Burg
Erste Ausgrabungen beim Interreg-Projekt "ArcheOn" erfolgt

Die Archäologischen Grabungsarbeiten in Burg sind mittlerweile im Gange.
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  • Die Archäologischen Grabungsarbeiten in Burg sind mittlerweile im Gange.
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Von der Steinzeit bis ins Mittelalter - Archäologische Forschungen in Burg haben begonnen.

BURG. Zur Zeit findet in Burg im Südburgenland eine archäologische Forschungsgrabung statt. Diese Grabung ist ein Teil des Interreg-Projektes "ArcheON", ein grenzüberschreitendes EU-Projekt des Burgenlandes und des Komitates Vas.
"Burg ist eine faszinierende, seit 3000 Jahren befestigte Siedlung die immer weiter ausgebaut und befestigt wurde. Besonders in den Metallzeiten, der Bronze- und der Eisenzeit, war Burg ein reiches Handels- und Produktionszentrum, vor allem aufgrund der lokal vorhandenen Rohstoffe in den umliegenden Gebirgen. Im Mittelalter wurde diese Siedlung nochmals neu befestigt und mit einer Burg versehen. Bis heute sind die Schutzmauern im Landschaftsbild von Burg erhalten geblieben", berichtet Öffentlichkeitsbeauftragte Manuela Thurner.

Befunde der Jungsteinzeit 

In den ersten Wochen wurde ein Bereich südlich der Kirche untersucht. In mehreren Bereichen konnten Befunde (menschliche Eingriffe in den Boden wie z.B. eine Grube oder eine Feuerstelle) der Jungsteinzeit ergraben werden. Die Fundmaterialien der Grabungsfläche erstrecken sich über mehrere Jahrtausende - vom Neolithikum bis in die frühe Neuzeit. Besonders spannend ist der Fund eines beigabenlosen, männlichen Skelettes, welches zur Zeit in Wien anthropologisch untersucht.
"Weiters wird aktuell die "Burg von Burg", der mittelalterliche Hausberg erforscht. Dies ist vor allem deshalb spannend, da von der Burg nur eine einzige urkundliche Nennung bekannt ist", so Thurner. 1244 wurde das Adelsgeschlecht der Csem mit der alten Burg (Óvár) belehnt. "Die Grabungsfläche im Bereich der Burg wird den Richtlinien für archäologische Maßnahmen entsprechend gegraben und dokumentiert. Am Ende wissen wir mehr über die Bauweise und die Datierung der Burg und können das Geschichtsbild von Burg erweitern", sagen die Archäologen.

Öffentliche Grabungen

Die Grabung kann jederzeit zwischen 9 und 16 Uhr besucht werden. Am Freitag ist jeweils von 9-12 offizieller Besuchertag (sowie SA 3.10, 24.10. und am Feiertag 26.10.). Um 10 Uhr findet eine archäologische Führung mit Erläuterung zu den einzelnen archäologischen Hotspots in Burg und zur aktuellen Grabung statt.

Manuela Thurner: "Burg bietet für den ausgebildeten Archäologen bis hin zum Volkschulkind alles - Wissenschaft, Abenteuer und vor allem das Gefühl die Vergangenheit greifen zu können."

Bgm. Gerhard Klepits begrüßt das Projekt: "Es freut mich besonders, dass bereits zahlreiche Funde bei der Ausgrabung freigelegt wurden. Durch dieses Projekt wird unser Ort auch für den Tourismus neben dem Naturbadeparadies Burg und der Weinwirtschaft immer interessanter. Wir freuen uns auf viele Gäste, die sich bei uns sowohl ausruhen können, geschichtlich weiterbilden können und die burgenländische Gastfreundschaft genießen können. Auch der Nahversorger wird voraussichtlich ab Dezember 2020 unsere Gemeinde beleben und einen Mehrwert darstellen." 

Bgm. Gerhard Klepits
  • Bgm. Gerhard Klepits
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Das Projekt „ArcheON“

Das im Programm eines Interreg Projekts durch die Förderung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung umgesetzte Projekt „ArcheON“ stellt die gemeinsame Entwicklung und touristische Inwertsetzung eines historischen und archäologischen Angebots in der Grenzregion Österreich-Ungarn in den Fokus. 
Durch diese grenzüberschreitende Kooperation der musealen und touristischen Partner soll das gemeinsame, historische und archäologische Erbe touristisch sowie pädagogisch sichtbar und wahrnehmbar gemacht werden.

