Abbiege-Assistent
LKW-Sicherheit im Bezirk

Spediteur Ludwig Pall aus Oberwart erklärt den toten Winkel beim Rechtsabbiegen
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  • hochgeladen von Eva Maria Kamper

OBERWART. Im Vorfeld wurden ca. 70.000 Unterschriften in einer Petition für verpflichtende „Abbiege-Assistenten“ an Schwer-LKWs gesammelt, eine gesetzlich verpflichtende Nachrüstung solcher Systeme an LKWs kam jedoch nicht. Der Forderung lag ein schrecklicher Unfall Anfang des Jahres in Wien zugrunde, bei dem ein neunjähriges Kind an einer Kreuzung beim Rechtsabbiegen von einem LKW getötet wurde.

Spediteur im Bezirk

Die Bezirksblätter haben sich bei Spediteuren und Institutionen im Bezirk umgehört wie sie über dieses Maßnahmenpaket und die Sicherheit ihrer LKWs denken. „Die Entscheidung unseres Verkehrsministers Hofer war auf jeden Fall die richtige. Es bringt nichts, ein unausgereiftes System für alle LKWs verpflichtend vorzuschreiben“, erklärt uns Spediteur Ludwig Pall. Es sei derzeit noch nicht möglich, den Abbiege-Asstistenten rein auf Menschen zu programmieren. Und ständige Fehlalarme wegen Hydranten und Bäumen würden die Fahrer nur desensibilisieren.

EU-Ebene

Dazu kommt, dass Unmengen an ausländischen LKWs auf unseren Straßen unterwegs seien, auf deren technische Ausstattung man keinen Einfluss habe, man müsse hier eine einheitliche gesetzliche Regelung auf EU-Ebene abwarten. „Die Ausstattung eines Abbiege-Assistenten kommt pro LKW auf rund 3.000 Euro. Und diese sind auch nur für eine einzige Herstellermarke lieferbar. Ich verstehe die Entscheidung, dass man diese Umrüstung in Österreich noch nicht gesetzlich verpflichten kann, das Paket aller Maßnahmen ist ein guter Anfang“, schildert Ludwig Pall.

Gutes Vorbild

Dennoch möchte er als gutes Beispiel vorangehen. „Wir werden die Abbiege-Assistenten bei allen neu angekauften LKWs dennoch installieren lassen.“ Eine sehr wichtige Maßnahme sei auch für ihn die Bewusstseinsbildung der Kinder im Straßenverkehr: „Wir sind regelmäßig in den Schulen, um den Kindern das richtige Verhalten gegenüber LKW und Bussen zu erklären und den toten Winkel begreiflich zu machen.“

Müllabfuhr

Auch die Umweltdienst Burgenland GmbH verfügt über einen modernen Fuhrpark. „Wir verschließen uns keiner technischen Maßnahme, die unsere tägliche Arbeit in der Abfallsammlung für unser Personal, wie auch für Fußgänger sicherer macht“, sagt der Fuhrparkleiter Johann Prawits auf Anfrage der Bezirksblätter.
Er betont, dass man jedoch abwarten werde, was aus den Assistenzsystemen technisch auch umsetzbar ist.

ÖAMTC

"Die elektronischen Abbiege-Assistenten sind das geeignetste Mittel zur Erhöhung der Sicherheit. Wir sprechen uns weiterhin für eine rasche Verpflichtung aus", so Walter Kuh, ÖAMTC-Stützpunktleiter der Dienststellen Oberwart, Oberpullendorf und Güssing. Um nicht bloß auf EU-Richtlinien zu warten, könne es lokale Abbiege- und Fahrverbote geben.

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