftig der Posten als Feuerwehrkommandant auf ein paar Jahre befristet werden soll und es dann einer Neuwahl bedarf. "Gerade im Süden habe ich bedenken, dass ein Kommandant dann sagt, dass er sich nicht mehr der Wahl stellt, auch wenn er sonst noch den Posten behalten hätte", gibt Hatzl zu bedenken.

Das neue Feuerwehrgesetz

Festgeschrieben soll auch werden, dass die Feuerwehrmitglieder bestimmen, wer die Wehr leiten soll, was bis dato dem Bürgermeister oblag. "Grundsätzlich wurde es immer schon so gehandhabt, dass die Mitglieder wählen. Dieser Vorschlag ging dann an den Bürgermeister als Feuerschutzverantwortlicher, der zumeist den Vorschlag immer angenommen hat", so Hatzl.
"Ich sehe eine zeitliche Beschränkung unproblematisch, wenn der Kommandant seine Leistung bringt, wird er auch Kommandant bleiben. Ist die Mannschaft unzufrieden, gab es auch vorher schon Möglichkeiten, diesen abzuwählen", so Tripamer

Bilanz 2017

Im Burgenland gibt es 324 Feuerwehren. Insgesamt 6.679 Einsätze schlugen im Jahr 2017 zu Buche, 1.419 davon waren im Bezirk Oberwart. Das entspricht 7.105 Einsatzstunden bei Brandeinsätzen und 9.786 Einsatzstunden bei technischen Einsätzen.
"Rund 18 Mal pro Tag ist im Burgenland die Hilfe einer Feuerwehr notwendig. Bedenkt man, dass die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren im Burgenland diese Einsätze allesamt in ihrer Freizeit und unbezahlt erledigen, ist das eine beachtliche Leistung, die ihresgleichen sucht“, so Feuerwehrreferent Landeshauptmannstellvertreter Johann Tschürtz.

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