 An sechs der bedeutendsten Fundstellen im Untersuchungsgebiet werden im Rahmen des Projekts archäologische Ausgrabungen durchgeführt, so auch in Burg in der Gemeinde Hannersdorf, das für seine befestigte Höhensiedlung bekannt ist.

Archäologische Hotspots

Von den eben dort seit Anfang September laufenden Arbeiten konnte sich nun Landeshauptmann Hans Peter Doskozil persönlich ein Bild machen: „Diese Initiative ist ein gelungenes Beispiel für eine erfolgreiche wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen den ungarischen Partnern und dem Burgenland. Wir haben damit ein Pilotprojekt ins Leben gerufen, das Vorbild für weitere grenzüberschreitende archäologische Kooperationen sein kann. Gleichzeitig haben wir das gemeinsame Interesse, diese archäologischen ‚hotspots‘ auch für touristische Zwecke aufzubereiten. Dadurch eröffnet sich eine große Chance für die weitere touristische Entwicklung im Südburgenland.“
Im ersten Grabungsabschnitt wurde von der ausführenden Grabungsfirma „archaeo perspectives“ in Kooperation mit dem Landesmuseum Burgenland, dem Tourismusverband Region Oberwart und der Gemeinde Hannersdorf im Bereich südlich des Friedhofes eine Fläche von  120m² archäologisch untersucht um Informationen über die Besiedlungsgeschichte von Burg zu erlangen. Herbei gelang es, einen neolithischen Siedlungsbefund (Linearbandkeramische Kultur, ca. 5500 v. Chr., Lengyelkultur, ca. 4500 v. Chr.) freizulegen, der die bis dato älteste Siedlungsaktivität in diesem Areal belegt. Zudem konnten neben neuzeitlichen und mittelalterlichen Befunden auch Hinweise auf die Verarbeitung von Buntmetall dokumentiert werden.

Hausberg untersucht

In weiterer Folge wird nun der bis in das 15. Jahrhundert hinein intensiv genutzte Hausberg von Burg erstmals archäologisch untersucht um nähere Aussagen zu dessen Entstehung, Nutzung und Bebauung treffen zu können.
Integraler Bestandteil des Projekts ArcheON ist die Vermittlungs- und Öffentlichkeitsarbeit, sodass noch bis Ende Oktober jeweils Freitags und Samstags von 9 Uhr bis 12 Uhr (Führungen um 10 Uhr) die Ausgrabung sowie ein eigens eingerichteter Inforaum (in der alten Volksschule) für BesucherInnen offen stehen. Besonderes Augenmerk liegt zudem auf den Schulen der näheren Umgebung, für die spezielle Führungen angeboten werden, bei denen die Kinder einen Einblick in die Arbeitswelt der Archäolgen erhalten.

Die vielversprechenden Ergebnisse des Fundplatzes Burg sollen Grundstein für weitere archäologische Forschungen in der Region sein – so ist z.B. angedacht, 2021 einen Grabhügel des Gräberfeldes von Schandorf, dem größten Hügelgräberfeld Europas, wissenschaftlich zu untersuchen

Archäologischer Rundweg

Der kurze archäologische Rundweg führt, ausgehend von der “Alten Schule” (1) nach Osten zum Kriegerdenkmal (2). Hier wurden die ältesten Objekte von Burg gefunden. Weiter geht es zum sogenannten „Wall“ (3), eine Befestigung die über Jahrtausende ausgebaut und verstärkt wurde.
Dem Weg folgend gelangt man zur nächsten Station (4). In diesem Bereich wird derzeit die Forschungsgrabung durchgeführt.
Südlich der Friedhofsmauer befindet sich die Infotafel (5) zur höchsten Wehranlage von Burg und den umliegenden Bereichen jenseits der Pinka. Retour geht es nach Nordwesten zur Kirche (6), deren erster Bau nachweislich aus dem 9. Jahrhundert n. Chr. stammt. Der letzte Punkt (7) ist ein Aussichtspunkt von dem aus der früheisenzeitliche (ca. 750 v. Chr.) Nordwall zu sehen ist. Er ist mit etwa 8 m Höhe einer der mächtigsten hallstattzeitlichen Burgwälle Europas.

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