Kommentar: Vorgehensweise fragwürdig

Sie hätte es besser wissen sollen, dann wäre das Malheur wohl kaum passiert. Das hört man immer wieder und das in verschiedenen Situationen. Tragischerweise ist man im Nachhinein immer klüger. Das gilt wohl auch für die Tierschützerin, die bei den Nachbarn ob ihrer Einsatzfreude schon in der Vergangenheit aneckte.
Nun hat sie die trächtige Haus und Hof-Katze der Nachbarn einfach genommen, zum Tierarzt gebracht und sie dort als "Streunerin" kastrieren lassen. Vom Tierschutzgesetz her gedeckt, moralisch fragwürdig und vom rechtlichen Aspekt zu hinterfragen - auch wo die Katze herumgelaufen ist.
Nach Aussage der Familie kannte sie die Katze und hätte es demnach auch wissen müssen, dass die Katzenbabys gewollt waren und es keine Streunerkatze war - auch ohne Markerl, das natürlich sinnvoll für jede Katze ist, vor allem in einer Gegend, wo Streunerkatzen häufig auftauchen. Insofern ist das Engagement der Frau natürlich positiv zu sehen - sie handelt, wo andere wegschauen - auch wenn das im konkreten Fall einen falen Beigeschmack besitzt.

Viel Unwissenheit

Natürlich sollten Katzenbesitzer auch die rechtlichen Vorschriften bezüglich Kastration, Anmeldung von Züchterkatzen, Haltung als solches usw. kennen - doch leider wissen es viele nicht oder es ihnen auch egal.
Das mag ein Grund sein, weshalb auch die Population von Streunerkatzen zunimmt. Auch wenn die Frau nur etwas Gutes tun wollte, heiligt der Zweck nicht unbedingt die Mittel - im konkreten Fall ist die Vorgehensweise jedenfalls zu hinterfragen und sollte überdacht werden. Natürlich sind gerade Tierschützer immer wieder gefordert, "das Gesetz in eigene Hände zu nehmen", aber mit Maß und Ziel und situationsbezogen.
Schade nun für den Buben, der nun keine Katzenbabys in Händen halten darf und dennoch eine Lehre für alle, in Zukunft noch genauer hinzuschauen. Denn nicht jede herumlaufende Katze ist auch wirklich eine "Streunerkatze" und auch eine Hauskatze kann zur Streunerin werden. Im Zweifel sollte man sich informieren, Anlaufstellen wie Tierschutzvereine und -organisationen oder Tierärzte gibt es genug.
Das gilt auch für die Besitzer, die schon beim Anschaffen einer Katze überlegen sollten, warum sie es machen - denn die Verantwortung liegt auch beim Besitzer, ob ein Katzerl Nachwuchs bekommen soll und wenn ja, ob dieser dann auch entsprechend versorgt wird - oder vielleicht ungewollt doch auf der Straße landet.
Wie alles hat auch die Haltung von Katzen zwei Seiten - da sind alle Beteiligten angehalten, zusammenzuarbeiten - Besitzer, Tierärzte und Tierschützer. Voraussetzung ist aber ein gutes Klima - das ist in diesem Fall wohl aber leider zerrüttet.

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