Rauchverbot seit 1. November
Erste Bilanz aus der Gastronomie

Österreichs Gastronomie ist seit 1. November komplett rauchfrei.
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  • Foto: WEV
  • hochgeladen von Eva Maria Kamper

Das neue Rauchergesetz machte per 1. November Schluss mit dem Glimmstängel in öffentlichen Lokalen, Restaurants, Cafés und Diskos. Die seit zehn Jahren praktizierte Trennung von Raucher- und Nichtraucherräumlichkeiten ist somit passé. Ein Monat später liefert eine erste Bilanz geteilte Meinungen. Strafen sind bisher ausgeblieben.

BEZIRK. Das vieldiskutierte Rauchverbot in der Gastronomie ist nun Realität. Sämtliche Wirte und Lokalbetreiber müssen ihre Gäste zum Rauchen vor die Türe bitten. Die Gestaltung von Wintergärten und kreativen Raucher-Ecken im Freien hat Hochkonjunktur. 

Keine Strafen

Das Verbot wird österreichweit, so auch im Bezirk Oberwart, gut akzeptiert. Kontrollen fallen in den Zuständigkeitsbereich der Lebensmittelinspektoren. Die Strafen bei Nichteinhaltung sind empfindlich hoch und können bei Wiederholung zum Entzug der Konzession führen. "Seit der Novelle zum Tabak- und Nichtraucher- bzw. Nichtraucherschutzgesetz sind bislang noch keine Anzeigen nach diesem Gesetz eingelangt und daher auch noch keine Strafen ausgesprochen wurden", bestätigt die BH-Oberwart. Auch bei der Polizei im Bezirk Oberwart wurden bislang keine Anzeige bzw. Meldungen erstattet, auch nicht in Bezug auf Anrainerbeschwerden.

Dorfwirte stärker betroffen

Das Thema polarisiert weiterhin. Während sich viele Gäste freuen, dass nun eine saubere Luft in den Lokalen herrsche, fühlen sich andere um die Gemütlichkeit der gewohnten Zigarette zum Kaffee oder Bier beraubt. Die Umsatzeinbußen seinen großteils überschaubar, melden viele Lokalbetreiber. Bemerkbar mache es sich vor allem in Betrieben, die vermehrt Raucher als Klientel begrüßen durften, auch sind kleinere Lokale stärker vom Verbot betroffen. „Umsatzeinbußen sind bereits bemerkbar, vor allem in der Dorfgastronomie und in kleineren Lokalen, die hauptsächlich Getränke verabreichen", berichtet der Geschäftsführer der Fachgruppe Gastronomie in der Wirtschaftskammer Burgenland.

Geteilte Meinungen 

Der Geschäftsführer vom Café Haydnhof in Oberwart Joachim Halwachs findet bittere Worte: "Wir leiden stark unter dem Rauchverbot. Meine Stammgäste kommen seltener und bleiben viel kürzer als zuvor. Nichtraucher konnten wir bislang nicht dazugewinnen. Die gewohnte Regelung mit getrennten Bereichen hatte super funktioniert und wir fühlen uns entmündigt, dass uns dieses Verbot aufgezwungen wird", meldet der Gastronom der seit 20 Jahren in der Branche tätig ist.

Michael Ebner betreibt einen Imbiss in Pinkafeld. "Ich begrüße das allgemeine Rauchverbot in der Gastronomie. Ich kann keine nennenswerten Umsatzeinbußen verzeichnen und schätze die saubere Luft im Schankbereich. Vor allem Familien mit Kindern kann ich als neue Gäste begrüßen, seit der Betrieb rauchfrei ist", so Ebner.

Philipp Szemes, von der Weinstube Familienbetrieb Szemes, berichtet. "Einige rauchende Gäste bleiben leider aus. Aber es kommen jetzt andere Gäste, die sich freuen bei uns komplett rauchfrei Essen zu können. Somit entstanden in diesem ersten Monat keine Verluste. Es gab keine Beschwerden der Anrainer. Es wurden Stehtische und eine Feuerstelle im eigenen Hof aufgestellt die sehr gut bei Rauchern und Nichtrauchern ankommt."

Besonders hart treffe es die Betreiber des Pinkafelder Nachlokals "Halleluja" in Pinkafeld. Die seit 1. November ausbleibenden Gäste und die dadurch fehlenden Einnahmen zwingen Hans-Jürgen Horvath und Helmut Seidl zur Überlegung das Lokal schließen zu müssen, wenn sich die Situation nicht baldigst bessert. 

Autor:

Eva Maria Kamper aus Oberwart

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