Kommentar: Gibt es doch Hoffnung für den Dreschkirtag?

Der 8. Dreschkirtag ging nunmehr sehr erfolgreich über die Bühne. Traumhaftes Wetter, wunderbares Programm und über 16.500 Besucher, die das an fünf Tagen bzw. Abenden in Rechnitz genossen. Was in wenigen Jahren aus einer kuriosen Idee entstand, ist einfach gigantisch und es ist gleichzeitig wunderbar diese Entwicklung in den letzten Jahren aktiv mitbegleiten zu dürfen, sozusagen zu einem kleinen Teil dieser großen Dreschkirtag-Familie zu werden.
Das ist letztlich nur mit einer großen Begeisterung möglich, die rund um Familie Lindau etwa 150 Rechnitzer mehrerer Generation gemeinsam aufbrachten. Und diese Begeisterung landwirtschaftliche Nostalgie zum Leben zu erwecken und an Folgegenerationen weiterzugeben, war auch wieder bei vielen Besuchern spürbar. Erinnerungen an frühere Zeiten, wie sie den Großvater rührten beim Einblick der alten Geräte oder auch Oldtimerfahrzeuge, oder das Interesse so manchen Enkerls selbst in vergangene Zeiten einzutauchen - beispielsweise beim Wäschewaschen - zeigen eindeutig, dass der Dreschkirtag mehr als nur ein Event geworden ist, es ist einfach lebendige und gelebte Geschichte im positivsten Sinne.
Zugleich hat sich der Dreschkirtag ergänzend zu den Historischen Feldtagen als Event entabliert, der auch andere Zielgruppen anspricht - nämlich die Fans zahlreicher Stars, die in den letzten Jahren auftraten wie die Seer, das Nockalm Quintett, die Paldauer, Marc Pircher, Semino Rossi, die Edlseer oder auch die Draufgänger und Hannah. Auch sie bekommen es zumindest teilweise mit, was da vor Jahren aus der Taufe gehoben wurde und neben einem generationenüberschreitenden Erlebnis für die ganze Familie auch einen Riesengewinn für die Wirtschaft der gesamten Region darstellt. Wenn der Dreschkirtag so wie heuer 16.500 Menschen anzieht und etwa 1,5 Millionen Euro an Wertschöpfung in der Region dadurch lukriert werden, sind das eindeutige Zahlen, die für den Dreschkirtag als Tourismusanker im Bezirk und Südburgenland sprechen.

Letzter Dreschkirtag?

All das spricht für eine Fortsetzung des Dreschkirtags Rechnitz, auch wenn im Vorfeld 2018 als letztes Jahr für diesen wunderbaren Event ausgerufen wurde. Das Herz der Vereinsmitglieder und die Begeisterung der Gäste haben es sich verdient, dass es auch in Zukunft noch "Tränen in den Augen" bei älteren Leuten und strahlende Gesichter bei den jüngeren Besucher gibt.
Da ist letzlich auch die Politik gefragt. Natürlich sind Auflagen bezüglich Sicherheit, Personal usw. notwendig und werden mit einer gewissen Dimension höher und die Haftungsfrage steigt gleichermaßen. Es braucht daher weniger Bürokratie und mehr Unterstützung, um solche Projekte auch zukünftig auf sichere Beine zu stellen bzw. zu ermöglichen.
Es macht Hoffnung, dass diesmal wieder einige politische Kräfte die "Magie" des Dreschkirtags erfahren und miterlebt haben, damit die nachhaltige Bedeutung dieser Veranstaltung auch in Eisenstadt erkannt wird. Denn einen derartig wertvollen Event fürs Südburgenland - und letzlich fürs gesamte Burgenland - aufgrund von Unstimmigkeiten, bürokratischen Hürden oder möglicher fehlender Förderungen einfach sterben zu lassen, wäre unbegreiflich. Da gilt es doch eher einen gemeinsamen Weg zu einer guten Lösung zu finden, um ein Juwel weiter gedeihen zu lassen.
Es heißt, die Hoffnung stirbt zuletzt und darum lässt der Erfolg 2018 darauf hoffen, dass es doch nicht der letzte Dreschkirtag war und in Rechnitz alte Landmaschinen abermals zum Leben erweckt werden, die gemeinsam mit Stars auf der Bühne die Menschen begeistern - wenn auch vielleicht in etwas anderer oder abgespeckter Form. Das Südburgenland braucht das - auch in den kommenden Jahren!

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