FH Burgenland fördert Entwicklungszusammenarbeit in Tansania

Doris Rixrath macht sich in Tansania ein Bild, um künftige Projekte mit der Universität in Mbeya voranzutreiben.
  • Doris Rixrath macht sich in Tansania ein Bild, um künftige Projekte mit der Universität in Mbeya voranzutreiben.
  • Foto: FH Burgenland
  • hochgeladen von Karin Vorauer

PINKAFELD/EISENSTADT. Seinen Ursprung fand ein besonderes Projekt von FH und Forschung Burgenland vor mehreren Jahren, als ein Student des Departments Energie-Umweltmanagement des Campus Pinkafeld seine Abschlussarbeit über die Möglichkeit schrieb, eine kleine Ortschaft ohne elektrischen Strom in der Subsahara mit erneuerbarer Energie zu versorgen. Dem ungebrochenen Engagement des Lektors Günter Wind ist es zu verdanken, dass immer noch an der Verbesserung der Lebensbedingungen für die Einwohner von Luduga gearbeitet wird.

Projeke geplant

Mittlerweile bringt auch das Department Soziales und Wirtschaft der FH Burgenland seine Expertise ein. Projekte mit der Technischen Universität von Mbeya sind geplant. Im Herbst 2017 war Günter Wind mit Forschung-Burgenland-Mitarbeiterin Doris Rixrath zu Gesprächen und weiteren Datenmessungen wieder vor Ort.
„Unzuverlässige Stromversorgung und das mangelnde Waste Management – also der umweltbelastende Umgang mit Müll – stellen für die Bevölkerung massive Probleme dar.“

Photovoltaikanlagen und Waste Management

Photovoltaik sei kein neues Konzept in Tansania, erklärt Wind. Im Elektrofachhandel gebe es Solarpanele zu kaufen, oft sogar im Set mit dem dazu passenden TV-Gerät und Satellitenschüssel. "Ein Problem ist, dass die Solarpanele in Afrika durch den Staub stark verschmutzen und keine Leistung mehr bringen können. Da ja auch das Wasser knapp ist, wäre die Entwicklung von wassersparenden Reinigungsverfahren für Photovoltaikmodule ein erster Ansatz“, so Wind.
Doris Rixrath wird sich weiter mit einem Waste Management Projekt rund um landwirtschaftliche Reststoffe beschäftigen. „In der Gegend um Luduga wird viel Reisanbau betrieben. Ernteabfallprodukte wie Reisschalen könnten gut zur Energiegewinnung genutzt werden“, ist sie überzeugt. Die mitgenommenen Proben werden aktuell im Labor der FH Burgenland in Pinkafeld untersucht.

Vielschichtige Hochschulkooperation

Die FH Burgenland könne die Technische Universität in Mbeya in vielerlei Hinsicht unterstützen. Das Department Wirtschaft hat angeboten, bei Businessplänen behilflich zu sein. Lehrenden- sowie Studierendenmobilität stellt für beide Seiten eine spannende Option dar und auch Bildungsexporte werden überlegt. Praktika für Studierende des Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit, die in der Region Njombe in Waisenhäusern und ähnlichen Organisationen Entwicklungshilfe leisten können, sind bereits in Planung.
„Wenn die Kooperation sich auch künftig fruchtbar entwickelt, werden wir uns langfristig in der Region engagieren“, sagt Michael Roither, Vizerektor für Internationales der FH Burgenland. „Ziel ist nachhaltiges, vielschichtiges Engagement in einer Projektregion. Zu oft werden solche Aktivitäten aktionistisch betrieben, was vor Ort kaum nachhaltige Verbesserungen bringt. Die Verknüpfung von verschiedensten Aktionsbereichen und die Einbindung vieler Akteurinnen und Akteure aus der Hochschule, aber auch der Zivilgesellschaft in beiden Ländern, kann demgegenüber einen echten Effekt erzielen.“

Frage der Finanzierung offen

Konkrete Pläne bedürfen natürlich der nötigen Finanzierung. Nach ihrer Heimkehr ist es nun Aufgabe der engagierten Forscher, eine realistische Umsetzbarkeit der Vorhaben zu prüfen und die nationalen und internationalen Fördermöglichkeiten umfassend zu nutzen. Dies wird einige Monate in Anspruch nehmen. Hinweise und Unterstützung – sei es finanziell oder durch fachliches Know-how – sind herzlich willkommen. Kontakt: doris.rixrath@forschung-burgenland.at

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