Nehmen wir unser Schicksal selbst in die Hand
Hoch lebe die Republik Europa!

Zur Feier der neu erstandenen Republik gab es "A Gulasch und a Seitl Bier".
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  • Zur Feier der neu erstandenen Republik gab es "A Gulasch und a Seitl Bier".
  • hochgeladen von Clemens Prinz

KEMETEN. Hundert Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs und achtzig Jahre nach der Reichskristallnacht, in der Synagogen und jüdische Geschäfte in Österreich und Deutschland zerstört wurden, rief man heuer europaweit die Republik Europa aus. Dieses Projekt war eine Idee der Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot und des Schriftstellers Robert Menasse, der von seinem "Balkonprojekt" vor drei Wochen auch im OHO Oberwart erzählte. Im Burgenland fand dieser Aufbruch in ein neues Europa nur an zwei Orten, in Oberpullendorf und in Kemeten statt. Eine kleine Gruppe leidenschaftlicher Europäer traf sich in der Rosengasse zur viersprachigen Verlesung des Manifests zur Gründung der Republik Europa. Die Veranstalter des Events leben einen dreisprachigen Alltag, deswegen war für sie die Mehrsprachigkeit der Veranstaltung selbstverständlich. Die Gastgeberin Timea Türk erklärte: "Heute leben fast 8 Milliarden Menschen auf der Welt und mehr als die Hälfte verwendet zwei oder mehr Sprachen jeden Tag und jede Stunde. Nachdem das auch bei uns zuhause so ist, und das Burgenland in seiner ethnischen Vielfalt im Kleinen ist, was Europa im Großen ist, war es für uns selbstverständlich, mehrsprachig zu denken."
Verlesen wurde das Manifest in den Minderheitensprachen des Burgenlands und auf Deutsch. Susanne Horvath ließ die Europäische Republik auf Roman, der Sprache der Burgenländischen Roma, Timea Türk auf Ungarisch, Sigi Hajszán auf Burgenlandkroatisch und Clemens Prinz auf Deutsch erstehen. Nach der Verlesung wurde noch zu den Klängen der Europahymne die Europafahne vom jüngsten Teilnehmer der Veranstaltung, Matthias Prinz, gehisst. Auch nach seinen Motiven befragt, meinte der 11-jährige: "Ich werde noch mindestens 80 Jahre auf diesem Kontinent leben und will das in Frieden tun und ohne Hass. Niemand ist besser oder schlechter, weil er zufällig irgendwo geboren wurde oder die eine oder andere Sprache spricht."
Auch der in Kemeten ansässige Profil-Mitbegründer und langjährige Standard-Mitarbeiter Erhard Stackl labte sich nach dem Festakt am Kesselgulasch. Seine Teilnahme begründete er mit den Worten: „In einer Zeit, in der uns die Nationalisten immer vehementer die falsche Lösung einreden wollen, dass unsere Zukunft in Isolation, Abschottung und rassistischem Überlegenheitsdenken gegenüber anderen Menschen liegt, ist die EU-weite Kunstaktion, mit der die Republik Europa ausgerufen wird, ein schönes und positives Signal dafür, wohin die Reise eigentlich gehen sollte: Hin zu einem gemeinsamen, demokratischen, sozialen und rechtsstaatlichen Europa für alle Menschen, die hier leben. Mit der Proklamation dieser Idee in allen im Burgenland gängigen Sprachen haben wir in Kemeten unseren eigenständigen Beitrag dazu geleistet.“
Die Europäische Republik ist kein Staat der Konzerne und der Integration von Nationalstaaten. Sie ist eine Gemeinschaft der Menschen, unabhängig von Herkunft und Sprache. Sie ist Eigenverantwortung, denn unser Schicksal liegt alleine in unseren eigenen Händen.

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