Jahr der Volkskultur
Land Burgenland ruft "Brauchland Burgenland" aus

Karin Ritter, LR Hans Peter Doskozil und Claudia Priber, Abteilungsvorständin Abteilung 7, schökern in einer "Brauchmappe aus Dreihütten"
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  • Karin Ritter, LR Hans Peter Doskozil und Claudia Priber, Abteilungsvorständin Abteilung 7, schökern in einer "Brauchmappe aus Dreihütten"
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OBERSCHÜTZEN. Seit 2004 werden im Rahmen des "Jahres der Volkskultur" Schwerpunkte im kulturellen Bereich gesetzt. "Im Vorjahr standen Bücher im Jahres des Lesens im Zentrum, heuer werden Bräuche in den Mittelpunkt gerückt. Die Tradition ist in westlichen Bundesländern stark verankert. Wir wollen nun die burgenländische Tradition bewusster machen und werden heuer auch ein Haus der Zeitgeschichte in Stadtschlaining errichten. Es soll die Identität des Burgenlands für die Jugend etabliert werden und zugleich diese auch miteingebunden werden", so LR Hans Peter Doskozil

Hans Peter Doskozil: "Ziel ist es die "Wurzeln zum Angreifen" machen, damit jeder sagt, ich bin stolz ein Burgenländer zu sein."Bräuche aufarbeiten

Mit dem Jahresprojekt sollen Bräuche wissenschaftlich aufgearbeitet, eine Datenbank aufgebaut und auch mit Veranstaltungen entsprechend ergänzt werden.
"Mit Karin Ritter haben wir in dem Bereich eine seit Jahren verlässliche Partnerin. Sie hat u.a. einen tollen Themenkatalog für vorwissenschaftliche Arbeiten zusammengestellt, mit denen auch Schüler aktiv eingebunden werden, um verschiedene Themenbereiche zu erforschen", so Abteilungsvorständin Claudia Priber, Abteilung 7 der Landesregierung.

Verschiedene Projekte mit Schülern

In diesem Rahmen rufen der "Verein Schule und Kultur" und das Kulturreferat burgenländische Schulen dazu auf, sich mit Projekten zu beteiligen, die sich mit burgenländischen Bräuchen auseinandersetzen.
"Projekte können Vorträge und Workshops sein, Feldforschungsprojekte in den eigenen Gemeinden, Projekte mit Zeitzeugen, Kooperationen mit Bibliotheken oder Museen. Das Land kooperiert mit dem Landesmuseum, dem Jüdischen Museum, Dorfmuseum Mönchhof und Freilichtmuseum Gerersdorf, wo es auch Veranstaltungen gibt", fasst Priber zusammen.
Teilnahmeberechtigt sind alle burgenländischen Schulen. Die Einreichung ist vom 1. März bis 1. Oktober 2019 beim "Verein Schule und Kultur" mittels standardisierten Förderanspruchs möglich.

Projekte der Museen

  • Landesmuseum Burgenland (Eisenstadt): "Willkommen auf Wolke 7 - Über Liebe und Bräuche im Burgenland" - Sonderausstellung (Burgenländische Bräuche rund um die Liebe) mit Schulführungen vom 15. Feber bis 3. November 2019
  • Österreichisches Jüdisches Museum (Eisenstadt): "Jüdische Bräuche" (Redewendungen, Feste, Zusammenhänge mit dem Judentum) - Schulführungen vom 1. März bis 19. Dezember 2019
  • Dorfmuseum Mönchhof: "Die Jahreszeiten und ihre Bräuche" (verschiedene Bräuche zu verschiedenen Festen wie Ostern, Neujahr usw.) - Schulführungen von 1. April bis 31. Oktober
  • Freilichtmuseum Ensemble Gerersdorf: "Lebensbräuche - Kukuruz schälen und Federn schleißen" (Alltagsbräuche) - Schulführungen vom 6. April bis 11. November 2019

Drei Säulen der Aufarbeitung

"Es gibt immer wieder Fragen zu Bräuchen, aber bislang keine wirkliche Stelle, wo man sich bei solchen hinwenden kann. Es sind schon viele Publikationen erschienen und es gab auch bereits immer wieder Versuche all das zu bündeln. Das wollen wir umfassend mit dem Jahresprojekt schaffen", betont Karin Ritter.
"Wir gehen zum einen wissenschaftlich heran und betreiben auch Feldforschung, um noch unbekannte Bräuche ebenfalls zu dokumentieren. Beispielsweise habe ich über das "Kikeriki"-Schreien in Neustift/Schlaining noch nichts gelesen. Dabei gehen am 5. Jänner die Kinder von Haus zu Haus und schreien "Kikeriki" und bekommen dann "Naschzeug zugeworfen". Alle bestehenden und neuen Fundi rund um burgenländische Bräuche werden in der "Brauch-Datenbank" gesammelt, um sie online zugänglich zu machen. Und als dritte Säule sind auch Veranstaltungen geplant", erklärt Ritter.

Symposien

Am 27. April startet die Veranstaltungsreihe im Haus der Volkskultur mit dem Symposium "Ortsneckereien" über Ortsnamen (Beispiel: "Zwiefler" - Riedlingsdorf).
Am 18. Mai findet ein Symposium zur Entstehung und Alter von Bräuchen statt. Es wird auch Symposien zu Themen wie Trachten, Aberglaube oder Wurzeln von Bräuchen geben (Weihnachten, Ostern, usw.).

Karin Ritter: "Wir laden alle Burgenländer ein, sich zu beteiligen und Bräuche zu meldne, damit wir eine möglichst umfassende Sammlung erstellen. Es geht dabei nicht nur um "alte Bräuche", sondern auch um solche, die sich erst in den letzten Jahren oder Jahrzehnten etabliert haben!"

Weitere Infos zu "Brauchland Burgenland"

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Autor:

Michael Strini aus Oberwart

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