SOS Kinderdorf Pinkafeld
Geborgenheit und Professionalität für Kinder

Lucia Krajčiková beim Spielen mit ihren Kinderdorf-Kindern.
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  • Lucia Krajčiková beim Spielen mit ihren Kinderdorf-Kindern.
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PINKAFELD. Die SOS Kinderdörfer feiern heuer ihr 70-jähriges Jubiläum. Seit 1963 gibt es auch in Pinkafeld ein Kinderdorf. So wie damals gibt es auch derzeit zwei klassische Kinderdorffamilien.
"Unser Ziel sind vier Familien, wobei heute unser Spektrum viel breitgefächerter ist. Wir haben ein Jugendhaus, betreuen unbegleitete minderjährige Asylwerber, leibliche Eltern-Kind-Begleitung, bieten mobile Familienarbeit an und geben Kindern befristeten Aufenthalt, um sie ehebaldigst wieder in ihre Familien rückzuführen. Unsere Zielgruppen sind Kinder von 0 bis 5 Jahren", berichtet Geschäftsführer Marek Zeliska.

Mehr Professionalität

Waren es in den Nachkriegsjahren vor allem Waisenkinder, die von alleinstehenden Frauen als "Mütter" umsorgt wurden, sind die SOS Kinderdörfer heute viel mehr. "Damals gab es ein Gesamtkonzept, heute wird praktisch für jedes Haus ein passendes Konzept individuell definiert. Dieses folgt aber bestimmten Regeln und Kriterien. Wir bieten heute Geborgenheit und Professionalität. Liebe alleine reicht nicht mehr, es braucht oft auch Therapien und einen geregelten Tagesablauf. Darum legen wir heute auch großen Wert auf entsprechende Fachausbildung unserer "Mütter" und "Väter", die auch verheiratet und selbst Eltern sein können", schildert er.

Ein Jahr "Probezeit"

Bevor jemand zu einer Kinderdorfmutter werden kann, ist ein Jahr "Probezeit" zu absolvieren. "Da kann man auch sehen, ob das für einen passt. Die Entscheidung muss schließlich gut überlegt sein. Früher war es eine Lebensaufgabe, heute kann es eine befristete Tätigkeit für eine Generation sein", so Zeliska.
Seit Oktober 2018 ist Lucia Krajčiková im Team des SOS Kinderdorfs Pinkafeld und absolviert diese einjährige Einlaufphase. "Die Arbeit mit den Kindern gefällt mir sehr gut und ich will das unbedingt machen. Die Kinder geben mir soviel zurück. Marek hat mich in einer schwierigen Zeit gefragt, ob ich das machen wolle und ich habe rasch Ja gesagt", berichtet die gebürtige Slowakin, die gelernte Kindergartenpädagogin ist und rund 20 Jahre ein Restaurant führte.

Zwei Kinderdorf-Familien

Lucia ist derzeit für zwei Häuser zuständig. "In jedem Haus sind fünf Kinder. Ich lerne von den Müttern einiges und nehme mir viel mit, um mich auf die Tätigkeit als "Mütter" vorzubereiten", so Lucia, die selbst Mutter von zwei Kindern (24 und 16 Jahre) ist.
Für die 43-Jährige ist es eine Berufung: "Die Liebe für die Kinder ist Grund, das zu tun. Sie brauchen Schutz und Unterstützung. Sie spüren, dass ich da bin und das ist einfach wichtig. Die Kinder fühlen sich wohl und sich als Familie. Ohne Liebe kann man diesen Job nicht machen. Er erfüllt mich."

Kindergarten und Schule

Der Tag beginnt für sie um etwa 6 Uhr mit Frühstück, Duschen usw. "Drei Kinder besuchen die Volksschule, zwei den Kindergarten. Es gibt Vormittag und Nachmittag Therapiemöglichkeiten, Übungen und wir kochen im Haus das Mittagessen. Die Kinder helfen da gerne mit. Nach den Hausübungen spielen wir zusammen und es ist auch Kontakt mit Kindern von außerhalb möglich. Am Abend lese ich den Kindern auch vor Schlafen gehen etwas vor", berichtet Lucia.
"Der Kontakt nach außen ist uns wichtig. So arbeiten wir auch mit Vereinen zusammen. Auch der Kontakt zu den Eltern ist ein wesentlicher Faktor. Die leibliche Eltern-Kind-Betreuung gehört dazu. Ziel ist durch gezieltes Coaching, dass sie es selbstständig schaffen, mit dem Kind zu leben und dass nach einer Trennung, wenn die notwendig ist, eine baldige Rückführung möglich wird", ergänzt Zeliska.

Nachbetreuung

"Es gibt auch eine nachhaltige Verbindung zum Kinderdorf. Viele ehemalige Bewohner besuchen ihre "Mütter" gerne und so bleibt der Kontakt aufrecht. Für viele ist die "Mutti" immer ihre Kinderdorf-Mutter, während die leibliche "Mama" genannt wird. Sie nennen sich auch "Hausbruder" oder "Hausschwester", während in den Wohngruppen die Begriffe "Freunde" bzw. "Betreuer" genannt werden", weiß Zeliska.
"Es gibt einmal im Monat eine Supervision und alle zwei Wochen eine Teambesprechung. Da bekommt man auch eine gewisse Unterstützung, da es ja oft auch nicht so einfach ist. Früher war die Kinderdorfmutter auf sich alleine gestellt, heute arbeiten wir eher als Team", so Lucia.

Marek Zeliska: "Das SOS Kinderdorf ist immer die zweitbeste Möglichkeit, die erstbeste ist immer das Zuhause!"

Zur Sache

1960 wurde der Verein im Burgenland gegründet. 1963 zogen die ersten zwei Familien ins SOS Kinderdorf Pinkafeld ein. Heute bietet das SOS Kinderdorf bis zu neun verschiedene Möglichkeiten der Betreuung bzw. Unterbringung an. Im Burgenland betreut das SOS Kinderdorf zurzeit rund 250 Kinder und Jugendliche, in Pinkafeld sind es 65. Im Burgenland sind 164 Mitarbeiter beschäftigt.

SOS-Kinderdorf-Angebote

  • SOS-Kinderdorf-Familien Pinkafeld
  • Kinderwohnen Pinkafeld
  • Kinderwohngruppe Pinkafeld
  • Wohngruppe für Jugendliche Pinkafeld
  • Betreutes Wohnen Pinkafeld
  • Eltern-Kind-Begleitung Pinkafeld
  • Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge Pinkafeld
  • Kindergarten Pinkafeld
  • SOS mobil und Rainbows Burgenland

Weitere Infos gibt es hier.

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